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VDI nachrichten

Mit Qubits in die Zukunft

Rainer Bücken

Published Jan 1, 2025• 0 citations
Publisher
DOI
10.51202/0042-1758-2025-23-19

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Spektrum Akademischer Verlag eBooks•Jan 1, 2009•0 citations
Wir haben gesehen, daß jedes Wissen von physikalischen Dingen ein mittelbar gefolgertes ist. Die Außenwelt der Physik ist ein mit Folgerungen erfülltes Weltall. Dinge, mit denen wir täglich umgehen, sind genau so gefolgert, wie ein ferner Stern, auf dessen Dasein wir aus einem Bilde auf einer photographischen Platte schließen, oder ein „unentdeckter“ Planet, auf dessen Dasein aus Unregelmäßigkeiten in der Bewegung des Uranus geschlossen wird. In diesem Weltall der Folgerungen treten Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ganz unterschiedslos auf, und es bedarf der wissenschaftlichen Analyse, um sie auseinanderzuhalten. Aus einer bestimmten Folgerungsvorschrift, nämlich dem Gravitationsgesetz, schließen wir auf das gegenwärtige oder frühere Dasein eines unsichtbaren Begleiters eines Sterns. Durch eine Anwendung der gleichen Vorschrift schließen wir auf die Existenz einer gegenseitigen Stellung von Erde, Sonne und Mond am 11. August 1999, die einer totalen Sonnenfinsternis entspricht. Wir haben keinen triftigen Grund, der auf die Gegenwart bezüglichen Folgerung mehr zu vertrauen, als der auf die Zukunft bezüglichen Folgerung. Tatsächlich wäre man im allgemeinen geneigt, die Wahrscheinlichkeit eines Fehlers bei der Finsternis für die kleinere zu halten.
Die Heisenberg’sche Unbestimmtheitsrelation sagt aus, dass man die Geschwindigkeit (genauer den Impuls) und den Ort eines Quantenteilchens nicht gleichzeitig exakt ermitteln kann. Je genauer man die eine Größe misst, desto ungenauer ist der Wert, den man für die andere erhält. Das liegt daran, so argumentierte Werner Heisenberg, dass der Akt der Beobachtung den Zustand eines Teilchens verändert. So kann man weder die Vergangenheit noch die Zukunft eines Quantenteilchens mit Bestimmtheit kennen. Wo bleibt der Determinismus?