Indeterminismus und Quantentheorie
Arthur Stanley Eddington
Wir haben gesehen, daß jedes Wissen von physikalischen Dingen ein mittelbar gefolgertes ist. Die Außenwelt der Physik ist ein mit Folgerungen erfülltes Weltall. Dinge, mit denen wir täglich umgehen, sind genau so gefolgert, wie ein ferner Stern, auf dessen Dasein wir aus einem Bilde auf einer photographischen Platte schließen, oder ein „unentdeckter“ Planet, auf dessen Dasein aus Unregelmäßigkeiten in der Bewegung des Uranus geschlossen wird. In diesem Weltall der Folgerungen treten Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ganz unterschiedslos auf, und es bedarf der wissenschaftlichen Analyse, um sie auseinanderzuhalten. Aus einer bestimmten Folgerungsvorschrift, nämlich dem Gravitationsgesetz, schließen wir auf das gegenwärtige oder frühere Dasein eines unsichtbaren Begleiters eines Sterns. Durch eine Anwendung der gleichen Vorschrift schließen wir auf die Existenz einer gegenseitigen Stellung von Erde, Sonne und Mond am 11. August 1999, die einer totalen Sonnenfinsternis entspricht. Wir haben keinen triftigen Grund, der auf die Gegenwart bezüglichen Folgerung mehr zu vertrauen, als der auf die Zukunft bezüglichen Folgerung. Tatsächlich wäre man im allgemeinen geneigt, die Wahrscheinlichkeit eines Fehlers bei der Finsternis für die kleinere zu halten.
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