Abstract Es wird eine Formulierung des Nahwirkungsprinzips in der Quantenphysik gegeben. Die Beziehung dieses Prinzips zum Problemkreis der Eichinvarianzen und der Statistik der Partikel wird aufgezeigt.
An Hand eines einfachen Beispiels wird die analytische Struktur des Oppenheimerschen Näherungsverfahrens untersucht. Dabei stellt sich heraus, daß man durch dieses Verfahren (in seiner ursprünglichen Formulierung) die Ununterscheidbarkeit gleicher Teilchen auch nicht näherungsweise berücksichtigen kann (analog zum Bornschen Verfahren). Es wird kurz diskutiert, wie man dieses Verfahren abändern muß, um diese Ununterscheidbarkeit berücksichtigen zu können. Zum Schluß wird noch in einer graphischen Darstellung der elastische Streuquerschnitt für dieses Beispiel in verschiedenen Näherungen zu Vergleichszwecken aufgezeichnet.
Nach der Quantenphysik wird eine elektromagnetische Welle dann abgestrahlt, wenn ein System, z.B. ein Atom, aus einem angeregten Zustand (excited state) in einen energetisch tiefer liegenden Zustand, z.B. den Grundzustand (ground state), d.h. den tiefsten, stabilen Energiezustand, übergeht. Die Frequenz f der Welle folgt aus der Beziehung f = ΔE/h wobei h die Planck-Konstante (s.A.1, S.580) und ΔE den Energieunterschied zwischen den beiden Zuständen bezeichnet. Die Dauer τ des Emissionsvorgangs nennt man auch mittlere Lebensdauer (mean life time) des angeregten Zustandes. Mit den Methoden der Quantenphysik ist es möglich, sowohl die Energiedifferenz ΔE als auch die zugehörige Lebensdauer τ zu berechnen. Wir nehmen diese Größen hier als gegeben an. Aus τ ergibt sich mit der Lichtgeschwindigkeit c für die Länge λc des Wellenzuges (Kohärenzlänge, coherence length) 478 lc=cτ und für die Halbwertsbreite der zugehörigen Spektrallinie 479 Δf≈τ1. .
In der vorliegenden Arbeit werden thermodynamische Eigenschaften
und statische Korrelationsfunktionen eindimensionaler Quantensysteme,
die in Beziehung zum Sechs-Vertex-Modell der Statistischen Mechanik
stehen, untersucht.
Im ersten Teil wird eine alternative, auf dem Sechs-Vertex-Modell
beruhende Gitterregularisierung des Sine-Gordon- bzw. des dazu
aquivalenten massiven Thirring-Modells entwickelt. Dieses Verfahren erlaubt
es, Transfermatrizen sowohl mit reeller als auch mit imaginarer Zeit zu
behandeln. Daraus ergibt sich ein alternativer Zugang zur Thermodynamik
mit Hilfe der Quantentransfermatrix, der auch fur die Bestimmung
von Korrelationsfunktionen bei endlichen Temperaturen geeignet ist. Fur
das Gittermodell werden nichtlineare Integralgleichungen zur Berechnung
der freien Energie hergeleitet. Im Kontinuumslimes gehen diese in die
bekannten Gleichungen fur das Sine-Gordon-Modell uber. Des Weiteren wird
fur das Gittermodell eine Vielfachintegraldarstellung fur eine erzeugende
Funktion von Korrelationsfunktionen hergeleitet. Der Kontinuumslimes am
Punkt freier Fermionen fuhrt auf eine Verallgemeinerung einer bekannten
Fredholm-Determinanten-Darstellung auf endliche Temperaturen.
Im zweiten Teil werden temperatur- und magnetfeldabhangige
Korrelationsfunktionen der massiven XXZ-Kette bei kurzen Abstanden
explizit berechnet. Die Rechnungen beruhen auf dem kurzlich entdeckten
Phanomen der Faktorisierung der Korrelationsfunktionen der XXZ-Kette.
Faktorisierung bedeutet, dass alle Korrelationsfunktionen polynomial
von speziellen Ein- und Nachbar-Zweipunktfunktionen eines verallgemeinerten
Modells abhangen. Fur letztere gab es im massiven Bereich des
Phasendiagramms keine numerisch effiziente Formulierung. In der vorliegenden
Arbeit werden die entsprechenden linearen und nichtlinearen
Integralgleichungen hergeleitet und fur den gesamten massiven Bereich
des Phasendiagramms numerisch ausgewertet. Im Grenzfall groser Anisotropie
stellt sich der magnetfeldgetriebene Phasenubergang der klassischen
Isingkette als Tripelpunkt des quantenmechanischen Systems dar. Die
exponentiell hohe Entartung der Isingkette wird durch quantenmechanische
Restwechselwirkungen aufgehoben. In der Arbeit wird die Umgebung des
Tripelpunkts zum einen exakt, zum anderen mit Hilfe entarteter
Storungsrechnung untersucht. Die Betrachtung des effektiven
Hamiltonoperators aus der Storungsrechnung gestattet es, das
Skalenverhalten in der Nahe des Tripelpunkts zu verstehen und damit die
Integralgleichungen im Limes analytisch zu losen. Dies resultiert in
expliziten Ergebnissen fur die Korrelationsfunktionen bei kurzen
Abstanden in der Nahe des Tripelpunkts.