Quanten-Optomechanik erlaubt es, quantenmechanische Eigenschaften von makroskopischen Objekten zu untersuchen und etabliert experimentelle Quantenmechanik in einem neuen Regime (sowohl bzgl. Masse als auch Groesse). Dies ermoeglicht experimentelle Tests von Dekohaerenz-Theorien und in naher Zukunft moeglicherweise sogar von Theorien zur Quantengravitation. Anfangs wurde hauptsaechlich die Wechselwirkung zwischen kontinuierlichen optischen Feldern und einem mechanischen Resonator untersucht, in den letzten Jahren wurden aber auch viele alternative Ansaetze in Erwaegung gezogen. Vor allem die Verwendung kurzer optischer Pulse statt eines kontinuierlichen Feldes muss hier erwaehnt werden, da bei diesem Ansatz die mechanische Position waehrend der Wechselwirkung nicht veraendert wird, was eine zerstoerungsfreie Quantenmessung (quantum-non-demolition measurement) der mechanischen Position ermoeglicht. In Verlauf dieser Masterarbeit errichteten wir ein Setup, welches als Nachweis der Machbarkeit einer solchen gepulsten Messung dienen soll. Wir zeigen die Vorbereitung mechanischer Zustaende mit einer reduzierten Orts-Unsicherheit von 19pm (ausgehend von 1.2nm im thermischen Anfangszustand), welche lediglich durch das Schrotrauschen der verwendeten optischen Pulse limitiert ist. Weiters implementieren wir einen tomograhischen Algorithmus, welcher die Rekonstruktion der Wignerfunktion des mechanischen Zustands ermoeglicht. Zukuenftige Verbesserungen an unserem Setup werden die Vorbereitung quantenmechanischer Zustaende bei Raumtemperatur ermoeglichen. Zusaetzlich erlaubt uns unsere tomographische Messmethode die Rekonstruktion quantenmechanischer Zustaende, selbst wenn die urspruengliche Wahrscheinlichkeitsverteilung Merkmale auf einer Laengenskala gegeben durch den Grundzustand enthaelt.
Quanten-Optomechanik erlaubt es, quantenmechanische Eigenschaften von makroskopischen Objekten zu untersuchen und etabliert experimentelle Quantenmechanik in einem neuen Regime (sowohl bzgl. Masse als auch Groesse). Dies ermoeglicht experimentelle Tests von Dekohaerenz-Theorien und in naher Zukunft moeglicherweise sogar von Theorien zur Quantengravitation. Anfangs wurde hauptsaechlich die Wechselwirkung zwischen kontinuierlichen optischen Feldern und einem mechanischen Resonator untersucht, in den letzten Jahren wurden aber auch viele alternative Ansaetze in Erwaegung gezogen. Vor allem die Verwendung kurzer optischer Pulse statt eines kontinuierlichen Feldes muss hier erwaehnt werden, da bei diesem Ansatz die mechanische Position waehrend der Wechselwirkung nicht veraendert wird, was eine zerstoerungsfreie Quantenmessung (quantum-non-demolition measurement) der mechanischen Position ermoeglicht. In Verlauf dieser Masterarbeit errichteten wir ein Setup, welches als Nachweis der Machbarkeit einer solchen gepulsten Messung dienen soll. Wir zeigen die Vorbereitung mechanischer Zustaende mit einer reduzierten Orts-Unsicherheit von 19pm (ausgehend von 1.2nm im thermischen Anfangszustand), welche lediglich durch das Schrotrauschen der verwendeten optischen Pulse limitiert ist. Weiters implementieren wir einen tomograhischen Algorithmus, welcher die Rekonstruktion der Wignerfunktion des mechanischen Zustands ermoeglicht. Zukuenftige Verbesserungen an unserem Setup werden die Vorbereitung quantenmechanischer Zustaende bei Raumtemperatur ermoeglichen. Zusaetzlich erlaubt uns unsere tomographische Messmethode die Rekonstruktion quantenmechanischer Zustaende, selbst wenn die urspruengliche Wahrscheinlichkeitsverteilung Merkmale auf einer Laengenskala gegeben durch den Grundzustand enthaelt.
Die photonische Quantenforschung ist ein Fachbereich, welcher sowohl in der Grundlagenforschung als auch beim technologischen Fortschritt an vorderster Front steht, da einzelne Lichtquanten, Photonen, ideale experimentelle Systeme darstellen: Einerseits ermoglichen es Photonen, Information in den unterschiedlichsten Freiheitsgraden zu kodieren, anderseits stellt ihre nicht-klassische Interferenz eine Grundvoraussetzung fur spezielle, sowie universelle optische Quantencomputer dar. Optische Quantenzustande konnen mit denselben linear-optischen Bauteilen wie auch klassisches Licht manipuliert werden. Dies sind
im Beispiel einer raumlich-modalen Kodierung Strahlteilerwurfel und Phasenschieber. Ein Arrangement mehrerer dieser Bauteile zu einem optischen Interferometer, in Verbindung mit konditionalen Messvorgangen, erlaubt es, jede beliebige Transformation zu verwirklichen. Gerade im Bereich komplexerer Interferometer hat sich hierbei die Integrierung von optischen Bauteilen durchgesetzt. Diese Wellenleiterstrukturen zeigen beispiellose passive Stabilitat und ermoglichen hiermit die Realisierung von Interferometer in Grosenordnungen, welche durch herkommliche Methoden selbst nicht unter Zuhilfenahme einer aktiven Stabilisierung erreichbar waren. Die Herstellung von Interferometer mit einigen hundert Moden wird momentan als ein erfolgversprechender Weg zu einem Quantenapparat gesehen, welcher erstmals nicht mehr von klassischen Computern simuliert
werden kann.
Bereits die Rekonstruktion der optischen Transformation eines integrierten, linear-optischen Interferometers ist eine herausfordernde und komplexe Aufgabe. Verluste innerhalb und beim Koppeln an das Interferometer, Imperfektionen in
den optischen Zustanden, welche zur Primardatenerhebung fur das Rekonstruktionsverfahren eingesetzt werden, sowie die Fehleranfalligkeit des Verfahrens selbst, beeinflussen das Endergebnis. In dieser Arbeit stellen wir eine numerische Studie zum Vergleich von Interferometercharakterisierungsverfahren und ein neu entwickeltes Verfahren zur Rekonstruktion unitarer Transformationen vor. Wir identifizieren modenabhangige Verluste als Hauptverursacher von systematischen Fehlern in allen derzeitigen Charakterisierungsverfahren, was folglich die maximal erreichbare Rekonstruktionsgute limitiert.
Die Ununterscheidbarkeit von zwei oder mehreren Objekten ist ein grundlegendes Konzept der Quantenmechanik und Photonen werden hierbei einer von zwei Klassen zugeordnet, den Bosonen. Die nicht-klassische Interferenz von zwei ununterscheidbaren Bosonen ist wesentlich fur die Konstruktion optischer Quantencomputer. In dieser Arbeit stellen wir eine verallgemeinerte Theorie dieses Effekts vor und testen sie experimentell. Unsere Ergebnisse ermoglichen ein tieferes Verstandnis von Interferenzszenarien mit nur teilweiser Ununterscheidbarkeit der beteiligten Photonen und sind direkt anwendbar auf ‘sampling computations‘.
Zuletzt prasentieren wir ein BosonSampling-Experiment, welches eine erste Realisierung eines neuartigen Modells fur einen Quantencomputer darstellt. Obwohl BosonSampling nicht die Konstruktion eines universellen Quantencomputers zum Ziel hat, ubersteigt bereits die Berechnung eines BosonSamplers mittlerer Grose die Kapazitaten klassischer Computer. Die experimentellen Voraussetzung hierfur, integrierte optische Netzwerke mit einigen hundert Moden und wenigen Dutzend nicht-klassisch interferierende Photonen, machen BosonSampling zu einem der aussichtsreichsten Kandidaten um in naher Zukunft ’quantum supremacy’ zu demonstrieren—eine Quanteneffekte nutzende Apparatur, welche klassische Computer bei der Losung eines bestimmten Problems ubertrifft.
Die Motivation hinter meiner Masterarbeit ist es einen klaren theoretischen Einblick in das gerade laufende Experiment an der Universität Wien innerhalb der Arbeitsgruppe von Univ.- Prof. Dr. Markus Aspelmeyer zur Erzeugung und Detektion von CV Verschränkung in optomechanischen Systemen [HO17] zu erhalten. In diesem Experiment sollen nicht-klassische Korrelationen zwischen Lichtfeld und mechanischen Komponente eines optomechanischen Aufbaus nachgewiesen werden. Da die mechanische Komponente des Experiments jedoch nur schwer für die Detektion zugänglich ist wird diese Art der Korrelationen über zwei zeitlich getrennten Pulsen im aus der Cavity austretenden Lichtfeld nachgewiesen wobei durch die optomechanische Interaktion der Zustand des mechanischen Subsystems auf das Lichtfeld übertragen wird. Im ersten Teil meiner Arbeit betrachten wir ein optomechanisches System bestehend aus einem Fabry-Pérot-cavity mit einem beweglichen Endspiegel. Im speziellen sind wir an der Interaktion zwischen dem optischen und dem mechanischen Subsystem interessiert, welche durch die linearisierten Quanten Langevin Gleichungen (QLG) beschrieben wird. Im zweiten Teil meiner Arbeit präsentiere ich einen Weg um die erhaltenen linearisierten QLG für den Gleichgewichtszustands des Systems auf analytische Weise zu lösen. Zusätzlich diskutiere ich die Anwendung zweier Filterfunktionen auf das austretende Lichtfeld wodurch es möglich ist zwei zeitlich getrennte Moden entsprechend den Pulsen im eigentlichen Experiment zu definieren und ihre Verschränkung zu untersuchen. Alle diskutierten Aspekte gipfeln letztendlich in der Implementation eines Programmes welches es dem Anwender erlaubt die Kovarianzen Matrizen für unterschiedliche Konstellationen von Subsysteme zu generieren. Mit Hilfe dieses Programmes werden Einflüsse verschiedener Parameter auf die Verschränkung im System des oben genannten Experimentes untersucht und so sodass Vorhersagen für optimale experimentelle Parameter gemacht werden können.
Verschränkung ist eines der grundlegendsten Merkmale in der Quantenmechanik. Sie beschreibt einen nicht separierbaren Zustand von zwei oder mehr quantenmechanischen Objekten und besitzt z. T. Eigenschaften, welche dem klassischen physikalischen Sinn widersprechen. Während das Konzept der Verschränkung, welches bereits von E. Schrödinger in 1935 eingeführt wurde, allgemein gut verstanden ist, stellen die Erzeugung und Analyse von verschränkten Zuständen noch immer eine erhebliche Herausforderung dar. Insbesondere die Verschränkung von verschiedenartigen Objekten wie Atomen und Photonen wurde erst vor kurzem erreicht und ist Gegenstand aktiver Forschung. Diese Arbeit berichtet über Experimente mit Verschränkung zwischen einem einzelnen Rubidium Atom und einem einzelnen Photon. Das Atom wird in einer optischen Falle gehalten, wo es exakt lokalisiert ist und sein interner Zustand mit Laserpulsen manipuliert werden kann. Zur Erzeugung der Verschränkung wird das Atom optisch in ein kurzlebiges höheres Niveau angeregt, von wo aus es unter Ausstrahlung eines einzelnen Photons zurück in den Grundzustand fällt. Die Polarisation des emittierten Photons ist verschränkt mit dem Spin des Atoms. In dieser Arbeit wurden Methoden entwickelt, die Präparation und Analyse des Atom-Photon Zustandes mit hoher Genauigkeit erlauben. Um den Zustand für weitere Anwendungen verfügbar zu machen, mussten mehrere Probleme gelöst werden. Erstens ist der interne Zustand des Atoms empfindlich gegenüber äußeren Störungen, insbesondere durch magnetische und elektromagnetische Felder. Um den Zustand des Atoms während des Experiments (welcher auf der Skala von Mikrosekunden abläuft) zu erhalten, wurde u. a. ein System zur aktiven Stabilisierung der Magnetfelder entwickelt. Zweitens muss das vom Atom emittierte Photon zu einem anderen Ort übertragen werden, dabei soll sein Zustand erhalten bleiben. Für diesen Zweck wurde eine faseroptische Strecke von 300 Metern Länge aufgebaut. Wegen der mechanisch bedingten Doppelbrechung in der Faser, ändert sich der Polarisationszustand des Photons während der Übertragung. Deshalb wurde ein System zur aktiven Kompensation der Doppelbrechung entworfen und installiert. Um die Zuverlässigkeit der optischen Verbindung zu bestätigen, wurde das vom Atom emittierte Photon übertragen und Verschränkung nachgewiesen. Der neue Typ der Verschränkung hat viele Anwendungen, insbesondere im Bereich der Quanten-Informationsverarbeitung. Die Fähigkeit, Superpositionszustände und verschränkte Zustände zu speichern und zu verarbeiten, erlaubt effiziente Lösung von speziellen Problemen, welche auf klassischen Computern nicht innerhalb realistischer Zeit lösbar sind. Darüber hinaus erfordert und ermöglicht die quantenmechanische Natur dieser Information prinzipiell neue Methoden der Kommunikation (z.B. Quanten-Teleportation und Kryptographie). Ein Teil dieser Arbeit beschäftigt sich mit der Implementierung des Protokolls zur Quantenteleportation an dem verschränkten Atom-Photon Paar. Ein Zustand, welcher auf das Photon kodiert wurde, konnte erfolgreich auf den atomaren Spin über eine Entfernung von 5 Metern teleportiert werden. Mit Hilfe der Methoden und Instrumente, welche während dieser Arbeit entwickelt wurden, wird es möglich, zwei Atome über eine große Entfernung zu verschränken. Dazu ist es geplant, zwei separate Atomfallen simultan zu betreiben, um zwei verschränkte Atom-Photon Paare gleichzeitig zu erzeugen. Die Interferenz der Photonen erlaubt dann einen verschränkten Zustand für die zwei Atome zu erhalten, eine Schlüsselvoraussetzung für einen fundamentalen Test der Quantenmechanik, den so genannten Bell Test.
In den vergangenen Jahren hat das relative neue Feld der Quanteninformationsverarbeitung (QIP) das Interesse vieler Wissenschafter geweckt, da es schnellere Rechenleistung von Computern, absolute sichere Kommunikation sowie ein Potential zum Simulieren von komplexen quantenmechanischen Systemen verspricht. Die Essenz dieser neuen Quanteninformationstechnologie sind zwei Grundkonzepte der Quantenmechanik, nämlich die der Superposition und der Verschränkung. Diese Dissertation enthält die Resultate von vier verschiedenen Experimenten die alle die Demonstration eines neuen Quantencomputer-Models mit linearer Optik, des sogenannten "Einweg-Quantencomputers", zum Ziel hatten. Zu diesem Zweck wurde ein multiphotonen-verschränkter Zustand mit Hilfe des Prozesses der spontanen parametrischen Down-Konversion in einem interferometrischen Setup erzeugt. Dieser verschränkte Zustand agiert als eine Art Ressource, die für Demonstrationen von neuen Quantenalgorithmen und anderen relevanten experimentellen Techniken genutzt wurde. In dieser Dissertation wird über neue Fortschritte in der Theorie und im Experiment berichtet, unter anderem wurde zum ersten Mal eine schnelle, aktive Vorwärtskopplung implementiert, die eine Realisation eines deterministischen Quantencomputer mit einer noch nicht dagewesenen Geschwindigkeit erlaubt. Weiters wurde der sogenannte Deutsch-Algorithmus mit unserem Quantencomputer implementiert. Der Quantenalgorithmus erlaubt es mit nur einer Evaluation zu erkennen, ob eine mathematische Funktion konstant oder balanciert ist, während ein klassischer Algorithmus mindestens 2N−1+1 Evaluationen benötigt. In einem anderen Experiment wurde ein Quantenspiel, das sogenannte Gefangenen-Dilemma, realisiert. Ein solches Spiel ist im Prinzip die Ausführung eines Quantenalgorithmus der aus einer bestimmten Folge aus Ein- und Zwei-qubit Quantengattern aufgebaut ist. Dieses Spiel erlaubt den individuellen Spielern ihren Strategieraum zu vergrößern, da sie auch Superpositionen von klassischen Strategien wählen und diese miteinander verschränken können. Die Erfolgsfunktion des Spieles wurde für verschiedene Strategiesets evaluiert und es konnte experimentell gezeigt werden, dass das sogenannte "Dilemma", welches in der klassischen Version des Spieles auftritt, in der Quantenwelt beseitigt werden kann. Unglücklicherweise ist Dekohärenz, der ungewollte Verlust von in Quantensystemen kodierter Information durch unkontrollierte Wechselwirkung mit der Umgebung, eines der Haupthindernisse für die Realisierung eines Quantencomputers im großen Rahmen. Ein möglicher Lösungsansatz ist die Rechnung in einem sogenannten dekohärenzfreien Unterraum (DFS) durchzuführen. Auf früheren Arbeiten aufbauend gelang es diese theoretischen Konzepte auf unser Einweg-Quantencomputermodel zu übertragen und zum ersten Mal die dekohärenzfreie Durchführung einer Rechnung zu zeigen, während die Photonen starkem Phasenrauschen ausgesetzt waren. Beachtenswerter Schutz der Information konnte erreich werden, der annähernd die idealen Ergebnisse lieferte. Obwohl die Experimente in dieser Dissertation nur einen "proof-of-principle" Charakter aufweisen haben sie trotzdem große Bedeutung für das Feld der QIP und werden hoffentlich den Weg für weitere und aufregende Erfindungen und experimentellen Demonstrationen in der Zukunft ebnen.
Technologien, die im wesentlichen auf quantenmechanischen Gesetzen beruhen, wie die Quanteninformationsverarbeitung und die Quantenkommunikation, sind weltweit Gegenstand enormer Forschungsanstrengungen. Sie nutzen die einzigartigen Eigenschaften einzelner Quantenteilchen, wie zum Beispiel die Verschrankung und die Superposition, um ultra-schnelle Rechner und eine absolut abhorsichere Datenubertragung mithilfe von photonischen Qubits zu realisieren. Dabei ergeben sich Herausforderungen bei der Quantenkommunikation uber grose Distanzen: Die Reichweite der Ubertragung von Quantenzustanden ist aufgrund von Photonenverlusten in den Ubertragungskanalen limitiert und wegen des No-Cloning-Theorems ist eine klassische Aufbereitung der Information nicht moglich. Dieses Problem konnte uber den Einsatz von Quantenrepeatern, die in den Quantenkanal zwischen Sender und Empfager eingebaut werden, gelost werden. Bei der Auswahl
einer geeigneten Technologieplattform fur die Realisierung eines Quantenrepeaters sollten die Kriterien der Kompaktheit und Skalierbarkeit berucksichtigt werden. In diesem Zusammenhang spielen Halbleiterquantenpunkte eine wichtige Rolle, da sie sich nicht nur als Zwei-Niveau-Systeme ideal fur die Konversion und Speicherung von Quantenzustanden sowie fur die Erzeugung von fliegenden Qubits eignen, sondern auch mit den gangigen Mitteln der Halbleitertechnologie und entsprechender Skalierbarkeit realisierbar sind. Ein Schlussel zur erfolgreichen Implementierung dieser Technologie liegt in der Zusammenfuhrung des Quantenpunktes als Quantenspeicher mit einem Bauteil, welches einzelne Photonen einfangen und aussenden kann: ein Mikroresonator. Aufgrund der Lokalisierung von Elektron und Photon uber einen langeren Zeitraum auf den gleichen Ort kann die Effizienz des Informationstransfers zwischen fliegenden und stationaren Qubits deutlich gesteigert werden. Des Weiteren konnen Effekte der Licht-Materie-Wechselwirkung in Resonatoren genutzt werden, um hocheffiziente Lichtquellen zur Erzeugung nichtklassischen Lichts fur Anwendungen in der Quantenkommunikation zu realisieren.
Vor diesem Hintergrund werden in der vorliegenden Arbeit Halbleiterquantenpunkte mithilfe von spektroskopischen Methoden hinsichtlich ihres Anwendungspotentials in der Quantenkommunikation untersucht. Die verwendeten Quantenpunkte bestehen aus In(Ga)As eingebettet in eine GaAs-Matrix und sind als aktive Schicht in vertikal emittierende Mikroresonatoren auf Basis von dielektrischen Spiegeln integriert. Dabei werden entweder planare Strukturen verwendet, bei denen die Spiegel zur Erhohung der Auskoppeleffizienz von Photonen dienen, oder aber Mikrosaulenresonatoren, die es ermoglichen, Effekte der Licht-Materie-Wechselwirkung in Resonatoren zu beobachten. Zur Untersuchung der Strukturen wurden Messplatze zur Photolumineszenz-, Resonanzfluoreszenz-,Reflexions- und Photostromspektroskopie sowie zu Photonenkorrelationsmessungen erster und zweiter Ordnung aufgebaut oder erweitert und eingesetzt.
Reflexions- und Photolumineszenzspektroskopie an Mikrosaulenresonatoren mit sehr hohen Guten:
Eine der wichtigsten Eigenschaften eines Mikrosaulenresonators ist seine Gute, auch Q-Faktor genannt. Er beeinflusst nicht nur das Regime der Licht-Materie-Wechselwirkung, sondern auch die Hohe der Auskoppeleffizienz eines Quantenpunkt-Mikrosaulenresonator-Systems. Vor diesem Hintergrund wird eine Analyse der Verlustmechanismen, die eine Abnahme des Q-Faktors bewirken, durchgefuhrt. Dazu wird die Gute von Mikrosaulenresonatoren mit Durchmessern im Bereich von 2 − 8 µm mithilfe von Reflexions- und Photolumineszenzspektroskopie gemessen. Aufgrund der erhohten Absorption an nichtresonanten Quantenpunkten und freien Ladungstragern sind die Verluste bei den Messungen in Photolumineszenzspektroskopie hoher als in Reflexionsspektroskopie, wodurch die in Reflexionsspektroskopie ermittelten Q-Faktoren fur alle Durchmesser groser sind. Fur einen Quantenpunkt-Mikrosaulenresonator mit einem Durchmesser von 8 µm konnten Rekordguten von 184.000 ± 8000 in Photolumineszenzspektroskopie und 268.000 ± 13.000 in Reflexionsspektroskopie ermittelt werden.
Photostromspektroskopie an Quantenpunkt-Mikrosaulenresonatoren:
Durch einen verbesserten Messaufbau und die Verwendung von Mikrosaulenresonatoren mit geringen Dunkelstromen konnte erstmals der Photostrom von einzelnen Quantenpunktexzitonlinien in elektrisch kontaktierten Mikroresonatoren detektiert werden. Dies war Voraussetzung, um Effekte der Licht-Materie-Wechselwirkung zwischen einem einzelnen Quantenpunktexziton und der Grundmode eines Mikrosaulenresonators elektrisch auszulesen. Hierzu wurden Photostromspektren in Abhangigkeit der Verstimmung zwischen Exziton und Kavitatsmode unter Anregung auf die Saulenseitenwand sowie in axialer Richtung durchgefuhrt. Unter seitlicher Anregung konnte der Purcell-Effekt, als Zeichen der schwachen Kopplung, uber eine Abnahme der Photostromintensitat des Quantenpunktes im Resonanzfall nachgewiesen werden und der entsprechende Purcell-Faktor
zu Fp = 5,2 ± 0,5 bestimmt werden. Da die Transmission des Resonators bei der Anregung auf die Saulenoberseite von der Wellenlange abhangt, ist die effektive Anregungsintensitat eines exzitonischen Ubergangs von der spektralen Verstimmung zwischen Exziton und Resonatormode bestimmt. Dadurch ergab sich im Gegensatz zur Anregung auf die Seitenwand des Resonators eine
Zunahme des Photostroms in Resonanz. Auch in diesem Fall konnte ein Purcell-Faktor uber eine Anpassung ermittelt werden, die einen Wert von Fp = 4,3 ± 1,3 ergab. Des Weiteren wird die koharente optische Manipulation eines exzitonischen Qubits in einem Quantenpunkt-Mikrosaulenresonator gezeigt. Die koharente Wechselwirkung des Zwei-Niveau-Systems mit den Lichtpulsen des Anregungslasers fuhrt zu Rabi-Oszillationen in der Besetzungswahrscheinlichkeit des Quantenpunktgrundzustandes, die uber dessen Photostrom ausgelesen werden konnen. Uber eine Anderung der Polarisation des Anregungslasers wurde hier eine Variation der Kopplung zwischen dem Quantenemitter und dem elektromagnetischen Feld demonstriert.
Interferenz von ununterscheidbaren Photonen aus Halbleiterquantenpunkten:
Fur die meisten technologischen Anwendungen in der Quantenkommunikation und speziell in einem Quantenrepeater sollten die verwendeten Quellen nicht nur einzelne sondern auch ununterscheidbare Photonen aussenden. Vor diesem Hintergrund wurden Experimente zur Interferenz von ununterscheidbaren Photonen aus Halbleiterquantenpunkten in planaren Resonatorstrukturen durchgefuhrt. Dazu wurde zunachst die Interferenz von Photonen aus einer Quelle demonstriert. Im Fokus der Untersuchungen stand hier der Einfluss der Anregungsbedingungen auf die Visibilitat der Zwei-Photonen-Interferenz. So konnte in nichtresonanter Dauerstrichanregung ein nachselektierter Wert der Visibilitat von V = 0,39 gemessen werden. Um den nicht nachselektierten Wert der Visibilitat der Zwei-Photonen-Interferenz zu bestimmen, wurde die Einzelphotonenquelle gepulst angeregt. Wahrend die Visibilitat fur nichtresonante Anregung in die Benetzungsschicht uber ein Wiederbefullen und zusatzliche Dephasierungsprozesse durch Ladungstrager auf einen Wert von 12% reduziert ist, konnte unter p-Schalen-Anregung in einem Hong-Ou-Mandel-Messaufbau eine hohe Visibilitat von v = (69 ± 1) % erzielt werden. Auserdem wurde die Interferenz von zwei Photonen aus zwei raumlich getrennten Quantenpunkten
demonstriert. Hierbei konnte eine maximale Visibilitat von v = (39 ± 2)% fur gleiche Emissionsenergien der beiden Einzelphotonenquellen erzielt werden. Durch die Anderung der Photonenenergie uber eine Temperaturvariation eines der beiden Quantenpunkte konnten die Photonen der beiden Quellen zunehmend unterscheidbar gemacht werden. Dies auserte sich in einer Abnahme der Interferenz-Visibilitat. Um noch grosere Visibilitaten der Zwei-Photonen-Interferenz zu erreichen, ist die resonante Anregung des Quantenpunktexzitons vielversprechend. Deswegen wurde ein konfokales Dunkelfeldmikroskop fur Experimente zur Resonanzfluoreszenz aufgebaut und bereits Einzelphotonenemission sowie das Mollowtriplet im Resonanzfluoreszenzspektrum eines Quantenpunktexzitons nachgewiesen.
Zeitkontinuierliche Messungen sind ein etablierter Teil und Grundlage vieler quantenoptischer Experimente. Diese Arbeit untersucht mögliche Ansätze zur Verwendung von Homodyn-Detektion von Licht für die effiziente Erzeugung und Verifikation von nicht-trivialen Quantenzuständen in unterschiedlichen Systemen. Im ersten Teil verwenden wir ein Feedback-Schema basierend auf der interferometrischen Messung von Licht und lokalem Feedback, um eine effektive Vielteilchenwechselwirkung mit inhärenter kollektiver Dissipation zwischen N lokalen Quantensystemen zu generieren. Unser oberstes Ziel ist es, dieses konzeptuell einfache Schema für die zuverlässige Erzeugung von verschränkten Vielteilchenzuständen zwischen voneinander entfernten, nicht-wechselwirkenden Quantensystemen zu nutzen, was die Voraussetzung für eine Reihe von Quanteninformationsprotokollen ist. Um die Machbarkeit dieses Vorhabens einzuschätzen, verallgemeinern wir ein bekanntes Feedbackprotokoll von einem Paar auf N Zwei-Level-Systeme und zeigen, dass es in der Tat deterministisch verschränkte Vielteilchenzustände erzeugt. Eine weitere wichtige Anwendung ist Quantensimulation, bei der ein leicht zugängliches System verwendet wird, um eine gewünschte Quantendynamik zu emulieren, die sonst nur schwer zu simulieren ist. Als konkretes Fallbeispiel zeigen wir, wie man eine effektive Ising- Wechselwirkung mit beliebiger Reichweite und Geometrie zwischen N Zwei-Level-Systemen realisiert und wir untersuchen den Effekt der resultierenden Dissipation. Im zweiten Teil zeigen wir, wie man Retrodiktion verwendet, also der Rückschluss auf Eigenschaften eines vergangenen Zustands aus zukünftigen Beobachtungen, um eine Aufzeichnung kontinuierlicher Messungen als instantane POVM-Messung des Anfangszustands eines observierten Systems zu interpretieren. Wiederholte POVM-Messungen an einem Ensemble identischer Quantenzustände können verwendet werden, um den zugrunde liegenden Dichteoperator mittels Zustands-Tomographie zu rekonstruieren. Dies erlaubt es, vorliegende nicht-trivialen Quantenzustände bei ausreichender Auflösung der POVM nachzuweisen. Wir konzentrieren uns auf lineare Systeme, leiten die Bewegungsgleichungen der Kumulanten von allgemeinen Quantenzuständen und POVM-Elementen her und zeigen, dass stabile Dynamik jeden Operator dazu bringt, im stationären Zustand zu einem Gaußschen Operator zu werden. Wir wenden die Retrodiktion auf ein optomechanisches System im Regime der schwachen Kopplung an. Hier zeigen wir, dass große Kooperativität, Cq > 1, und effiziente Homodyn-Detektion zusammen die Retrodiktion einer quantenrauschaufgelösten POVM ermöglichen, so wie sie auch die Erzeugung konditionaler gequetschter Zustände erlauben.