Das Omnipotenzial- Eine ontologische Grundthese für die Physik
Markus Biberger
Abstract Die physikalische Wirklichkeit basiert im Fundament weder auf Raum und Zeit noch auf Materie, Energie oder quantisierten Feldern. Sie gründet auf dem Omnipotenzial – der zeitlosen Gesamtheit aller logisch konsistenten und widerspruchsfreien Möglichkeiten, die jeder räumlich-zeitlichen oder physikalischen Manifestation als konstitutive Bedingung vorausgeht. Diese Arbeit überwindet den infiniten Begründungsregress etablierter physikalischer und metaphysischer Modelle, indem sie aus vier minimalen Axiomen eine geschlossene prä-physikalische Ontologie deduziert: Prä-Physikalität: Das Omnipotenzial existiert nicht in Raum und Zeit, sondern bildet deren ontologische Voraussetzung. Vollständigkeit: Es umfasst sämtliche logisch konsistenten Möglichkeiten als reine Realisierungsfähigkeiten. Innere Durchsetzung: Jede Möglichkeit, deren interne Struktur in sich hinreichend stabil ist oder durch konsistente Wechselwirkung mit anderen Möglichkeiten Stabilität erfährt, aktualisiert sich immanent – ohne äußeren Akteur oder kausalen Erstimpuls. Immanenter Abdruck: Jede aktualisierte Erscheinung trägt eine unablösbare strukturelle Spur ihrer Herkunft aus dem Omnipotenzial in sich. Über drei operative Manifestationsprinzipien (Realisierungsstärke, Dimensionalitätsschwelle, kumulative Wirkung) werden vierzehn logische Ableitungen entwickelt, die zentrale ungelöste Probleme der modernen Physik als strukturelle Konsequenzen eines einzigen Prinzips auflösen – ohne Einführung hypothetischer Teilchen oder zusätzlicher Raumdimensionen: Der klassische Substanz- und Teilchenbegriff wird durch das relationale Konzept der Realisierungsspitze ersetzt. Dimensionalität (Raumzeit) ist kein vorgegebener Behälter, sondern ein relatives, emergentes Produkt der Realisierungsstärke innerhalb einer lokalen Verdichtungszone – als konsequente Fortführung der Relativierungen von Newton und Einstein. Masselose Prozesse (wie Photonen) unterschreiten die Dimensionalitätsschwelle, besitzen kein Eigenbezugssystem und erfahren weder Raum noch Zeit. Quantenmechanische Paradoxien (Messproblem, Kollaps der Wellenfunktion, Delayed-Choice-Experiment, Quantenverschränkung) sowie das kosmologische Informationsparadoxon lösen sich als perspektivische Artefakte einer verabsolutierten Raumzeitannahme auf. Das Higgs-Feld wird als operativer Ausdruck der lokalen Dimensionalitätsschwelle identifiziert (Auflösung des Hierarchieproblems), während die Baryonasymmetrie als zeitlose Stabilitätsbedingung asymmetrischer Verdichtungszonen hergeleitet wird. Gravitation erweist sich als prä-dimensionales Gewicht im Omnipotenzial, wodurch „Dunkle Materie“ als rein gravitative Deformationssignatur orthogonaler Nachbarzonen und „Zeit“ als irreversibles, kumulatives Informationsregister des immanenten Abdrucks verstehbar werden. Offene Grenze der Theorie: Die deduktive Ableitung der exakten numerischen Werte der lokalen Naturkonstanten (c, \hbar, G) wird nicht beansprucht, sondern als Resultat immanenter struktureller Selektion eingeordnet. Obgleich prä-physikalisch fundiert, formuliert die Arbeit explizite empirische Falsifikationskriterien an den Rändern unserer Verdichtungszone. Schlüsselwörter: Omnipotenzial · Realisierungsspitze · Dimensionalitätsschwelle · Immanenter Abdruck · Verdichtungszone · Prä-physikalische Ontologie · Grundlagen der Quantenmechanik · Kosmologie Honorierende Anmerkung: Die Auflösung des klassischen Teilchenbegriffs in reine Realisierungsspitzen steht in enger geistiger Verwandtschaft zu den späteren naturphilosophischen Überlegungen von Hans-Peter Dürr. Er beschrieb vermeintliche Elementarteilchen als vorübergehende „Wirks“ und „Passierchens“ – als Manifestationen reiner Wechselwirkung innerhalb eines umfassenderen, unteilbaren Geschehens. Obgleich die vorliegende Arbeit eine eigenständige axiomatische Deduktion darstellt, erweist sie sich als hochgradig kohärent mit Dürrs Begriffen: Realisierungsspitzen fungieren je nach Schwellenstatus zugleich als „Passierchens“ (prozesshafte Durchgangs-Erscheinungen ohne stabile Eigenidentität) und als „Wirks“ (wirkende Knotenpunkte mit eigener Dimensionalität und Masse). Sein beharrliches Aufzeigen, dass die Quantenwelt keine materiellen Substanzen, sondern reines Beziehungsgeschehen kennt, hat den epistemischen Raum geöffnet, um eine Ontologie zu formulieren, die bei den Gesetzmäßigkeiten der Möglichkeiten beginnt statt bei den Dingen.
•Jul 7, 2026•0 citations