Abstract Die physikalische Wirklichkeit basiert im Fundament weder auf Raum und Zeit noch auf Materie, Energie oder quantisierten Feldern. Sie gründet auf dem Omnipotenzial – der zeitlosen Gesamtheit aller logisch konsistenten und widerspruchsfreien Möglichkeiten, die jeder räumlich-zeitlichen oder physikalischen Manifestation als konstitutive Bedingung vorausgeht. Diese Arbeit überwindet den infiniten Begründungsregress etablierter physikalischer und metaphysischer Modelle, indem sie aus vier minimalen Axiomen eine geschlossene prä-physikalische Ontologie deduziert: Prä-Physikalität: Das Omnipotenzial existiert nicht in Raum und Zeit, sondern bildet deren ontologische Voraussetzung. Vollständigkeit: Es umfasst sämtliche logisch konsistenten Möglichkeiten als reine Realisierungsfähigkeiten. Innere Durchsetzung: Jede Möglichkeit, deren interne Struktur in sich hinreichend stabil ist oder durch konsistente Wechselwirkung mit anderen Möglichkeiten Stabilität erfährt, aktualisiert sich immanent – ohne äußeren Akteur oder kausalen Erstimpuls. Immanenter Abdruck: Jede aktualisierte Erscheinung trägt eine unablösbare strukturelle Spur ihrer Herkunft aus dem Omnipotenzial in sich. Über drei operative Manifestationsprinzipien (Realisierungsstärke, Dimensionalitätsschwelle, kumulative Wirkung) werden vierzehn logische Ableitungen entwickelt, die zentrale ungelöste Probleme der modernen Physik als strukturelle Konsequenzen eines einzigen Prinzips auflösen – ohne Einführung hypothetischer Teilchen oder zusätzlicher Raumdimensionen: Der klassische Substanz- und Teilchenbegriff wird durch das relationale Konzept der Realisierungsspitze ersetzt. Dimensionalität (Raumzeit) ist kein vorgegebener Behälter, sondern ein relatives, emergentes Produkt der Realisierungsstärke innerhalb einer lokalen Verdichtungszone – als konsequente Fortführung der Relativierungen von Newton und Einstein. Masselose Prozesse (wie Photonen) unterschreiten die Dimensionalitätsschwelle, besitzen kein Eigenbezugssystem und erfahren weder Raum noch Zeit. Quantenmechanische Paradoxien (Messproblem, Kollaps der Wellenfunktion, Delayed-Choice-Experiment, Quantenverschränkung) sowie das kosmologische Informationsparadoxon lösen sich als perspektivische Artefakte einer verabsolutierten Raumzeitannahme auf. Das Higgs-Feld wird als operativer Ausdruck der lokalen Dimensionalitätsschwelle identifiziert (Auflösung des Hierarchieproblems), während die Baryonasymmetrie als zeitlose Stabilitätsbedingung asymmetrischer Verdichtungszonen hergeleitet wird. Gravitation erweist sich als prä-dimensionales Gewicht im Omnipotenzial, wodurch „Dunkle Materie“ als rein gravitative Deformationssignatur orthogonaler Nachbarzonen und „Zeit“ als irreversibles, kumulatives Informationsregister des immanenten Abdrucks verstehbar werden. Offene Grenze der Theorie: Die deduktive Ableitung der exakten numerischen Werte der lokalen Naturkonstanten (c, \hbar, G) wird nicht beansprucht, sondern als Resultat immanenter struktureller Selektion eingeordnet. Obgleich prä-physikalisch fundiert, formuliert die Arbeit explizite empirische Falsifikationskriterien an den Rändern unserer Verdichtungszone. Schlüsselwörter: Omnipotenzial · Realisierungsspitze · Dimensionalitätsschwelle · Immanenter Abdruck · Verdichtungszone · Prä-physikalische Ontologie · Grundlagen der Quantenmechanik · Kosmologie Honorierende Anmerkung: Die Auflösung des klassischen Teilchenbegriffs in reine Realisierungsspitzen steht in enger geistiger Verwandtschaft zu den späteren naturphilosophischen Überlegungen von Hans-Peter Dürr. Er beschrieb vermeintliche Elementarteilchen als vorübergehende „Wirks“ und „Passierchens“ – als Manifestationen reiner Wechselwirkung innerhalb eines umfassenderen, unteilbaren Geschehens. Obgleich die vorliegende Arbeit eine eigenständige axiomatische Deduktion darstellt, erweist sie sich als hochgradig kohärent mit Dürrs Begriffen: Realisierungsspitzen fungieren je nach Schwellenstatus zugleich als „Passierchens“ (prozesshafte Durchgangs-Erscheinungen ohne stabile Eigenidentität) und als „Wirks“ (wirkende Knotenpunkte mit eigener Dimensionalität und Masse). Sein beharrliches Aufzeigen, dass die Quantenwelt keine materiellen Substanzen, sondern reines Beziehungsgeschehen kennt, hat den epistemischen Raum geöffnet, um eine Ontologie zu formulieren, die bei den Gesetzmäßigkeiten der Möglichkeiten beginnt statt bei den Dingen.
Abstract Die physikalische Wirklichkeit basiert im Fundament weder auf Raum und Zeit noch auf Materie, Energie oder quantisierten Feldern. Sie gründet auf dem Omnipotenzial – der zeitlosen Gesamtheit aller logisch konsistenten und widerspruchsfreien Möglichkeiten, die jeder räumlich-zeitlichen oder physikalischen Manifestation als konstitutive Bedingung vorausgeht. Diese Arbeit überwindet den infiniten Begründungsregress etablierter physikalischer und metaphysischer Modelle, indem sie aus vier minimalen Axiomen eine geschlossene prä-physikalische Ontologie deduziert: Prä-Physikalität: Das Omnipotenzial existiert nicht in Raum und Zeit, sondern bildet deren ontologische Voraussetzung. Vollständigkeit: Es umfasst sämtliche logisch konsistenten Möglichkeiten als reine Realisierungsfähigkeiten. Innere Durchsetzung: Jede Möglichkeit, deren interne Struktur in sich hinreichend stabil ist oder durch konsistente Wechselwirkung mit anderen Möglichkeiten Stabilität erfährt, aktualisiert sich immanent – ohne äußeren Akteur oder kausalen Erstimpuls. Immanenter Abdruck: Jede aktualisierte Erscheinung trägt eine unablösbare strukturelle Spur ihrer Herkunft aus dem Omnipotenzial in sich. Über drei operative Manifestationsprinzipien (Realisierungsstärke, Dimensionalitätsschwelle, kumulative Wirkung) werden vierzehn logische Ableitungen entwickelt, die zentrale ungelöste Probleme der modernen Physik als strukturelle Konsequenzen eines einzigen Prinzips auflösen – ohne Einführung hypothetischer Teilchen oder zusätzlicher Raumdimensionen: Der klassische Substanz- und Teilchenbegriff wird durch das relationale Konzept der Realisierungsspitze ersetzt. Dimensionalität (Raumzeit) ist kein vorgegebener Behälter, sondern ein relatives, emergentes Produkt der Realisierungsstärke innerhalb einer lokalen Verdichtungszone – als konsequente Fortführung der Relativierungen von Newton und Einstein. Masselose Prozesse (wie Photonen) unterschreiten die Dimensionalitätsschwelle, besitzen kein Eigenbezugssystem und erfahren weder Raum noch Zeit. Quantenmechanische Paradoxien (Messproblem, Kollaps der Wellenfunktion, Delayed-Choice-Experiment, Quantenverschränkung) sowie das kosmologische Informationsparadoxon lösen sich als perspektivische Artefakte einer verabsolutierten Raumzeitannahme auf. Das Higgs-Feld wird als operativer Ausdruck der lokalen Dimensionalitätsschwelle identifiziert (Auflösung des Hierarchieproblems), während die Baryonasymmetrie als zeitlose Stabilitätsbedingung asymmetrischer Verdichtungszonen hergeleitet wird. Gravitation erweist sich als prä-dimensionales Gewicht im Omnipotenzial, wodurch „Dunkle Materie“ als rein gravitative Deformationssignatur orthogonaler Nachbarzonen und „Zeit“ als irreversibles, kumulatives Informationsregister des immanenten Abdrucks verstehbar werden. Offene Grenze der Theorie: Die deduktive Ableitung der exakten numerischen Werte der lokalen Naturkonstanten (c, \hbar, G) wird nicht beansprucht, sondern als Resultat immanenter struktureller Selektion eingeordnet. Obgleich prä-physikalisch fundiert, formuliert die Arbeit explizite empirische Falsifikationskriterien an den Rändern unserer Verdichtungszone. Schlüsselwörter: Omnipotenzial · Realisierungsspitze · Dimensionalitätsschwelle · Immanenter Abdruck · Verdichtungszone · Prä-physikalische Ontologie · Grundlagen der Quantenmechanik · Kosmologie Honorierende Anmerkung: Die Auflösung des klassischen Teilchenbegriffs in reine Realisierungsspitzen steht in enger geistiger Verwandtschaft zu den späteren naturphilosophischen Überlegungen von Hans-Peter Dürr. Er beschrieb vermeintliche Elementarteilchen als vorübergehende „Wirks“ und „Passierchens“ – als Manifestationen reiner Wechselwirkung innerhalb eines umfassenderen, unteilbaren Geschehens. Obgleich die vorliegende Arbeit eine eigenständige axiomatische Deduktion darstellt, erweist sie sich als hochgradig kohärent mit Dürrs Begriffen: Realisierungsspitzen fungieren je nach Schwellenstatus zugleich als „Passierchens“ (prozesshafte Durchgangs-Erscheinungen ohne stabile Eigenidentität) und als „Wirks“ (wirkende Knotenpunkte mit eigener Dimensionalität und Masse). Sein beharrliches Aufzeigen, dass die Quantenwelt keine materiellen Substanzen, sondern reines Beziehungsgeschehen kennt, hat den epistemischen Raum geöffnet, um eine Ontologie zu formulieren, die bei den Gesetzmäßigkeiten der Möglichkeiten beginnt statt bei den Dingen.
Präsemantische Rekonstruktion quantenmechanischer Setzbarkeit Diese Arbeit ist Teil des präsemantischen Fundamentalbereichs der Logistika. Sie untersucht einen abgegrenzten Setzungsbereich unter den Bedingungen operativer Bestimmbarkeit und führt diesen ohne vorausgesetzte semantische, ontologische oder fachliche Festlegung. Der untersuchte Bereich wird nicht als gegebener Gegenstand vorausgesetzt, sondern hinsichtlich der Bedingungen rekonstruiert, unter denen seine Setzungen unterscheidbar, beziehbar, fortsetzbar, stabilisierbar und begrenzbar geführt werden können. Die Arbeit steht innerhalb des bestehenden präsemantischen Werkzusammenhangs und trägt zu dessen formaler und wissenschaftlicher Anschlussfähigkeit bei, ohne den Gegenstandsbereich durch fachliche oder ontologische Zusatzsetzungen zu erweitern. Diese Schrift entwickelt keine Quantenmechanik im fachphysikalischen oder mathematischen Sinn. Sie ersetzt weder den Hilbertraumformalismus, die Operatorrechnung, die Spektralordnung, die Born-Zuordnung, die experimentelle Prüfung noch bestehende quantenmechanische Ausarbeitungen. Sie liefert keine neuen Naturgesetze, keine neue Interpretation quantenmechanischer Vorgänge und keine Aussage darüber, wie Wirklichkeit unabhängig von physikalischer Setzung beschaffen sei. Ihr Gegenstand ist die präsemantische Setzbarkeit quantenmechanischer Grundformen. Untersucht werden die operativen Bedingungen, unter denen Zustand, Zustandsraum, Superposition, Kohärenz, statistische Mischung, Operator, Observable, Eigenwert, Eigenzustand, Wahrscheinlichkeitsamplitude, Erwartungswert, Messung, Messkontext, Kompatibilität, Inkompatibilität, Unschärfe, Zeitentwicklung, Komposition, Separierbarkeit, Verschränkung, Dekohärenz, Ergebnisregistrierung und Zustandsaktualisierung als unterscheidbar, referenzierbar, relationierbar, transformierbar, fortsetzbar und begrenzbar geführt werden können. Die Arbeit steht im Anschluss an Logistika II – Die Wissenschaft der Strukturelation des Bezuges unter Operation sowie an die Folgearbeiten zur mathematischen Setzbarkeit, Messbarkeit, Referenz, relationalen Setzbarkeit, physikalischen Setzbarkeit und Grenze. Sie übernimmt deren Grundsatz, dass Begriffe keine ursprünglichen Bedeutungsträger oder Gegenstandsbezeichnungen sind, sondern operative Bestimmungen. Quantenmechanische Formen werden daher nicht als unmittelbare Eigenschaften einer vorausgesetzten Wirklichkeit behandelt. Sie erscheinen als fachlich gebundene Setzungsordnungen, deren präsemantische Voraussetzungen in Operation, Differenz, Bezug, Referenz, Relation, Sequenz, Transformation, Stabilisierung, Inversion und Grenze rekonstruiert werden. Die Schrift bindet die untersuchten Formen ausdrücklich an die vier Stabilisierungsformen der Logistika II zurück: Annäherung, Lokalisierung, Aggregation und Neutralisierung. Diese Zuordnung ist keine Klassifikation quantenmechanischer Gegenstände. Sie bezeichnet die jeweils leitende operative Weise, in der Differenz stabilisiert wird. Relation, Sequenz, Transformation, Inversion und Grenze bleiben davon unterschiedene Grund-, Führungs- oder Reichweitenbestimmungen; eine fünfte Stabilisierungsform wird nicht eingeführt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den quantenmechanisch spezifischen Zusammensetzungen: – Superposition wird von statistischer Mischung durch die Bedingung kohärenter gemeinsamer Fortsetzung unterschieden. – Inkompatibilität wird nicht als bloße technische Störung, sondern als Grenze gemeinsamer oder reihenfolgeunabhängiger Operator- und Messführung untersucht. – Verschränkung wird als nicht-separierbare Ko-Stabilisierung zusammengesetzter Zustandssetzung rekonstruiert. – Messung wird nicht auf einen einzelnen Abbruch reduziert, sondern als zusammengesetzte Ordnung von Präparation, Referenz, Kontext, Kopplung, Ergebnisregistrierung und möglicher Zustandsaktualisierung geführt. – Unschärfe erscheint nicht als bloße Unwissenheit, sondern als operator- und zustandsgebundenes Grenzprofil gemeinsamer Bestimmtheitsführung. – Dekohärenz, Ergebnisregistrierung und Kollaps werden unterschieden. Ein Kollaps wird weder als notwendiger physikalischer Vorgang noch als metaphysische Veränderung vorausgesetzt, sondern als bedingte Abbruch- oder Aktualisierungslesart bestimmter Ausarbeitungen markiert. Die Arbeit dient zugleich als Härtetest der präsemantischen Rekonstruktion. An einem hochformalisierten und interpretationssensiblen Gegenstandsbereich wird geprüft, ob die Setzungsordnung der Logistika II ihre Ebenentrennung, Vierformenbindung, Referenzführung und Grenzmarkierung beibehalten kann, ohne fachliche Physik durch präsemantische Bestimmungen zu ersetzen. Die vorgeschlagene Rekonstruktion ist daher keine Konkurrenz zur Quantenmechanik. Sie ist eine Vorfeldanalyse quantenmechanischer Setzbarkeit und eine Prüfung der Bedingungen, unter denen quantenmechanische Formen überhaupt operativ geführt, unterschieden und in ihrer Reichweite begrenzt werden können. Diese Veröffentlichung ist Teil des Werkverbunds der Logistika-Arbeiten von Andreas Jung. Der Werkverbund umfasst Logistika I bis Logistika VI sowie ergänzende Spezial- und Folgearbeiten. Die vorliegende Schrift ist als eigenständige Spezialfolgearbeit zur Logistika II und als nachgeordnete Vertiefung der Präsemantischen Rekonstruktion physikalischer Setzbarkeit einzuordnen. __________________________________________________________________________________________________________-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Ergänzende methodische Hinweise und operative Prüfung Die in Logistika II formulierte Axiomatik ist nicht ausschließlich textuell zu verstehen. Teile ihrer Strukturordnung wurden in ausführbaren digitalen Prüfumgebungen umgesetzt. Unter: https://www.logistika-system.de steht eine digitale Umgebung zur Verfügung, in der zentrale Strukturprinzipien – insbesondere Differenz, Bezug, Referenz, Relation, Stabilisierung, Mehrführung, Verschränkung und operative Grenzbedingungen – in interaktiven Testsystemen nachvollzogen werden können. Diese Systeme ersetzen weder physikalische Experimente noch mathematische Simulationen der Quantenmechanik. Sie dienen der operativen Prüfung präsemantischer Strukturbedingungen. Untersucht werden insbesondere Konsistenz, Anschlussfähigkeit, Mehrreferenz, Ko-Stabilisierung, Konflikt, Abbruch und strukturelle Grenze. Die digitale Umgebung dient damit nicht als empirischer Nachweis quantenmechanischer Aussagen. Sie ergänzt die Schrift, indem sie zeigt, dass ausgewählte präsemantische Bedingungen nicht nur sprachlich formulierbar, sondern auch als operative Prüfstrukturen ausführbar sind. __________________________________________________________________________________________________________-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Rechte- und Nutzungshinweis Diese Veröffentlichung steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution–NonCommercial–NoDerivatives 4.0 International. Die Lizenz erlaubt die nicht-kommerzielle Weitergabe der unveränderten Originalfassung unter Namensnennung. Sie gestattet keine Verbreitung bearbeiteter Fassungen. Rechte an gesondert veröffentlichten Softwareimplementierungen, Quelltexten, Benutzeroberflächen oder technischen Prüfsystemen werden durch diese Veröffentlichung nicht eingeräumt; für diese gelten die jeweils gesondert angegebenen Nutzungsbedingungen. Wissenschaftliche Rezeption und Zitation bleiben ausdrücklich möglich. __________________________________________________________________________________________________________-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Autor: Andreas JungVeröffentlicht: Juli 2026Lizenz: CC BY-NC-ND 4.0 International Kontakt:info@logistika-system.de Web:www.logistika-system.de
Nach dem Energieerhaltungssatz kann Energie nicht erzeugt, sondern nur von einer Form in eine andere umgewandelt werden. In einem energetisch abgeschlossenen System muß dem-gemäß die Gesamtenergie konstant bleiben. Die vorliegende Arbeit geht grundsätzlich der Frage nach, inwieweit dieses physikalische Gesetz überhaupt noch Platz für eine mentale Energie läßt, zumal eine solche Wirkkraft unausweichlich eine Überdetermination zu begrün-den scheint. Ich stelle u.a. jene Überlegungen der Quantenphysik vor, welche mir geeignet erscheinen, die Kluft zwischen Geist und Materie überbrücken zu können. Zum einen des-halb, weil sie die althergebrachte Vorstellung von Materie in Frage stellen, zum anderen, weil sie die Einwirkung des Bewußtseins und das Verhältnis von Objektivität und Subjektivität beleuchten. Es scheint, als besäße das Elektron keine vom Bewußtsein unabhängigen Eigenschaften und als wäre in der Quantentheorie das Objekt vom Subjekt prinzipiell nicht zu trennen. Die Quantenmechanik kennt nichtlokale Verbindungen, die weder mit Energie, noch mit Mechanik, noch mit herkömmlicher kausaler Verknüpfung zu tun haben. Die Nichtlokali-tät stellt somit eine Korrelation, nicht einen kausalen Zusammenhang, wie etwa eine Wechsel-wirkung dar, da keinerlei Signalübertragung stattfindet. Die kausale Geschlossenheit der Welt kann nur soweit Gültigkeit beanspruchen, als physikalische klassische Systeme als umfassende Darstellungen der Welt angesehen werden können. Die Vorstellung, dass subatomare Teilchen einen bestimmten Weg in Raum und Zeit verfolgen und miteinander interferieren, ist eine rein mentale Konstruktion, die unserem Vor-stellungsvermögen entgegenkommt, aber keinerlei zusätzliche Erklärungskraft besitzt. In der gegenwärtigen Diskussion über mentale Verursachung wird oftmals von einem Dualismus ausgegangen, der meines Erachtens von einem überholten Materiebegriff ausgeht. Bei der „Mental-Energie“ ist das Mentale letztlich nicht geheimnisvoller, als die Energie, und die kausale Verbindung des Geistes mit sogenannter „Materie“ nicht rätselhafter und unmöglich-er, als zwei korrelierte Teilchen, die unabhängig von Zeit, Raum verschränkt sind. Ich versuche zu argumentieren, dass es ein “irreduzibles Selbst“ gibt und dass sein „Innewerden“ möglich ist, ansonsten wir gar nicht wissen und spüren könnten, dass wir beispielsweise zentriert sind, wenn wir in unserer Mitte sind. Die Mitte existiert nur „mitten-drin“, als Mitte von Etwas. Ich behaupte, dass es möglich ist, dieses Etwas durch das „Prinzip der transzendenten Resonanz“, als das nicht hintergehbare Selbst, verstärkt wahrzunehmen. Es ist ein Gewahrwerden seiner selbst durch „Spiegelung“ oder „Nachhall“ des Unverstellten und Wesentlichen in besonderen Lebensmomenten. Das Eigentliche um uns bringt durch Resonanz das Eigentliche in uns zum Anklingen: Das „eigentliche Selbst“. Wir erleben uns selbst nicht nur als Erlebende und Erkennende dieser transzendenten Momente, sondern gleichzeitig auch als feststellende, auffindende, wesensgleiche und somit auf gleicher Wellenlänge seiende Kategorisierer und Bewerter dieser besonderen essentiellen Qualität, die um diese Wertkategorie auch wissen. Auf diese Weise bekommen wir neben diesem erkennenden auch ein ergänzendes Wissen von uns selbst, weil ein Teil unseres „ontischen Ergänzungsbedarfs“ den wir als „ex-zentrische“ Wesen haben, gedeckt wurde. In diesem transzendenten Sich-Selbst-Erleben stillen wir unsere Sehnsucht nach Ganzheit. Die Sehn-sucht nach dieser Komplettierung ist die Quelle aller mentalen Energie.
Mit Hilfe der Semiotik wird untersucht, wie es der Quantenphysik gelingt, Formeln plausibel zumachen, deren zugrunde liegender physikalischer Sachverhalt nicht einem Alltagsverständnis bzw. einem Verständnis im Sinne der klassischen Physik zugänglich ist. Dabei geht es um eine allgemein anerkannte Art des Verständlichmachens bestimmter physikalischer Formeln jenseits der individuellen Ausprägung von Fähigkeiten des Erklärens und Verstehens, sozialer Phänomene und geschichtlicher Entwicklungen, indem man diesen Formeln jeweils ein bestimmtes Experiment zur Seite stellt. Das Experiment ist dabei so gewählt, dass das physikalische Phänomen, das in der Formel beschrieben wird, im Experiment untersucht wird, so dass sich die Formel dann als Auswertung des Experimentes ergibt. Um den schillernden Begriff des Verständnisses auf das für die Untersuchung Notwendige zu beschränken, wird der Begriff Plausibilisierung eingeführt. In einer hermeneutischen Herangehensweise wird ein geeignetes semiotisches Modell dieser wesentlichen argumentativen Figur der Physik anhand von drei Beispielen physikalischer Phänomene entwickelt: die geradlinige Bewegung eines Körpers mit konstanter Geschwindigkeit für die klassische Physik, das Spektrum des energetisch angeregten Wasserstoffs für die ältere Quantenphysik und die Streuung von Elektronen am Doppelspalt für die moderne Quantenphysik. Für jedes der drei Beispiele lassen sich die betreffende Formel und das zugehörige Experiment jeweils als Zeichen auffassen. Lässt sich die Situation der klassischen Physik gut mit dreistelligen Zeichen erfassen, erweist sich der zweistellige Zeichenbegriff für die Situation der Quantenphysik als adäquater. Die Plausibilisierung als Gefüge dieser beiden Zeichen zwingt nicht zu der Annahme, dass einer Formel als Kompositionen von Elementen der Ausdrucksseite eines gewöhnlichen Textes ein Element auf der Inhaltsseite entspricht. Vielmehr dient die zu plausibilisierende Formel dazu, Elemente der Wirklichkeit auf der Ausdrucks- und Inhaltsseite aufeinander zu beziehen. Die Wirkungsweise des Zeichens in der Plausibilisierung der Quantenphysik ist damit nicht negiert, sondern adäquater als beim gewöhnlichen Text in der Physik. Die Plausibilisierung erlaubt, die semantische Interpretation von Formeln zu relativieren, ohne auf ein Verständnis ihrer zeichenbezogenen Funktionsweise verzichten zu müssen.
Die Quantentheorie und die Theorie der quantenmechanischen Messung ermoglichen es, Aussagen uber quantenphysikalische Systeme (Atome, Kerne, Elementarteilchen) zu machen, die an diesen Systemen experimentell nachgepruft werden konnen.Beispiele fur solche Aussagen sind z.B. ,,das Elektron hat den Impuls p" oder ,,der Atomkern hat einen Drehimpuls J".Wie fur die Aussagen aller Wissensgebiete wird man zunachst auch fur diese Aussagen erwarten, daR sie den Regeln der Logik gehorchen.Tatsachlich ist das aber nicht der Fall.Es hat sich namlich gezeigt, daB von den Regeln der Aussagenlogik, die zuerst von den Stoikern aufgestellt wurden, spater im Mittelalter und in der modernen mathematischen Logik wieder aufgegriffen wurden, nur noch ein Teil fur Aussagen uber Quantenphanomene richtig bleibtl).2)3 9, 4).Einige dieser Regeln verlieren ihre Gultigkeit.Derjenige Teil der logischen Regeln, der auch noch in der Quantenphysik gilt, wird gewohnlich als Quantenlogik bezeichnet.Es handelt sich also bei der Quantenlogik nicht um eine ,,neue" Logik, die im Bereich des Atomaren gilt, sondern um eine restriktive Logik, die weniger enthalt als die uns bekannte klassische Aussagenlogik.Der heutige Physiker ist im allgemeinen leicht geneigt zu glauben, daR irgendeine Disziplin, die in der Philosophie vergangener Jahrhunderte fur wahr gehalten wurde, durch die moderne Physik widerlegt sei.Das kommt einerseits daher, daR viele Physiker empiristisch denken, d. h. in diesem Falle, daB sie geneigt sind zu glauben, man konne alle auf die Erfahrung bezogenen Behauptungen auch durch Erfahrungen -z.B. der Atomphysikwiderlegen. Anderseits sprechen fur eine solche Einstellung die schlechten Erfahrungen, die die Physik mit Begriffen und Satzen gemacht hat, die in der philosophischen Tradition uberliefert wurden.Die Verknupfung von Raum und Zeit in der Relativitatstheorie oder das Versagen des Kausalgesetzes in der Quantentheorie gehoren zu diesem Problemkreis.Man wird deshalb versucht sein, auch eine Restriktion der Aussagenlogik in der modernen Atomphysik einfach als eine neue Erfahrung hinzunehmen.Dies ist jedoch nicht ohne weiteres moglich.Die groRte Schwierigkeit, die sich einer solchen Einstellung entgegenstellt, ist die Tatsache, daB die klassische Aussagenlogik wahr ist.Und zwar ist die Aussagenlogik keineswegs in einem empirischen Sinne wahr, sondern sie ist wahr durch das unmittelbare Einleuchten (die Evidenz) ihrer Satze, deren Gultigkeit somit auf keinen bestimmten Gegenstandsbereich eingeschrankt ist.Wie das im Einzelnen 2x1 verstehen ist, sol1 im ersten Teil auseinandergesetzt werden.Nehmen wir zunachst einmal die Evidenz der klassischen Logik als gegeben an, so entsteht die Frage, wie es moglich sein kann, daR fur die Aussagen der Quantenphysik nur eine restriktive Logik, die Quantenlogik, gilt.
Die Quantentheorie stellt eines der anspruchsvollsten und erfolgreichsten Theorieprojekte der Menschheitsgeschichte dar. Sie ist eine, wenn nicht die Universaltheorie der Physik. Die Geschichte ihrer Deutung und die Auseinandersetzung um ihre Interpretation berühren jedoch weitaus mehr als nur das Feld der theoretischen Physik. Eine solche Theorieanlage zerstört ontologische Gewissheiten. Sie stellt den Beobachter in Frage und sie lässt uns ahnen, was zu erwarten ist, wenn wir uns in anderen Feldern mit komplexen Phänomenen beschäftigen, die mit der Beobachterproblematik infiziert sind. Als transklassische Physik ist die Quantentheorie gleichsam auf »Welten ohne Grund« gebaut und enttäuscht damit die Hoffnung, sich Sinnfragen durch die Physik oder Mathematik entledigen zu können. Homolog zu den Hochformen mystischer Reflexion kann uns die Auseinandersetzung um die Deutung der Quantenphysik allerdings eine Ahnung vermitteln, was das Geheimnis der konditionierten Koproduktion von System und Umwelt – Reflexion und Welt – für uns bedeuten kann, und uns möglicherweise dabei helfen, in Welten ohne Grund heimisch zu werden. Hierbei wird deutlich, dass hochgetriebene Theorie, die sich in ihren Abstraktionen in hohem Maße von der lebensweltlichen Wirklichkeit löst, nicht im Widerspruch zur Möglichkeit von Welterkenntnis steht. Im Gegenteil, erst ein hinreichend elaboriertes und mit eigenen, intern konditionierten Konsistenzzwängen ausgestattetes Theoriegebilde stellt die Bedingung zur Möglichkeit von Reflexion und Erkenntnisgewinnung dar.
Der Doppelspalt gehört zu den bekanntesten Experimenten der Quantenphysik. Seine Messergebnisse werden durch die etablierte Quantenmechanik mit hoher Präzision beschrieben. Die philosophische Frage beginnt dort, wo ein einzelner Versuch in einem konkreten, eindeutigen Ereignis endet, während die vorausgehende quantenmechanische Struktur mehrere interferierende Möglichkeiten umfasst. Die vorliegende Arbeit untersucht diese Spannung aus der Perspektive der Selbstreferenziellen Gegensatz-Theorie (SrGT). Im Zentrum stehen Gegenwart, Ereignis, Identität, Raum, Beziehung, Unbestimmtheit, Ursache, Zufall, Determinismus, Dekohärenz, Verschränkung und Freiheit. Die SrGT versteht das einzelne Quantenereignis nicht als nachträgliche Auswahl eines bereits vollständig feststehenden klassischen Weges, sondern als Vollendung einer Identitäts-Raum-Relation. Eine zentrale philosophische Unterscheidung lautet: Bestimmtheit ist nicht Vorausbestimmtheit; Nichtvorhersagbarkeit ist nicht notwendig Ursachlosigkeit. Die Arbeit entwickelt daraus einen Gegenwartsbegriff, in dem Wirklichkeit als Vollendung einer konkreten Relation verstanden wird, ohne daraus eine experimentell bestätigte Alternative zur Quantenmechanik oder einen Beweis einer bestimmten Metaphysik abzuleiten. Die Arbeit ist eine philosophische Fortsetzungs- und Synthesearbeit auf Grundlage der beiden SrGT-Doppelspaltarbeiten Teil I und Teil II. christian.janisch@srgt-research.org