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Physikalische Blätter

Quantenchaos zum Anfassen — das Mikrowellenbillard

H.‐J. Stöckmann

Published Feb 1, 1997• 7 citations
Publisher

Abstract

Abstract Die mathematische Äquivalenz zwischen zeitunabhängiger Schrödinger‐Gleichung und Helmholtz‐Gleichung ermöglicht einen experimentellen Zugang zum Studium der Quantenmechanik klassisch chaotischer Systeme. In flachen quasi‐zweidimensionalen Mikrowellenresonatoren ist die Äquivalenz vollständig, einschließlich der Randbedingungen. Die experimentellen Möglichkeiten werden an drei Beispielen aus den Bereichen der Zufallsmatrizen, der Eigenwertdynamik und der Semiklassik demonstriert.

DOI
10.1002/phbl.19970530205

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Stern‐Gerlach‐Medaille: Billardspiel mit Mikrowellen: Die Analogie zwischen Schrödinger‐Gleichung und Helmholtz‐Gleichung ermöglicht Experimente zum Quantenchaos

A. Richter

Abstract Bei der quantenmechanischen Beschreibung klassisch chaotischer Systeme findet man ein generisches Verhalten, das sich grundlegend von dem klassisch regulärer Systeme unterscheidet. Dieses als Quantenchaos bekannte Phänomen lässt sich sowohl in echten Quantensystemen, wie z. B. Atomkernen, als auch in analogen Modellsystemen wie flachen Mikrowellenresonatoren beobachten. Darüber hinaus können die Methoden zur Behandlung des Quantenchaos auf das allgemeine wellenmechanische Chaos in Systemen erweitert werden, deren Verhalten durch eine vektorielle Wellengleichung beschrieben wird.

Physikalische Blätter•Jul 1, 2001•0 citations

Die Schrödinger‐Gleichung

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Eigenschaften von Pilzbillards und Korrelationsfunktionen von Streumatrixelementen in Mikrowellenresonatoren

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Gegenstand der vorliegenden Arbeit sind Untersuchungen zu den quantenmechanischen Zuständen pilzförmiger Billardsysteme sowie zu den Streueigenschaften klassischer und quantenmechanischer offener Billards. Basierend auf einer Analogie zwischen Quantenbillards und flachen elektromagnetischen Kavitäten wurden hierzu Experimente mit Mikrowellenresonatoren durchgeführt. Pilzbillards sind Systeme mit gemischter Dynamik mit der besonderen Eigenschaft, dass ihr klassischer Phasenraum klar in einen regulären und einen chaotischen Bereich getrennt ist. Daher stellen sie ideale Systeme zum Studium der Wechselwirkung von Regularität und Chaos dar. In dieser Arbeit wurden erstmals die Eigenschaften von pilzförmigen Quantenbillards untersucht. Hierzu wurden Resonanzspektren supraleitender Mikrowellenbillards sowie Intensitätsverteilungen des elektrischen Feldes bei Raumtemperatur gemessen. Die Eigenwertspektren wurden mit statistischen Methoden untersucht. Es wurden zwei wesentliche Punkte herausgearbeitet: Erstens wurde deutlich, dass in klassischen Quantenpilzbillards dominante, kurze periodische Bahnen existieren können, die eine Superschalenstruktur in der Niveaudichte des entsprechenden Quantenbillards verursachen. Die Einflüsse dieser Bahnen manifestieren sich sogar in der Verteilung der Abstände benachbarter Eigenwerte. Dieses Ergebnis ist verwunderlich, da typischerweise nur langreichweitige Korrelationen der Spektren durch kurze Bahnen beeinflusst werden. Zweitens wurden in den untersuchten Größen Signaturen des in der klassischen Mechanik verbotenen dynamischen Tunnelns erkannt. Pilzbillards erscheinen als ideale Systeme, um diesen komplizierten Effekt, der in allen Systemen mit gemischter Dynamik gegenwärtig ist und zur Zeit auf großes Interesse im Quantenchaos stößt, näher zu untersuchen. Andererseits konnten, trotz der Wechselwirkung vermöge des Tunneleffektes, fast alle Eigenwerte des Systems einem chaotischen bzw. regulären Teilspektrum zugeordnet werden. Dies ist auf die scharfe Trennung des klassischen Phasenraums zurückzuführen. In den gemessenen Intensitätsverteilungen macht sich diese Trennung ebenfalls bemerkbar. Durch eine überlagerung der Verteilungen der chaotischen Zustände wurde die mittlere Aufenthaltswahrscheinlichkeit für ein quantenmechanisches Teilchen im Billard bestimmt, sie folgt ihrem klassischen Analogon bis auf Quanteneffekte in der Größenordnung der Wellenlänge. Weiterhin wurden klassische Pilzbillards mit einer öffnung am Rand in numerischen Simulationen untersucht. Sie stellen ein Streusystem dar, bei dem von außen eingebrachte Teilchen eine gewisse Zeit lang reguläres Verhalten zeigen, bevor sie wieder austreten. Die Verweildauer im Billard kann nicht jeden beliebigen Wert annehmen. Die erlaubten Zeiten sind sehr selektiv, und die ersten von ihnen zeigen eine Systematik ähnlich der in Fibonacci-Folgen. Durch eine Analyse der möglichen Teilchenbahnen konnte sie verstanden werden. Die Ergebnisse erscheinen z.B. für Nanostrukturen relevant. Auch ohne eine echte öffnung stellt ein Mikrowellenbillard ein offenes Streusystem dar, bei dem Energie über Antennen durch den Resonator transportiert wird. Dieser Prozess ist mit einer Compoundkernreaktion vergleichbar, bei der ein Targetkern mit einem Teilchen oder einem Quant beschossen wird und einen Compoundkern bildet, der schließlich zerfällt. Die offenen Reaktionskanäle entsprechen im Resonator den Antennen und den Ohmschen Verlusten in den Wänden. Für eine Beschreibung im Rahmen der Zufallsmatrixtheorie wird für Atomkerne wie auch Resonatoren der selbe Ansatz für die Streumatrix benutzt. Während in der Kernphysik nur der Wirkungsquerschnitt experimentell zugänglich ist, können in Mikrowellenbillards Amplitude und Phasen der Streumatrixelemente bestimmt werden. Daher ist es möglich, theoretische Vorhersagen von Verbaarschot, Weidenmüller und Zirnbauer (VWZ) für die Autokorrelationsfunktion der Streumatrixelemente unter Verwendung großer Datensätze zu testen. Von besonderem Interesse ist hierbei der übergangsbereich zwischen isolierten Resonanzen und dem Bereich der Ericson-Fluktuationen, in dem die Resonanzen stark überlappen. Im Rahmen dieser Arbeit wurden die Streumatrixelemente eines chaotischen Billardsystems gemessen. Es wurde gezeigt, dass das Modell die gemessenen Daten gut beschreibt. Hierfür wurde die theoretische Vorhersage an die Fourierkoeffizienten des gemessenen Spektrums angepasst. Deren Fehler sind nicht korreliert. Ein Fahrplan für ein ausstehendes, statistisch fundiertes Testverfahren der Vorhersagen von VWZ konnte erarbeitet werden.

•Jan 1, 2008•1 citation

Anwendungen der Quantenmechanik

Arthur Beiser

Selbst die Lösung der vergleichsweise einfachen zeitunabhängigen Schrödinger-Gleichung erfordert meist komplizierte mathematische Verfahren. Jedoch ist die Quantenmechanik die Theorie, die der experimentellen Realität am nächsten kommt. Daher müssen wir hier ihre Verfahren und Anwendungen kennenlernen, wenn wir überhaupt ein Verständnis der modernen Physik gewinnen wollen. Wir werden sehen, daß wir sogar mit wenig Mathematik den Gedanken folgen können, die zu den größten Leistungen der Quantenmechanik geführt haben.

Vieweg+Teubner eBooks•Jan 1, 1983•1 citation

Scattering fidelity in chaotic microwave billiards

Bernd Johann Köber

Im Rahmen dieser Arbeit wurde mit Hilfe von Mikrowellenexperimenten die zeitabhängige Stabilität von Quantensystemen gegen Störungen untersucht. Für flache Mikrowellen-Resonatoren ist die zugehörige Wellengleichung äquivalent zur Schrödingergleichung, deshalb eignen sich Messungen an so genannten Mikrowellenbillards um quantenmechanische Fragestellungen experimentell zu untersuchen. Um in Quantensystemen die Stabilität der Zeitentwicklung gegen Störungen zu quantifizieren hat Peres das Überlappintegral der Zeitentwicklung des gleichen Anfangszustands unter einem ungestörten und einem gestörten Hamiltonian eingeführt. Diese Größe nennt man Fidelity oder Loschmidt Echo; sie lässt sich in Mikrowellenbillards unter Verwendung der Scattering Fidelity, die sich für chaotische Systeme und schwache Kopplung der Messantennen der gewöhnliche Fidelity annähert, bestimmen. Im ersten Teil dieser Arbeit werden Untersuchungen des Fidelity-Abfalls in einem klassisch chaotischen Mikrowellenbillard, das durch einen Stempel lokal am Rand deformiert (gestört) werden kann, vorgestellt. Ein vorhergesagter, nicht monotoner Übergang des Loschmidt Echos vom Fermi-Golden-Rule- zum Escape-Rate-Regime, der mit der Vergrößerung der lokalen Störung des Randes einhergeht, wurde experimentell bestätigt. Des weiteren wurden im Experiment deutliche Oszillationen der Abfallrate in Abhängigkeit der Stempelposition gefunden, die quantitativ mit den zugehörigen theoretischen Ergebnissen aus semiklassischen Beschreibungen zu lokalen Randstörungen übereinstimmen. Im zweiten Teil dieser Arbeit wurde der Abfall der Fidelity in einem Mikrowellen-Resonator, bei dem die Kopplung variiert wurde, untersucht. Die als Kopplungsfidelity bezeichnete Größe wurde experimentell zunächst für einen angeflanschten Wellenleiter mit variabler Spaltöffnung untersucht. Dabei zeigt sich der Effekt auf die Fidelity durch die Variation der Randbedingung als größer als der Effekt durch die Änderung der Kopplung. Deshalb wurde anstatt des Kanals ein Billard mit einer eingebrachten Antennen mit drei verschiedenen Abschlüssen untersucht. Zum einen wurde die Antenne mit einer Reflexion am festen und offenen Ende und zum anderen mit einem absorbierenden Abschluss versehen. Eine quantitative Übereinstimmung mit der theoretischen Beschreibung, die auf einer modifizierten Verbaarschot, Weidenmüller, Zirnbauer (VWZ) Theorie beruht, wurde gefunden.

•Jan 1, 2012•0 citations
Abstract Die mathematische Äquivalenz zwischen zeitunabhängiger Schrödinger‐Gleichung und Helmholtz‐Gleichung ermöglicht einen experimentellen Zugang zum Studium der Quantenmechanik klassisch chaotischer Systeme. In flachen quasi‐zweidimensionalen Mikrowellenresonatoren ist die Äquivalenz vollständig, einschließlich der Randbedingungen. Die experimentellen Möglichkeiten werden an drei Beispielen aus den Bereichen der Zufallsmatrizen, der Eigenwertdynamik und der Semiklassik demonstriert.
Abstract Bei der quantenmechanischen Beschreibung klassisch chaotischer Systeme findet man ein generisches Verhalten, das sich grundlegend von dem klassisch regulärer Systeme unterscheidet. Dieses als Quantenchaos bekannte Phänomen lässt sich sowohl in echten Quantensystemen, wie z. B. Atomkernen, als auch in analogen Modellsystemen wie flachen Mikrowellenresonatoren beobachten. Darüber hinaus können die Methoden zur Behandlung des Quantenchaos auf das allgemeine wellenmechanische Chaos in Systemen erweitert werden, deren Verhalten durch eine vektorielle Wellengleichung beschrieben wird.
Gegenstand der vorliegenden Arbeit sind Untersuchungen zu den quantenmechanischen Zuständen pilzförmiger Billardsysteme sowie zu den Streueigenschaften klassischer und quantenmechanischer offener Billards. Basierend auf einer Analogie zwischen Quantenbillards und flachen elektromagnetischen Kavitäten wurden hierzu Experimente mit Mikrowellenresonatoren durchgeführt. Pilzbillards sind Systeme mit gemischter Dynamik mit der besonderen Eigenschaft, dass ihr klassischer Phasenraum klar in einen regulären und einen chaotischen Bereich getrennt ist. Daher stellen sie ideale Systeme zum Studium der Wechselwirkung von Regularität und Chaos dar. In dieser Arbeit wurden erstmals die Eigenschaften von pilzförmigen Quantenbillards untersucht. Hierzu wurden Resonanzspektren supraleitender Mikrowellenbillards sowie Intensitätsverteilungen des elektrischen Feldes bei Raumtemperatur gemessen. Die Eigenwertspektren wurden mit statistischen Methoden untersucht. Es wurden zwei wesentliche Punkte herausgearbeitet: Erstens wurde deutlich, dass in klassischen Quantenpilzbillards dominante, kurze periodische Bahnen existieren können, die eine Superschalenstruktur in der Niveaudichte des entsprechenden Quantenbillards verursachen. Die Einflüsse dieser Bahnen manifestieren sich sogar in der Verteilung der Abstände benachbarter Eigenwerte. Dieses Ergebnis ist verwunderlich, da typischerweise nur langreichweitige Korrelationen der Spektren durch kurze Bahnen beeinflusst werden. Zweitens wurden in den untersuchten Größen Signaturen des in der klassischen Mechanik verbotenen dynamischen Tunnelns erkannt. Pilzbillards erscheinen als ideale Systeme, um diesen komplizierten Effekt, der in allen Systemen mit gemischter Dynamik gegenwärtig ist und zur Zeit auf großes Interesse im Quantenchaos stößt, näher zu untersuchen. Andererseits konnten, trotz der Wechselwirkung vermöge des Tunneleffektes, fast alle Eigenwerte des Systems einem chaotischen bzw. regulären Teilspektrum zugeordnet werden. Dies ist auf die scharfe Trennung des klassischen Phasenraums zurückzuführen. In den gemessenen Intensitätsverteilungen macht sich diese Trennung ebenfalls bemerkbar. Durch eine überlagerung der Verteilungen der chaotischen Zustände wurde die mittlere Aufenthaltswahrscheinlichkeit für ein quantenmechanisches Teilchen im Billard bestimmt, sie folgt ihrem klassischen Analogon bis auf Quanteneffekte in der Größenordnung der Wellenlänge. Weiterhin wurden klassische Pilzbillards mit einer öffnung am Rand in numerischen Simulationen untersucht. Sie stellen ein Streusystem dar, bei dem von außen eingebrachte Teilchen eine gewisse Zeit lang reguläres Verhalten zeigen, bevor sie wieder austreten. Die Verweildauer im Billard kann nicht jeden beliebigen Wert annehmen. Die erlaubten Zeiten sind sehr selektiv, und die ersten von ihnen zeigen eine Systematik ähnlich der in Fibonacci-Folgen. Durch eine Analyse der möglichen Teilchenbahnen konnte sie verstanden werden. Die Ergebnisse erscheinen z.B. für Nanostrukturen relevant. Auch ohne eine echte öffnung stellt ein Mikrowellenbillard ein offenes Streusystem dar, bei dem Energie über Antennen durch den Resonator transportiert wird. Dieser Prozess ist mit einer Compoundkernreaktion vergleichbar, bei der ein Targetkern mit einem Teilchen oder einem Quant beschossen wird und einen Compoundkern bildet, der schließlich zerfällt. Die offenen Reaktionskanäle entsprechen im Resonator den Antennen und den Ohmschen Verlusten in den Wänden. Für eine Beschreibung im Rahmen der Zufallsmatrixtheorie wird für Atomkerne wie auch Resonatoren der selbe Ansatz für die Streumatrix benutzt. Während in der Kernphysik nur der Wirkungsquerschnitt experimentell zugänglich ist, können in Mikrowellenbillards Amplitude und Phasen der Streumatrixelemente bestimmt werden. Daher ist es möglich, theoretische Vorhersagen von Verbaarschot, Weidenmüller und Zirnbauer (VWZ) für die Autokorrelationsfunktion der Streumatrixelemente unter Verwendung großer Datensätze zu testen. Von besonderem Interesse ist hierbei der übergangsbereich zwischen isolierten Resonanzen und dem Bereich der Ericson-Fluktuationen, in dem die Resonanzen stark überlappen. Im Rahmen dieser Arbeit wurden die Streumatrixelemente eines chaotischen Billardsystems gemessen. Es wurde gezeigt, dass das Modell die gemessenen Daten gut beschreibt. Hierfür wurde die theoretische Vorhersage an die Fourierkoeffizienten des gemessenen Spektrums angepasst. Deren Fehler sind nicht korreliert. Ein Fahrplan für ein ausstehendes, statistisch fundiertes Testverfahren der Vorhersagen von VWZ konnte erarbeitet werden.
Selbst die Lösung der vergleichsweise einfachen zeitunabhängigen Schrödinger-Gleichung erfordert meist komplizierte mathematische Verfahren. Jedoch ist die Quantenmechanik die Theorie, die der experimentellen Realität am nächsten kommt. Daher müssen wir hier ihre Verfahren und Anwendungen kennenlernen, wenn wir überhaupt ein Verständnis der modernen Physik gewinnen wollen. Wir werden sehen, daß wir sogar mit wenig Mathematik den Gedanken folgen können, die zu den größten Leistungen der Quantenmechanik geführt haben.
Im Rahmen dieser Arbeit wurde mit Hilfe von Mikrowellenexperimenten die zeitabhängige Stabilität von Quantensystemen gegen Störungen untersucht. Für flache Mikrowellen-Resonatoren ist die zugehörige Wellengleichung äquivalent zur Schrödingergleichung, deshalb eignen sich Messungen an so genannten Mikrowellenbillards um quantenmechanische Fragestellungen experimentell zu untersuchen. Um in Quantensystemen die Stabilität der Zeitentwicklung gegen Störungen zu quantifizieren hat Peres das Überlappintegral der Zeitentwicklung des gleichen Anfangszustands unter einem ungestörten und einem gestörten Hamiltonian eingeführt. Diese Größe nennt man Fidelity oder Loschmidt Echo; sie lässt sich in Mikrowellenbillards unter Verwendung der Scattering Fidelity, die sich für chaotische Systeme und schwache Kopplung der Messantennen der gewöhnliche Fidelity annähert, bestimmen. Im ersten Teil dieser Arbeit werden Untersuchungen des Fidelity-Abfalls in einem klassisch chaotischen Mikrowellenbillard, das durch einen Stempel lokal am Rand deformiert (gestört) werden kann, vorgestellt. Ein vorhergesagter, nicht monotoner Übergang des Loschmidt Echos vom Fermi-Golden-Rule- zum Escape-Rate-Regime, der mit der Vergrößerung der lokalen Störung des Randes einhergeht, wurde experimentell bestätigt. Des weiteren wurden im Experiment deutliche Oszillationen der Abfallrate in Abhängigkeit der Stempelposition gefunden, die quantitativ mit den zugehörigen theoretischen Ergebnissen aus semiklassischen Beschreibungen zu lokalen Randstörungen übereinstimmen. Im zweiten Teil dieser Arbeit wurde der Abfall der Fidelity in einem Mikrowellen-Resonator, bei dem die Kopplung variiert wurde, untersucht. Die als Kopplungsfidelity bezeichnete Größe wurde experimentell zunächst für einen angeflanschten Wellenleiter mit variabler Spaltöffnung untersucht. Dabei zeigt sich der Effekt auf die Fidelity durch die Variation der Randbedingung als größer als der Effekt durch die Änderung der Kopplung. Deshalb wurde anstatt des Kanals ein Billard mit einer eingebrachten Antennen mit drei verschiedenen Abschlüssen untersucht. Zum einen wurde die Antenne mit einer Reflexion am festen und offenen Ende und zum anderen mit einem absorbierenden Abschluss versehen. Eine quantitative Übereinstimmung mit der theoretischen Beschreibung, die auf einer modifizierten Verbaarschot, Weidenmüller, Zirnbauer (VWZ) Theorie beruht, wurde gefunden.