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Wallstein Verlag eBooks

Quantenphysiker auf Abwegen. Erwin Schrödingers Kanonlektüren als konstitutiver Bestandteil seiner wissenschaftlich-publizistischen Praxis

Magdalena Gronau, Martin Gronau

Published Jan 1, 2024• 0 citations
Publisher
DOI
10.5771/9783835385924-123

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Als im Oktober 1917 das Institut für Theoretische Physik unter seinem langjährigen Direktor Max Planck (1858-1947) den gerade als Erweiterungsbau fertiggestellten Ostflügel des Universitätsgebäudes bezog, befand sich die physikalische Forschung in Berlin auf einem Höhepunkt. Nicht nur an der Universität, sondern auch an der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt sowie in den Forschungsstätten der Großbetriebe wie Siemens und AEG waren namhafte Wissenschaftler am Werk, um die Entwicklung der Physik auf verschiedenen Gebieten voranzutreiben. So verlangte die aufkommende Elektrifizierung nach leistungsfähigen Lichtquellen, was umfangreiche Untersuchungen auf dem Gebiet der Strahlungsgesetze erforderte. Die daraus resultierenden experimentellen Ergebnisse bildeten die Basis für Plancks theoretische Überlegungen, die zur Begründung der Quantentheorie führten. Dafür wurde Max Planck 1918 mit dem Nobelpreis für Physik geehrt. Als er im Herbst 1926 in den Ruhestand trat, hatte er Erwin Schrödinger als seinen Nachfolger gewonnen, der im selben Jahr mit seiner Abhandlung »Quantisierung als Eigenwertproblem« die Wellenmechanik begründet hatte.
Vor seiner Emeritierung war David Bohm Professor für theoretische Physik am Birkbeck College in London. Er gilt seit über dreißig Jahren weltweit als führende Autorität auf dem Gebiet der Quantenmechanik. Auf ihn geht die Neuformulierung des EPR-Experiments in seiner modernen Form zurück. Während seiner wissenschaftlichen Laufbahn war Bohm der führende Vertreter der Interpretationen der verborgenen Variablen und verfaßte zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten mit dem Ziel einer gesicherten Theorie. Mit seinem Mitarbeiter Basil Hiley hat er vor kurzem eine nicht-lokale Theorie der Quantenmechanik entworfen, die von dem Gedanken des «Quantenpotentials» ausgeht. Einen großen Ruf genießen auch Bohms philosophische Überlegungen zur modernen Physik.