Die Erweiterung der Vernunft
S. M. Markus
Bohrs geistige Väter sind ebenso komplementär wie die raumzeitliche und kausale Beschreibungsweise der Physik. Es sind dies die Yin-Yang-Philosophie in China und die Philosophie der christlichen Existenz bei Sören Kierkegaard. Beide versuchen, die grundlegenden Paradoxien des Seins zu umschreiben, die Yin-Yang-Philosophie für das Universum, Kierkegaard für den Menschen. Während Yin und Yang jedoch Polaritäten innerhalb des Grossen Einen darstellen, zielt Kierkegaard auf die Zerrissenheit des Menschen, die in dieser Welt nicht in Harmonie auflösbar ist. Wie stark Bohr von Yin und Yang inspiriert war, zeigt sein von ihm selbst entworfenes Wappen. Es enthält das Symbol von Yin und Yang mit der Überschrift «Contraria sunt complementa» (die Gegensätzlichkeiten sind komplementär).1
Birkhäuser Basel eBooks•Jan 1, 1986•0 citations