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Vieweg+Teubner eBooks

Niels Bohr zum 60. Geburtstag

Wolfgang Ernst Friederich Pauli

Published Jan 1, 1984• 0 citations
Publisher

Abstract

ZusammenfassungDieser Band, zu dem Wissenschaftler aus vielen Nationen dreier Erdteile trotz der Ungunst der Zeitverhältnisse Beiträge geliefert haben, bezeugt, daß Professor Niels Bohrs 60. Geburtstag, der 7. Oktober 1945, nicht nur sein privater, persönlicher Festtag ist, sondern ein hohes Fest der ganzen wissenschaftlichen Gemeinde der Physiker *).

DOI
10.1007/978-3-322-88799-3_4

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Begegnung mit der Meisterin: Die Quantentheorie persönlich

Nick Herbert

Über der Eingangstür des Landhauses von Niels Bohr war ein Hufeisen an die Wand genagelt. Dies soll einen Besucher zu der Frage angeregt haben: „Herr Professor Bohr, Sie glauben doch nicht allen Ernstes daran, daß ein Hufeisen über dem Eingang Ihrem Heim Glück bringt?“ „Nein“, war die Antwort Bohrs, „ich halte bestimmt nichts von diesem Aberglauben. Aber wissen Sie“, fügte er hinzu, „man sagt, es bringe auch dann Glück, wenn man gar nicht daran glaubt.“

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1985 feiern die Physiker Niels Bohrs hundertsten Geburtstag.Diesem Gedenken sol1 auch der heutige Vortrag dienen.Soll man genau einen Physiker dieser hundert Jahre nennen, so ist es Einstein.Er war, so darf man sagen, der Genius des Jahrhunderts, von elementarer schopferischer Kraft.Die Relativitatstheorie ist sein Werk, die Quantentheorie ist durch ihn auf den Weg gekommen.Alle Jungeren stehen im Bann seiner Einsichten.Soll man einen zweiten nennen, so ist es Bohr.Er war der frdgende Meister der Atomtheorie.Er drang in Bereiche vor, denen Einstein sich verschloB.Die Vollendung der Quantentheorie ist das Werk seiner Schule.Die beiden Manner waren Freunde.Einsteins Sekretarin Helene Dukas sagte: ,,Sie haben sich heiB und innig geliebt."([l], S. 416) Als alter Mann schrieb Einstein uber Bohrs fruhe Arbeiten zur Quantentheorie des Atombaus: ,,Das ist hochste Musikalitat auf dem Gebiete des Gedankens."([2], S. 46) Aber in der Deutung der Quantentheorie trennten sich ihre Wege.Man wird sagen miissen, daB Bohr das lebenslange Streitgesprach der Freunde gewonnen hat.I. Bohr als Person Lebenslauf

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Abstract Der Autor, Professor für Physik, ist zur Zeit Rektor der Universität Zagreb (Jugoslawien). Sein Beitrag ist dem Buch „Quanten und Felder”︁ entnommen, das, von Prof. H. P. Dürr zum 70sten Geburtstag von Prof. W. Heisenberg herausgegeben, im Verlag Friedr. Vieweg und Sohn (Braunschweig) 1971 erschienen ist. Die Ausführungen Prof. Supeks sind aus der Fülle von 24 Beiträgen des Werkes unter Beratung des Herausgebers der Geburtstagsschrift ausgewählt worden und werden hier im Einvernehmen mit dem Verlag wiedergegeben. Die Wahl fiel auf diesen Beitrag, weil er weder ausschließlich philosophisch‐historische Fragen behandelt, noch in die Tiefe quantenmechanischer Spezialfragen führt. Die gesellschaftspolitischen Aspekte der Ausführungen des Autors waren ein weiterer Grund, gerade diesen Artikel zur Vertretung des Buches zu Heisenbergs Geburtstag zu wählen.

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Niels Bohr zum f�nfzigsten Geburtstage am 7. Oktober 1935

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IX. Kritik an der Kopenhagener Deutung

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In die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts fielen nicht nur die Umwälzungen der Physik durch Relativitätstheorie und Quantentheorie. Es war auch eine Zeit, in der die Physiker zu Philosophen wurden - und dies aus Notwendigkeit und mit Konsequenzen, wie dieses Buch zeigt. Zu Unrecht klage man darüber, daß unsere Generation keine Philosophen habe, soll schon Adolf von Harnack gesagt haben: "Die Philosophen sitzen jetzt nur in der anderen Fakultät, sie heißen Planck und Einstein." Einstein hat auch die Begründung dafür vorgezeichnet, warum er und seine Kollegen die Philosophie nicht den Philosophen überlassen konnten. In einer Zeit, in der die Physiker über ein festes, nicht angezweifeltes System verfügten, möge dies wohl in Ordnung gewesen sein, schreibt er, "nicht aber in einer Zeit, in welcher das ganze Fundament der Physik problematisch geworden ist". Nur der Physiker selbst jedoch fühle und wisse am besten, wo ihn der Schuh drückt. In einer aufwendig recherchierten, auf die Originalquellen zurückgreifenden und umfassenden Darstellung analysiert der Naturwissenschaftler und Philosophiehistoriker Erhard Scheibe dieses neue Verhältnis von Physik und Philosophie und den dazugehörigen Typus des philosophierenden Physikers, der die Physik bis heute nachhaltig prägt. Zum Buch In die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts fielen nicht nur die Umwälzungen der Physik durch Relativitätstheorie und Quantentheorie. Es war auch eine Zeit, in der die Physiker zu Philosophen wurden - und dies aus Notwendigkeit und mit Konsequenzen, wie dieses Buch zeigt. Zu Unrecht klage man darüber, daß unsere Generation keine Philosophen habe, soll schon Adolf von Harnack gesagt haben: "Die Philosophen sitzen jetzt nur in der anderen Fakultät, sie heißen Planck und Einstein." Einstein hat auch die Begründung dafür vorgezeichnet, warum er und seine Kollegen die Philosophie nicht den Philosophen überlassen konnten. In einer Zeit, in der die Physiker über ein festes, nicht angezweifeltes System verfügten, möge dies wohl in Ordnung gewesen sein, schreibt er, "nicht aber in einer Zeit, in welcher das ganze Fundament der Physik problematisch geworden ist". Nur der Physiker selbst jedoch fühle und wisse am besten, wo ihn der Schuh drückt. In einer aufwendig recherchierten, auf die Originalquellen zurückgreifenden und umfassenden Darstellung analysiert der Naturwissenschaftler und Philosophiehistoriker Erhard Scheibe dieses neue Verhältnis von Physik und Philosophie und den dazugehörigen Typus des philosophierenden Physikers, der die Physik bis heute nachhaltig prägt.

C.H.Beck eBooks•Jan 1, 2007•0 citations
ZusammenfassungDieser Band, zu dem Wissenschaftler aus vielen Nationen dreier Erdteile trotz der Ungunst der Zeitverhältnisse Beiträge geliefert haben, bezeugt, daß Professor Niels Bohrs 60. Geburtstag, der 7. Oktober 1945, nicht nur sein privater, persönlicher Festtag ist, sondern ein hohes Fest der ganzen wissenschaftlichen Gemeinde der Physiker *).
1985 feiern die Physiker Niels Bohrs hundertsten Geburtstag.Diesem Gedenken sol1 auch der heutige Vortrag dienen.Soll man genau einen Physiker dieser hundert Jahre nennen, so ist es Einstein.Er war, so darf man sagen, der Genius des Jahrhunderts, von elementarer schopferischer Kraft.Die Relativitatstheorie ist sein Werk, die Quantentheorie ist durch ihn auf den Weg gekommen.Alle Jungeren stehen im Bann seiner Einsichten.Soll man einen zweiten nennen, so ist es Bohr.Er war der frdgende Meister der Atomtheorie.Er drang in Bereiche vor, denen Einstein sich verschloB.Die Vollendung der Quantentheorie ist das Werk seiner Schule.Die beiden Manner waren Freunde.Einsteins Sekretarin Helene Dukas sagte: ,,Sie haben sich heiB und innig geliebt."([l], S. 416) Als alter Mann schrieb Einstein uber Bohrs fruhe Arbeiten zur Quantentheorie des Atombaus: ,,Das ist hochste Musikalitat auf dem Gebiete des Gedankens."([2], S. 46) Aber in der Deutung der Quantentheorie trennten sich ihre Wege.Man wird sagen miissen, daB Bohr das lebenslange Streitgesprach der Freunde gewonnen hat.I. Bohr als Person Lebenslauf
Abstract Der Autor, Professor für Physik, ist zur Zeit Rektor der Universität Zagreb (Jugoslawien). Sein Beitrag ist dem Buch „Quanten und Felder”︁ entnommen, das, von Prof. H. P. Dürr zum 70sten Geburtstag von Prof. W. Heisenberg herausgegeben, im Verlag Friedr. Vieweg und Sohn (Braunschweig) 1971 erschienen ist. Die Ausführungen Prof. Supeks sind aus der Fülle von 24 Beiträgen des Werkes unter Beratung des Herausgebers der Geburtstagsschrift ausgewählt worden und werden hier im Einvernehmen mit dem Verlag wiedergegeben. Die Wahl fiel auf diesen Beitrag, weil er weder ausschließlich philosophisch‐historische Fragen behandelt, noch in die Tiefe quantenmechanischer Spezialfragen führt. Die gesellschaftspolitischen Aspekte der Ausführungen des Autors waren ein weiterer Grund, gerade diesen Artikel zur Vertretung des Buches zu Heisenbergs Geburtstag zu wählen.
In die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts fielen nicht nur die Umwälzungen der Physik durch Relativitätstheorie und Quantentheorie. Es war auch eine Zeit, in der die Physiker zu Philosophen wurden - und dies aus Notwendigkeit und mit Konsequenzen, wie dieses Buch zeigt. Zu Unrecht klage man darüber, daß unsere Generation keine Philosophen habe, soll schon Adolf von Harnack gesagt haben: "Die Philosophen sitzen jetzt nur in der anderen Fakultät, sie heißen Planck und Einstein." Einstein hat auch die Begründung dafür vorgezeichnet, warum er und seine Kollegen die Philosophie nicht den Philosophen überlassen konnten. In einer Zeit, in der die Physiker über ein festes, nicht angezweifeltes System verfügten, möge dies wohl in Ordnung gewesen sein, schreibt er, "nicht aber in einer Zeit, in welcher das ganze Fundament der Physik problematisch geworden ist". Nur der Physiker selbst jedoch fühle und wisse am besten, wo ihn der Schuh drückt. In einer aufwendig recherchierten, auf die Originalquellen zurückgreifenden und umfassenden Darstellung analysiert der Naturwissenschaftler und Philosophiehistoriker Erhard Scheibe dieses neue Verhältnis von Physik und Philosophie und den dazugehörigen Typus des philosophierenden Physikers, der die Physik bis heute nachhaltig prägt. Zum Buch In die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts fielen nicht nur die Umwälzungen der Physik durch Relativitätstheorie und Quantentheorie. Es war auch eine Zeit, in der die Physiker zu Philosophen wurden - und dies aus Notwendigkeit und mit Konsequenzen, wie dieses Buch zeigt. Zu Unrecht klage man darüber, daß unsere Generation keine Philosophen habe, soll schon Adolf von Harnack gesagt haben: "Die Philosophen sitzen jetzt nur in der anderen Fakultät, sie heißen Planck und Einstein." Einstein hat auch die Begründung dafür vorgezeichnet, warum er und seine Kollegen die Philosophie nicht den Philosophen überlassen konnten. In einer Zeit, in der die Physiker über ein festes, nicht angezweifeltes System verfügten, möge dies wohl in Ordnung gewesen sein, schreibt er, "nicht aber in einer Zeit, in welcher das ganze Fundament der Physik problematisch geworden ist". Nur der Physiker selbst jedoch fühle und wisse am besten, wo ihn der Schuh drückt. In einer aufwendig recherchierten, auf die Originalquellen zurückgreifenden und umfassenden Darstellung analysiert der Naturwissenschaftler und Philosophiehistoriker Erhard Scheibe dieses neue Verhältnis von Physik und Philosophie und den dazugehörigen Typus des philosophierenden Physikers, der die Physik bis heute nachhaltig prägt.