Abstract Im ersten Teil seiner Darlegungen (Phys. Bl. 28, 344, 1972) befaßte sich der Verfasser mit den Problemen des Determinismus in der klassischen Wissenschaft und im dialektischen und historischen Materialismus. Von dort aus schritt er fort zu den Auswirkungen der Quantentheorie auf unsere Weltsicht, insbesondere durch die Aufhebung der strengen Subjekt‐Objekt‐Trennung. Es folgte die Behandlung der verschiedenen Begriffe von Wahrheit in Wissenschaft und Leben. Dieser Teil schloß mit Fragen der Macht und des Machtmissbrauches angesichts der Wahrheitsfrage.
In diesem Überblick beabsichtigen wir nicht, die Theorie des quantenmechanischen Meßprozesses mit allen Beweisen darzustellen. Dazu würde der verfügbare Platz nicht ausreichen. Doch scheint es uns wichtig, die physikalischen Probleme auf diesem Gebiet aufgrund des gegenwärtigen Standes der Forschung gerade ohne den Ballast der mathematischen Beweise zusammenhängend darzustellen, um so mehr, als man den Eindruck haben kann, daß manche Probleme gar nicht in ihrer Tiefe gesehen werden, so daß leicht dort etwas oberflächliche Antworten stehen bleiben, wo es tatsächlich notwendig wäre, den physikalischen Sachverhalt noch weiter zu klären. Es soll daher versucht werden, diesen allgemein zu analysieren und eine mögliche Lösung des Problems zu schildern. Auf diesem Wege ist weniges durch Beweise gesichert und vieles nur vermutet, von dem aber zu hoffen ist, daß sich die Vermutungen mit der Zeit Schritt für Schritt exakt begründen lassen werden. Somit stellt dieser Artikel gleichzeitig eine Aufforderung dar, auf diesem Gebiete zu arbeiten.