Weimarer Kultur, Kausalität und Quantentheorie 1918–1927
Paul Forman
ZusammenfassungIn dem vielleicht originellsten und anregendsten Abschnitt seines Buches The Conceptual Development of Quantum Mechanics behauptet Max Jammer, „daß gewisse philosophische Ideen des späten neunzehnten Jahrhunderts nicht nur das geistige Klima für die moderne Quantentheorie vorbereiteten, sondern auch ihre neuen Begriffsbildungen entscheidend prägten.“1 Insbesondere kamen damals „Kontingentismus**, Existentialismus, Pragmatismus und logischer Empirismus als Gegensatz zum traditionellen Rationalismus und zur konventionellen Metaphysik auf. … Die Bejahung einer bestimmten Lebensauffassung und die Ablehnung eines abstrakten Intellektualismus erreichte in der Doktrin des freien Willens und in der Ablehnung eines mechanischen Determinismus oder einer metaphysischen Kausalität ihren Höhepunkt. Diese Denkrichtungen waren sich — wenn auch aus unterschiedlichen Gründen — in der Ablehnung der Kausalität einig und schufen damit sozusagen den philosophischen Hintergrund für die moderne Quantentheorie. Sie lieferten Anregungen während der Phase der neuen Begriffsbildungen und förderten ihre Aufnahme“.2
Vieweg+Teubner eBooks•Jan 1, 1994•1 citation