Die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste ist eine Vereinigung der führenden Forscherinnen und Forscher des Landes. Sie wurde 1970 als Nachfolgeeinrichtung der Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen gegründet. Die Akademie ist in drei wissenschaftliche Klassen für Geisteswissenschaften, für Naturwissenschaften und Medizin sowie für Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften und in eine Klasse der Künste gegliedert. Mit Publikationen zu den wissenschaftlichen Vorträgen in den Klassensitzungen, zu öffentlichen Veranstaltungen und Symposien will die Akademie die Fach- und allgemeine Öffentlichkeit über die Arbeiten der Akademie und ihrer Forschungsstellen informieren.
Die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste ist eine Vereinigung der führenden Forscherinnen und Forscher des Landes. Sie wurde 1970 als Nachfolgeeinrichtung der Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen gegründet. Die Akademie ist in drei wissenschaftliche Klassen für Geisteswissenschaften, für Naturwissenschaften und Medizin sowie für Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften und in eine Klasse der Künste gegliedert. Mit Publikationen zu den wissenschaftlichen Vorträgen in den Klassensitzungen, zu öffentlichen Veranstaltungen und Symposien will die Akademie die Fach- und allgemeine Öffentlichkeit über die Arbeiten der Akademie und ihrer Forschungsstellen informieren.
Die Veröffentlichung dieses Vortrages erfolgt in der Hoffnung, mit diesem kleinen Beitrag diejenigen größeren Bestrebungen zu fördern, welche im allgemeinen das Ziel verfolgen, die verschiedenen Teildisziplinen, in welche unsere Geistigkeit auseinandergefallen ist, einander wieder näherzubringen. Die Abspaltung der Naturwissenschaften und der Mathematik als selbständige Teildisziplinen aus einer ursprünglich einheitlichen, aber vorwissenschaftlichen Naturphilosophie, welche im 17. Jahrhundert einsetzte, war zwar eine notwendige Bedingung für die weitere geistige Entwicklung des Abendlandes. Aber heute scheinen mir die Voraussetzungen für ein erneutes Einverständnis der Physiker und der Philosophen über die erkenntnistheoretischen Grundlagen der wissenschaftlichen Naturbeschreibung erfüllt zu sein. Die Entwicklung der Atomistik und Quantentheorie seit 1910 hat nämlich dazu geführt, daß die Physik allmählich gezwungen war, ihren stolzen Anspruch, im Prinzip die ganze Welt verstehen zu können, aufzugeben. Alle Physiker, welche die Entwicklung bejahen, die in der systematischen Konstruktion des mathematischen Formalismus der Wellenmechanik im Jahre 1927 einen vorläufigen Abschluß fand, müssen zugeben, daß wir heute zwar Naturwissenschaften, aber kein naturwissenschaftliches Weltbild mehr besitzen. Eben dieser Umstand könnte aber als Korrektur der früheren Einseitigkeit den Keim eines Fortschrittes in Richtung auf ein einheitliches Gesamtweltbild in sich tragen, in welchem die Naturwissenschaften nur ein Teil sind. Hierin möchte ich die allgemeinere Bedeutung der Idee der Komplementarität erblicken, welche dank dem dänischen Physiker Niels Bohr aus dem Boden der Physik gewachsen ist.
Die Quantenmechanik ist die grundlegende physikalische Theorie der atomaren und subatomaren Welt. Sie enthält die dem Theoretiker zur Verfügung stehenden Grundregeln, auf die er zurückgreift, wenn er in einem Industrielabor den elektrischen Widerstand eines zu bauenden neuen Halbleiters berechnet oder wenn er die Masse eines in einem Teilchenbeschleuniger zu erzeugenden Teilchens bestimmt. Diese Regeln wurden 1925–1926 in einem deutschsprechendem wissenschaftlichen Umfeld aufgefunden und in intensiver wissenschaftlicher Tätigeit in den folgenden Jahren ausgearbeitet, ebenfalls mit dem Zentrum in Deutschland. Natürlich lag Niels Bohrs Institut in Kopenhagen, und P. A. M. Dirac war ein junger englischer Forschungsstudent der Universität Cambridge, der sich unter den frühesten und allerwichtigsten Mitwirkenden befand. In weitaus überwiegendem Maße wurde die Quantenmechanik aber von Deutschen und Österreichern geschaffen. Als ein Erzeugnis Deutschlands muß sie folglich geeigneterweise auch im Zusammenhang mit der deutschen Kultur betrachtet werden.
Lange waren Quantencomputer – also Computer, die nicht der Logik von „0“ und „1“ folgen, sondern auf Basis quantenmechanischer Zustände arbeiten – ein Thema für Theoretiker und Grundlagenforscher. Inzwischen wagen Forscherinnen und Forscher weltweit erste Realisierungen der Rechner mit dem Science Fiction-Touch. „Quantencomputer werden die klassischen Computer nicht ersetzen, aber ergänzen für die Lösung spezieller Probleme“, prognostiziert der vielfach ausgezeichnete Experimentalphysiker Wolfgang Wernsdorfer. Ihn und drei weitere Quanten-Pioniere hat Podcaster Heiko Behr im Physik-Hochhaus des KIT aufgesucht und sie zu ihrer Forschung und den Anwendungsperspektiven von Quantencomputern befragt. Zwischen Kryostaten und einer berühmten Katzenkiste ist er dabei zu neuen Einsichten gelangt.
Die völlige Neugestaltung, die unser Naturbild in der letzten Zeit durch die großartigen Fortschritte der theoretischen Physik erfahren hat, hat in weiten Kreisen ein lebhaftes Interesse für die Probleme dieses Wissenszweiges geweckt.Manche, denen es an der Zeit oder an den Vorkenntnissen fehlt, um die modernen theoretisch-physikalischen Originalabhandlungen selbst oder um Werke zu studieren, die einzelnen speziellen Gegenständen gewidmet sind, werden vielleicht den Wunsch nach einer nicht zu umfangreichen Darstellung hegen, die von durchaus modernen Gesichtspunkten aus und unter Benutzung moderner Methoden einen Überblick über den gegenwärtigen Stand der gesamten theoretischen Physik gewährt und, ohne zu sehr in Einzelheiten einzugehen, doch ein exaktes Verständnis der Grundlagen und der Hauptprobleme dieser Wissenschaft ermöglicht.
Pas c u a I J 0 r dan beendete am 18. Oktober 1972 sein 70stes Lebensjahr.In den Jahren 1921/22 studierte P. Jordan in Hannover und Gottingen.Er promovierte 1924 bei Max Born in Gottingen, wo er sich 1926 habilitierte.1927 wurde er an der U Hamburg Extraordinarius und glng 1929 nach Rostock, wo er 1935 Ordinarius fUr Theoretische Physik wurde; 1944 bis zum Kriegsende war er Direktor des Instituts fiir Theoretische Physik an der U Berlin.Nach dem Krieg ging er als Ordinarius an die U Hamburg. "Ich habe", schreibt Pascual Jordan einmal, "als mein eigentliches Lebensziel stets noch mehr die Tatigkeit des Naturforschers als die des ausschlieBlichen Physikers empfunden."Die erstaunliche Vielfalt und EinfallsfUlle seiner Arbeiten zeigt, mit welchem Erfolg er dieses Ziel verwirklicht hat.Der Name Jordan laBt zunaehst an die Quantenmechanik und die Quantentheorie der Wellenfelder denken, zu denen er Entscheidendes beigetragen hat.Die Zauberformel pq -qp = h/2rci wurde erstmals in der groBen Arbeit von Born und Jordan vorn September 1925 formuliert und begriindet.Die mit der klassischen Wellenkinematik unvereinbaren, aus der Planckschen Strahlungsformel folgenden Sehwankungsgesetze der Hohlraumstrahlung, mit denen Einstein seine Lichtquantenhypothese begriindet hatte, wurden im letzten, von Jordan stammenden Teil der beriihmten "Dreimannerarbeit" Born-Heisenberg-Jordan aus der auf das Maxwellfeld angewandten Quantentheorie abgeleitet.Die von Jordan und Dirac unabhangig voneinander aufgestellte statistische Transformationstheorie erlaubte die endgultige, allgemeine Fassung der Bornschen statistischen Deutung der Quantentheorie.Durch die antisymmetrische Feldquantisierung verankerte Jordan das Pauliprinzip in den Grundlagen der Feldtheorie.Dariiber hinaus hat Jordan "den ganzen Kreis der Sehopfung' abgeschrltten", mit Beitragen zur Quantenbiologie, EiweiBchemie, Astrophysik, Geophysik und Tiefenpsychoiogie.Dabei hat er immer wieder Argumente zugunsten des auch von Pauli hervorgehobenen Gedankens ausgetuhrt, daB "der neue quantentheoretische Aspekt der Naturbeschreibung, im Oegensatz zu den der klassischen Physik zugrundeliegenden Ideen, die Hoffnung auf eine zukiinftige Entwicklung verschiedener wissenschaftlicher Teildisziplinen in Richtung auf eine groBere Einheit des Ganzen erweckt" (Pauli).Jordans viele auch Nicht-Spezialisten verstandlichen Biicher und vortraae haben das Verstiindnis fUr die Naturwissenschaften und ihre zentrale Stellung 1:1 der Kultur der Gegenwart in weiten Kreisen geweckt.Aullerdem hat Pascual Jordan als Mitglied des drttten Deutschen Bundestages und als Prasident der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz gezeigt, dall ein Gelehrter auch aullerhalb des Elfenbeinturms wirken kann.Die Leistungen Pascual Jordans wurden 1942 durch die Verleihung der Max-Planck-Medaille der DPG und 1955 durch die Carl-Friedrich-Gaull-Medaille der Braunschweiger wissenschaftlichen Gesellschaft gewiirdigt.Er erhielt 1967 den Preis der Gravity-Research-Foundation, New Boston (USA).Er ist o.Mitglied der Akademie Mainz, der er 1963 als Priisident vorstand.Irn Gegensatz zu den meisten Physikern hat Jordan die Mathematik nicht nur als Hilfsmittel der Physik, sondern auch als unabhangtges Gedankengebiiude abstrukter Strukturen bewundert und bereichert.Die von ihm in Zusammenarbcit mit John von Neumann und Eugen Wigner ausgefiihrten Arbeiten iiber potenzassoztative Algebren haben zu der ausgedehnten Theorie der Jordan-