Die „Vestigium-Hypothese“ ist ein theoretisch-philosophisches Gedankenexperiment an der Schnittstelle zwischen moderner Quantenphysik, Informationstheorie und Erkenntnistheorie. Die Arbeit untersucht die fundamentale Frage, ob Informationen über frühere Zustände materieller Systeme im Universum jemals vollständig verloren gehen oder ob Materie strukturelle Spuren ihrer eigenen Vergangenheit in sich trägt. Anhand von zwei anschaulichen Gedankenexperimenten – der hypothetischen atomaren Umwandlung eines Stiftes in ein Kopfkissen sowie dem geschlossenen Kreislauf eines verfaulenden Apfels – werden die praktischen Probleme einer Rekonstruktion sowie die philosophische Frage nach der Identität rekonstruierter Objekte diskutiert. Die Arbeit verknüpft dabei physikalische Konzepte wie das Information-Paradoxon mit philosophischen Fragestellungen über die Natur der Realität und der materiellen Organisation. Es handelt sich um einen theoretischen Beitrag (Working Paper / Preprint), der zum Mitdenken und zur interdisziplinären Diskussion anregen soll.