Ein Ion bildet in einer Ionenfalle ein quantenmechanisches Zwei-Niveau-System: ein Quantenbit. Mit Laserlicht lassen sich zwei oder mehr 40Ca+-Ionen in der Falle so präparieren, dass sie miteinander verschränkte Quantenbits bilden. Mit diesen Qubits sind Grundoperationen der Quanteninformationstechnik durchführbar, zum Beispiel die Herstellung von Bell-Zuständen. Auch die Dichtematrix der Quantenzustände lässt sich damit direkt vermessen. Drei und mehr Ionen können auch auf verschiedene Art miteinander verschränkt werden. Damit bilden Ionen in einer Falle einen idealen Experimentierbaukasten. Er macht alle grundlegenden quantenmechanischen Prozesse einer ganz direkten Beobachtung zugänglich.
Ein Ion bildet in einer Ionenfalle ein quantenmechanisches Zwei-Niveau-System: ein Quantenbit. Mit Laserlicht lassen sich zwei oder mehr 40Ca+-Ionen in der Falle so präparieren, dass sie miteinander verschränkte Quantenbits bilden. Mit diesen Qubits sind Grundoperationen der Quanteninformationstechnik durchführbar, zum Beispiel die Herstellung von Bell-Zuständen. Auch die Dichtematrix der Quantenzustände lässt sich damit direkt vermessen. Drei und mehr Ionen können auch auf verschiedene Art miteinander verschränkt werden. Damit bilden Ionen in einer Falle einen idealen Experimentierbaukasten. Er macht alle grundlegenden quantenmechanischen Prozesse einer ganz direkten Beobachtung zugänglich.
40Ca-Ionen in Ionenfallen bieten als Quantenbits (Qubits) eine gute Basis für Quantencomputer. Sie können Zahlen binär kodieren. Zudem erlauben sie alle überlagerten Quantenzustände, die ein Quantencomputer braucht. Mit nur zwei Grundoperationen lassen sich alle Rechenoperationen ausführen. Eine dieser Operationen ist die Rotation eines Qubits, sie entspricht dem klassischen Inverter von 0 nach 1. Die andere Operation, das CNOT-Gatter, verknüpft zwei Qubits: Analog zur klassischen XOR-Operation schaltet es ein Qubit um, wenn das zweite den Wert 1 hat. Mit diesen Grundoperationen konnte kürzlich die Teleportation von Quanteninformation in Systemen mit drei Ionen demonstriert werden. 2005 gelang es, acht Ionen zu einem Quantenbyte zu verschränken. Im Prinzip sind damit alle Grundbausteine für den Quantencomputer vorhanden, der Weg zu seiner Realisation ist aber noch weit.
Die Kombination eines optischen Resonators und einer Ionenfalle erlaubt QED-Versuche mit einzelnen oder wenigen Teilchen, die mit einer Mode des elektromagnetischen Feldes wechselwirken (Resonator-QED). Am Max-Planck-Institut für Quantenoptik werden seit 1997 Experimente mit einer linearen Paulfalle zur Speicherung von Kalziumionen durchgeführt. Dabei wurde eine ausgezeichnete Lokalisierung des Ions in der Mode eines UV-Resonators demonstriert, und mit einem IR-Resonator gelang die Realisierung einer deterministischen Einzelphotonenquelle. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurde mit dem gleichen System die Langzeit-Stabilität der Kopplung zwischen Ion und elektromagnetischem Feld weiter untersucht. Sie ist eine wichtige Voraussetzung für den Einsatz der Einzelphotonenquelle in der Quanteninformationsverarbeitung. Dazu wurde die Resonatoremission eines einzelnen Ions über einen Zeitraum von 30 min gemessen und statistisch mit Hilfe der Allan-Varianz ausgewertet. Im verwendeten Aufbau war auf einer Zeitskala unterhalb von 30 Sekunden die Schwankung des Photonensignals allein durch die Photonenstatistik aufgrund endlicher Emissions- und Detektionseffizienz bestimmt, während sich erst oberhalb von 200 Sekunden eine geringe Drift des Systems bemerkbar machte. Ein weiterer entscheidender Parameter der Photonenquelle ist die Emissionswahrscheinlichkeit für Einzelphotonen, die für praktische Anwendungen möglichst hoch sein sollte. Es wurden in der Arbeit deshalb Untersuchungen und experimentelle Verbesserungen des Aufbaus vorgenommen, um Wege zur Erhöhung der Effizienz der Photonenquelle zu finden. Dabei spielen Resonatordämpfung und Kopplung zwischen Ion und Feld eine entscheidende Rolle. Um eine geringere Dämpfung des Resonatorfeldes zu erreichen, wurde ein Resonator mit kleinerer Transmissivität des Auskoppelspiegels aufgebaut. Der Austausch des Spiegels machte eine neue Halterung notwendig, da die größere Finesse eine höhere mechanische Stabilität erfordert. Gleichzeitig wurde ein neues Diodenlasersystem bei 920 nm entwickelt, das optisch auf einen Z-Resonator stabilisiert ist. Die Länge des Experimentalresonators wird mit diesem Laser nach dem Pound-Drever-Hall-Verfahren konstant gehalten. Um die Kopplung zwischen Ion und Resonatorfeld so weit zu erhöhen, daß sie zum bestimmenden Faktor für die Dynamik des Systems wird (starke Kopplung), muß der Abstand der Spiegel verringert werden. Allerdings haben experimentelle Untersuchungen und begleitende Berechnungen des Einflusses der dielektrischen Spiegelsubstrate auf das Speicherfeld der Falle mit einem Finite-Elemente-Programm gezeigt, daß sich eine Resonatorlänge unter 6 mm, und damit starke Kopplung, nur mit Hilfe eines miniaturisierten Aufbaus der Falle realisieren läßt. Die im Experiment verwendete lineare Falle erlaubt es, auch mehrere Ionen mit dem Resonatorfeld wechselwirken zu lassen und auf diese Weise mehr als ein Photon pro Pumppuls zu emittieren. Dies wurde in der Arbeit mit zwei Ionen im Resonator untersucht. Dabei wurde die Kreuzkorrelation der emittierten Photonen nach dem Verfahren von Hanbury Brown-Twiss gemessen. Anders als bei einer Einzelphotonenquelle treten bei zwei Ionen im Resonator Photonenkoinzidenzen auf, aus denen sich Rückschlüsse auf die Dynamik der Ionen ziehen lassen. Eine mögliche Anwendung der Speicherung mehrerer Teilchen ist die Verschränkung von Ionenpaaren im Resonator.
Die Entwicklung der experimentellen Quanteninformationsverarbeitung im Laufe der letzten Jahre zeigt, daß atomare Ionen gefangen in linearen Paulfallen ein bedeutendes Modellsystem zur Untersuchung von Quantenalgorithmen sind. Die vorliegende Arbeit umfaßt die Themengebiete der Entwicklung und Herstellung von skalierbaren miniaturisierten Ionenfallen, die experimentelle Integration und Charakterisierung und die experimentelle Demonstration der Qubit-Quantendynamik innerhalb der Mikrofallen. Es werden zwei grundlegend verschiedene Fallendesigns vorgestellt - (a) die lineare Mikrofalle mit 56 Kontrollsegmenten zum Verschieben einzelner Ionen wurde mittels Lasermikrobearbeitung gefertigt. Ausgehend von Vorexperimenten an planaren Oberflächenfallen mit Mikropartikeln wurde (b) mit einer linearen Testfalle mit 20 Kontrollsegmenten das Funktionsprinzip für atomare Ionen bestätigt. Ein neues Design mit einer Y-förmigen Kreuzung soll Verschiebeoperationen mit insgesamt 55 Kontrollsegmenten ermöglichen. Die lineare Mikrofalle wird mittels Spektroskopie charakterisiert - durch Seitenbandkühlung wurde ein einzelnes Ion in den Bewegungsgrundzustand gekühlt und die Heizrate der Falle gemessen. Verbesserungen bzgl. der Dekohärenz durch Optimierungen werden durch Ramsey-Spektroskopie belegt. Es werden zwei verschiedene Qubit-Systeme für das 40Ca+ Ion realisiert. Die lineare Mikrofalle ist die erste Entwicklung einer skalierbaren Mikroionenfalle in Europa - die Ergebnisse dieser Arbeit zeigen nicht nur das Design und die Herstellung, sondern darüberhinaus durch die experimentelle Charakterisierung, z.B. durch die Bestimmung der Heizrate, die Eignung der Mikroionenfalle für Experimente der Quanteninformationsverarbeitung. Das Design bildet die Grundlage für die weitere Entwicklung der skalierbaren dreidimensionalen Mikroionenfallen.
Das Ziel dieser Arbeit war es 40Ca+-Ionen an einen optischen Resonator zu koppeln, um auf diese Weise Resonator-QED-Experimente, mit einer konstanten und deterministischen Kopplung durchzuf¨uhren. Als wichtigstes Ergebnis ist es erstmals gelungen, im kontinuierlichen Betrieb kontrollierte Lichtpulse zu erzeugen, die genau ein Photon enthalten. Zun¨achst war es unerl¨asslich, ein bestehendes Experiment weiter zu entwickeln, so wie wichtige Eigenschaften des 40Ca+-Ions zu vermessen. Dazu wurde die bisherige Falle durch eine verbesserte Ionenfalle ersetzt. Diese wurde charakterisiert, wobei insbesondere eine verbesserte Mikrobewegungskompensation nachgewiesen wurde. Zur Durchf¨uhrung der hier vorgestellten Experimente, wurde das bestehende Lasersystem weiterentwickelt und ein zus¨atzliches System aufgebaut. Zudem wurde der optische Resonator und dessen Stabilisierung den Anforderungen der Resonator-QED-Experimente angepasst. Um Aufladungen dielektrischer Materialien in der Fallenumgebung zu vermeiden, wurde die Photoionisation von Kalziumatomen implementiert und die Abh¨angigkeit der Ladeezienz von den Laserparametern bestimmt. Da aufgrund der reichhaltigen Niveaustruktur von 40Ca+-Ionen eine Vielzahl von Eekten auftreten, wurden die spektroskopischen Eigenschaften von 40Ca+-Ionen detailiert vermessen. Dazu geh¨ort neben den Anregungsspektren die Messung der Lebensdauer des D5/2 -Niveaus und die genaue Untersuchung des Hanle-Eekts zur Magnetfeld- Kompensation. Im Rahmen dieser Arbeit wurde zudem die g(2)-Funktion der Fluoreszenz des Ions studiert. Auch die Ergebnisse dieser Messung spiegeln die komplexe Niveau-Struktur des Ions wieder. Da die Lokalisierung der Ionen in der Falle von großer Bedeutung ist und diese nur durch Laserk¨uhlung der Ionen in der Falle optimiert werden kann, wurde das Verhalten von 40Ca+-Ionen bei Dopplerk¨uhlung genauer untersucht. Neben dem K¨uhlen der Ionen ist auch die Mikrobewegung des Ions in der Falle f¨ur dessen Lokalisierung von essenziellem Interesse. Kombiniert man einen optischen Resonator mit einer Ionenfalle, so treten aufgrund der Verzerrung des Fallenfeldes Wechselwirkungen zwischen den Spiegeln und den Ionen auf, die zu Mikrobewegung f¨uhren. Dieser Eekt wurde vermessen und mit Simulationen des Fallenfeldes verglichen. Um die relative Lage des Ions zur Resonatormode zu bestimmen, wurde ein einzelnes 40Ca+-Ion als nanometrische Probe f¨ur das Resonatorfeld verwendet. Die bisher vorliegenden Daten dieses Experiments wurden im Rahmen dieser Arbeit erweitert und Eekte der Anregung auf die gemessene Fluoreszenzverteilung untersucht. Die genannten Messungen und Entwicklungen erm¨oglichten es letztendlich, Resonator-QED-Eekte nachzuweisen. In dieser Arbeit wurde die stimulierte Emission mehrerer und eines einzelnen Ions in die Resonatormode beobachtet. Desweiteren konnte der Einfluss des Resonators auf die Lebensdauer des P1/2 - Niveau demonstriert werden. Auf der mit diesem Experiment geschaenen Basis ist es gelungen, eine besonders interessante Vorhersage der Resonator-QED zu realisieren, die kontrollierte Erzeugung einzelner Photonen im Dauerbetrieb. Dabei konnte eine Einzel- Photonenemissions-Wahrscheinlichkeit pro Pumppuls von 8 % erreicht werden. Diese neuartige Lichtquelle wurde im Rahmen dieser Arbeit sowohl theoretisch als auch experimentell intensiv untersucht. Die statistischen Eigenschaften der emittierten Photonen wurden gemessen, und die Erzeugung verschiedener zeitlicher Pulsprofile konnte demonstriert werden.
In den letzen zwei Jahrzehnten sind erhebliche theoretische und experimentelle Anstrengungen zur Erforschung und Entwicklung von mesoskopischen Bauteilen, die Quantenkohärenz auf der Nanometerskala nutzen, unternommen worden. Das Quantenrechnen stellt ein neues und vielversprechendes Gebiet der Wissenschaft und Technik dar und ist derzeit Gegenstand von umfassenden Untersuchungen. Ein fundamentales Hindernis bei der Realisierung eines Quantencomputers ist sicherlich Dekohärenz. Es ist die Interaktion mit der Außenwelt, die letztendlich die Effizienz eines quantenmechanischen Bauteils begrenzt. Um aber effektive Quantenalgorithmen implementieren zu können, ist es notwendig, dass die Bausteine mit der Umgebung kommunizieren. Es ist daher notwendig, volle Kontrolle über die ablaufenden Prozesse zu erlangen und die unerwünschten Wechselwirkungen auf ein Minimum zu reduzieren. Die Entwicklung von Kontroll- und Auslesealgorithmen befindet sich derzeit noch immer auf einer elementaren Ebene. Viele Aspekte der Kommunikation zwischen Quantensystemen untereinander sowie mit ihrer Umgebung bedürfen auch weiterhin grundlegender Untersuchungen. In dieser Arbeit befassen wir uns im Wesentlichen mit zwei grundlegenden Themen: Dem Kontrollieren und Auslesen von Quantenbits. Wir wenden unser Hauptaugenmerk auf einen speziellen Typus supraleitender Zwei-Zustandssysteme (d.h. Qubits), dem sogenannten Flussqubit (flux qubit). Dieses ist prädestiniert als fundamentaler Baustein für die Realisierung von skalierbaren, auf supraleitender Technologie basierenden Quantencomputern.
Die in dieser Arbeit dargelegten Ergebnisse befassen sich mit Experimenten, welche den Mg-In-Ionenfallen-Quantencomputer zum Endziel haben. Als logisches Schaltelement eines solchen Quantencomputers kommen sowohl die Cirac-Zoller- als auch die Sörensen-Mölmer-Version eines CNOT-Gatters in Frage. In beiden Fällen müssen die Ionen durch Laserstrahlung gekühlt werden. Während das Cirac-Zoller-Gatter Grundzustandskühlung erfordert, wird beim Sörensen-Mölmer-Gatter lediglich der wesentlich einfacher zu erreichende Lamb-Dicke-Bereich benötigt. Aufgrund der Tatsache, daß zwei verschiedene Ionensorten für unterschiedliche Aufgaben verwendet werden, kombiniert man deren Vorzüge optimal miteinander. Zur direkten Seitenband-Kühlung verwendet man In, mit dem in unserer Arbeitsgruppe bereits Grundzustandskühlung demonstriert worden ist. Quanteninformation soll in den Mg-Ionen gespeichert werden. Da beim Sörensen-Mölmer-Gatter, solange man sich im Lamb-Dicke-Bereich befindet, die Quantenrechnung nicht von der thermischen Bewegung der Ionen abhängen, kann der heterogene Ionenkristall durch die Indiumionen kontinuierlich gekühlt werden, ohne daß die in den Mg-Ionen gespeicherte Quanteninformation dadurch beeinflußt wird. Dadurch kann die Dekohärenz der Schwingungsmoden minimiert, und die Anzahl möglicher Quantenoperationen maximiert werden. Im Rahmen dieser Arbeit wurde von Grunde auf ein neues Experiment geplant, aufgebaut und zahlreiche Versuche dazu durchgeführt. Es wurde ein völlig neuer, komplexer Vakuumrezipient entworfen und gebaut. Im Inneren des Vakuumrezipienten wurde ein schwingungsgedämpfter Aufbau einer neuartigen, selbstjustierenden Ionenfallenhalterung inklusive verbesserter Atomofenhalterung in ein kompaktes Gesamtsystem integriert. Die Falle wurde für die Speicherung zweier Ionensorten optimiert. Mit der linearen Endkappenfalle wurden zuerst Mg-Ionenkristalle erzeugt. Bei den Experimenten mit Indium konnten Mg-In-Wolken nachgewiesen werden, sowie sympathetische Kühlung von Indium durch die direkt lasergekühlten Magnesiumionen. In der neuen Vierstabfalle wurden zuerst Experimente mit einem Sekundärelektronen-Vervielfacher bei Kühlung mit Puffergas durchgeführt, wobei Speicherung von Magnesiumionen sowie von Dunkelionen aus dem Restgas nachgewiesen werden konnte. Bei diesen Messungen wurde gleichzeitig die Falle charakterisiert. Es wurden Stabilitätsdiagramm, radiale und axiale Schwingungsfrequenzen gemessen. Darüber hinaus wurden in der neuen Ionenfalle Magnesium-Ionenkristalle gespeichert und nachgewiesen. Die im Vergleich zur linearen Endkappenfalle wesentlich verbesserte Mikrobewegungskompensation demonstriert die Überlegenheit der automatischen Justage der neuen Ionenfalle.