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Physikalische Blätter

Bol: ELEMENTE DER ANALYTISCHEN GEOMETRIE/Kowalewski: ANALYSIS DES ENDLICHEN UND DES UNENDLICHEN/Kleiber‐Alt: GRUNDRISS DER PHYSIK/Emde: QUIRLENDE ELEKTRISCHE FELDER/Stackelberg: POLAROGRAPHIE

Georg L. Tautz, Helmuth Gericke, Gerhard Wolff, H. F. Schwenkhagen, G. Schmid

Published Dec 1, 1950• 0 citations
Publisher

Abstract

danke, der musikalisch ausklang in Beethovens Hymne ,,Die Himmel ruhmen des Ewigen Ehre".Die Venhandlungen wurden durch eine Max-Planck-Ehrung eingeleitet.Die Gedenkworte sprach Prof. Q e r 1 a c h (Miinchen), der Planck als einen Vermittler hochster Erkenntniswerte feierte.Die eigentliche Vortragsfolge eroffnete Prof. H e i s e n b e r g (Gottingen) mit einem Bericht ,,50 Jalhre Quantentheorie".Plancks Schiiler Prof. v. L a u e (Gottingen) sprach ,,Uber Materiewellen".Die Uberraschung des Vortrags war die Projektion einiger Aufnahmen von Neutronen-Beugungen, die erstmalig in Europa einem grofieren Publikum gezeigt wurden.Wie sehr die Quantenmethode naturwissenschaftliche Diszipline zu Teilgebieten der Physik werden Iafit, zeigte sich f u r die theoretische Chmnie in dem Referat von Prof. H a r t e c k (Hamburg) ,,Quantentheorie und Chemie", fur die Astronomie in 2 Vortragen des 2. Verhandlungstages: ,,Zheorie und Erfahrung in der Kosmologie" von Prof. H e c k m a n n (Hamburg), sowie ,,Materie und Enerlgie unter kosmischen Verhlltnissen" von Prof. K i e n 1 e (Potsdam).Den langsten und schwierigsten Vortrag hielt Prof. W e y 1 (Princeton) uber ,,50 Jahre Relativitatstheorie", in dem er auch auf die neueren Versuche einging, eine umfassende Feldtheorie zu Anden, jedoch feststellte, daD reines Denken allein wohl nicht in der Lage sei, die gesuchte Zusammenfassung zu bringen.Uber die wundenbaren Leistungen tierischer und menschlicher Organe berichteten:

DOI
10.1002/phbl.19500061213

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Vier mehrjährige EG‐Forschungsprogramme

Quantengesetze sind das .Primare; erst als eine Folgerung davon gibt es im physikalischen Wellenfeld auch die Teilchen, die Korpuskeln.Fur mein eigenes privates Denken habe ich diese Erkenntnis gern in der scherzhaften Ungleichung ,,Planck groi3er als Demokrit" ausgedruckt: Die Atomistik der Materie ist nur ein besonderer Ausflui3 der von Planck entdeckten Unstetigkeit des physikalischen Feingeschehens.

Physikalische Blätter•Dec 1, 1975•1 citation

Pascual Jordan zum 70. Geburtstag/Heinrich Welker 60 Jahre/Gottfried Möllenstedt 60 Jahre

Jürgen Ehlers, W. Klose, H. Seiler

Pas c u a I J 0 r dan beendete am 18. Oktober 1972 sein 70stes Lebensjahr.In den Jahren 1921/22 studierte P. Jordan in Hannover und Gottingen.Er promovierte 1924 bei Max Born in Gottingen, wo er sich 1926 habilitierte.1927 wurde er an der U Hamburg Extraordinarius und glng 1929 nach Rostock, wo er 1935 Ordinarius fUr Theoretische Physik wurde; 1944 bis zum Kriegsende war er Direktor des Instituts fiir Theoretische Physik an der U Berlin.Nach dem Krieg ging er als Ordinarius an die U Hamburg. "Ich habe", schreibt Pascual Jordan einmal, "als mein eigentliches Lebensziel stets noch mehr die Tatigkeit des Naturforschers als die des ausschlieBlichen Physikers empfunden."Die erstaunliche Vielfalt und EinfallsfUlle seiner Arbeiten zeigt, mit welchem Erfolg er dieses Ziel verwirklicht hat.Der Name Jordan laBt zunaehst an die Quantenmechanik und die Quantentheorie der Wellenfelder denken, zu denen er Entscheidendes beigetragen hat.Die Zauberformel pq -qp = h/2rci wurde erstmals in der groBen Arbeit von Born und Jordan vorn September 1925 formuliert und begriindet.Die mit der klassischen Wellenkinematik unvereinbaren, aus der Planckschen Strahlungsformel folgenden Sehwankungsgesetze der Hohlraumstrahlung, mit denen Einstein seine Lichtquantenhypothese begriindet hatte, wurden im letzten, von Jordan stammenden Teil der beriihmten "Dreimannerarbeit" Born-Heisenberg-Jordan aus der auf das Maxwellfeld angewandten Quantentheorie abgeleitet.Die von Jordan und Dirac unabhangig voneinander aufgestellte statistische Transformationstheorie erlaubte die endgultige, allgemeine Fassung der Bornschen statistischen Deutung der Quantentheorie.Durch die antisymmetrische Feldquantisierung verankerte Jordan das Pauliprinzip in den Grundlagen der Feldtheorie.Dariiber hinaus hat Jordan "den ganzen Kreis der Sehopfung' abgeschrltten", mit Beitragen zur Quantenbiologie, EiweiBchemie, Astrophysik, Geophysik und Tiefenpsychoiogie.Dabei hat er immer wieder Argumente zugunsten des auch von Pauli hervorgehobenen Gedankens ausgetuhrt, daB "der neue quantentheoretische Aspekt der Naturbeschreibung, im Oegensatz zu den der klassischen Physik zugrundeliegenden Ideen, die Hoffnung auf eine zukiinftige Entwicklung verschiedener wissenschaftlicher Teildisziplinen in Richtung auf eine groBere Einheit des Ganzen erweckt" (Pauli).Jordans viele auch Nicht-Spezialisten verstandlichen Biicher und vortraae haben das Verstiindnis fUr die Naturwissenschaften und ihre zentrale Stellung 1:1 der Kultur der Gegenwart in weiten Kreisen geweckt.Aullerdem hat Pascual Jordan als Mitglied des drttten Deutschen Bundestages und als Prasident der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz gezeigt, dall ein Gelehrter auch aullerhalb des Elfenbeinturms wirken kann.Die Leistungen Pascual Jordans wurden 1942 durch die Verleihung der Max-Planck-Medaille der DPG und 1955 durch die Carl-Friedrich-Gaull-Medaille der Braunschweiger wissenschaftlichen Gesellschaft gewiirdigt.Er erhielt 1967 den Preis der Gravity-Research-Foundation, New Boston (USA).Er ist o.Mitglied der Akademie Mainz, der er 1963 als Priisident vorstand.Irn Gegensatz zu den meisten Physikern hat Jordan die Mathematik nicht nur als Hilfsmittel der Physik, sondern auch als unabhangtges Gedankengebiiude abstrukter Strukturen bewundert und bereichert.Die von ihm in Zusammenarbcit mit John von Neumann und Eugen Wigner ausgefiihrten Arbeiten iiber potenzassoztative Algebren haben zu der ausgedehnten Theorie der Jordan-

Physikalische Blätter•Oct 1, 1972•0 citations

Besprechungen

es ermöglichten, durch a-Teilchen hervorgebrachte Blitze auf Sidotblendschirmen zu zeigen.Nun kann man natürlich nicht sagen, man "sieht" damit Atome.Man beobachtet nur die Wirkungen einzelner.Aber niemand beanstandet es, wenn man sagt, man "sieht" die Sonne, obzwar man faktisch nur eine leuchtende Scheibe beobachtet und die Rückschlüsse auf eine glühende Kugel der Masse von etwa 2 • 10 30 kg, um clie die Planeten kreisen usw., sehr komplizierte und weitgehende sind.Das war vorausgeschickt, um zu kennzeichnen, welchen Eindruck es auf den großen Philosophen und Physiker Ernst M ach machte, als es mir vergönnt war, ihm diese schönen Erscheinungen vorzuführen.Er war damals schon krank und teilweise gelähmt, aber von vollster geistiger Frische.Bekanntlich hatte er sich geradezu fanatisch gegen die Einführung von "Bildern" als Realitäten in der Physik gewehrt.Wenn jemand von den Atomistikern, die damals in Ludwig Boltzmann in Wien ihren Führer hatten, vor ihm von Atomen sprach, fuhr er meist mit der Frage dazwischen: "Habns eins gsehn?"Bis dahin mußte man schweigen.Nun war es mit einem Male anders geworden.Es bleibt mir eine der ergreifendsten Erinnerungen, als Mach nach der Vorführung des Spinthariskopes nicht etwa kleine starrköpfige Einwendungen machte, sondern schlicht erklärte: "Nun glaube ich an die Existenz der Atome."Ein ganzes Weltbild hatte sieh ihm in wenigen Minuten verändert.H. Benndorf, Graz.

Zeitschrift für Naturforschung A•Jul 1, 1950•0 citations

Quanten 5

"Quanten 5" enthält die beiden Vorträge auf der Mitgliederversammlung der Heisenberg-Gesellschaft im Oktober 2016. Reinhard Werner sprach über die Bedeutung der Unbestimmtheitsrelation Heisenbergs und ihre Interpretation im Rahmen der Quantenmechanik. Johannes Blümer berichtete über die Arbeiten zur kosmischen Strahlung, die während des zweiten Weltkrieges in Berlin und nach dem Krieg im Max-Planck-Institut für Physik in Göttingen durchgeführt wurden sowie über die Ergebnisse der neuesten Experimente zur kosmischen Strahlung. Abgedruckt ist darüber hinaus Heisenbergs Vortrag "Wandlungen der Grundlagen der exakten Naturwissenschaft in jüngster Zeit", den er auf der Versammlung der Naturforscher am 17.9.1934 in Hannover hielt. Er ist die Reaktion Heisenbergs auf die Angriffe von Johannes Stark und Philipp Lenard auf jüdische Wissenschaftler und auf die Entwicklungen der modernen Physik, insbesondere auf die Relativitätstheorie Einsteins und die Quantenmechanik. Den Abschluss des Bandes bildet ein Essay von Tobias Jung über die Bedeutung des Heisenbergschen Hauses in Urfeld über dem bayerischen Walchensee. Die Heisenberg-Gesellschaft widmet sich der Vermittlung des geistigen Erbes von Werner Heisenberg und setzt sich für die Erfassung und Aufarbeitung seines Nachlasses ein.

S. Hirzel Verlag eBooks•Jun 30, 2017•0 citations

Die grundsätzliche Einstellung der neuen Physik

Arthur March

Springer eBooks•Jan 1, 1948•0 citations

Erinnerungen an Wolfgang Pauli

Der Tod WOLFGANG PAULIS hat unter uns eine Lücke gerissen, die niemand ausfüllen kann.Wenn ich auf die Bitte der Herausgeber hier einige Erinnerungen an ihn aufschreibe, so möchte ich nicht in erster Linie über seine größeren wissenschaftlichen Arbeiten sprechen; sie sind ein Denkmal, das er sich in unser aller Bewußtsein gesetzt hat.Auch und gerade den Jüngeren unter uns sind sie wohlbekannt, und sie werden dauern.Vielleicht darf ich versuchen, stattdessen etwas von der unvergleichlichen und so schwer zu fassenden Person aufzuzeichnen, die wir nun nicht mehr unter uns sehen werden.Wer gegen Ende der Zwanziger jähre theoretische Physik zu studieren begann, für den bedeutete der Autorenname W. PAULI JR., dessen Träger damals etwa 30 Jahre alt war, schon so etwas wie einen Klassiker.PAULIS Enzyklopädie-Artikel über die Relativitätstheorie, den er auf Anregung seines Lehrers SOMMERFELD schon als Student, angeblich im zweiten Semester, geschrieben hatte, ist bis zum heutigen Tag in seiner Klarheit und Präzision wohl nicht übertroffen.PAULIS eigene Forschung galt fast ausschließlich der Atomphysik.Er gehörte mit HEISENBERG, DIRAC, FERMI und JORDAN ZU jener erstaunlichen Generation von "jungen Quantentheoretikern", die um 1925 im Durchschnittsalter von 25 Jahren der Quantenmechanik die endgültige Form gaben.Sie stammten aus den Schulen von München, Göttingen und Cambridge; ihr Mittelpunkt war NIELS BOHRS Institut in Kopenhagen.PAULIS bekanntester eigener Beitrag wurde das Ausschließungsprinzip (1924).In ihm zeigt sich schon eine eigentümliche Stärke des PAULischen Denkens, das Interesse für die genaue Abzählung bestehender Möglichkeiten, für Faktoren 2 und für Vorzeichen, die man nach seinem eigenen Wort nicht wissen kann, sondern rechnen muß.In seinem Artikel über Quantentheorie in der 1. Auflage des Blauen Handbuches (1925) vollbrachte er das Kunstwerk, unmittelbar vor der Auffindung der Quantenmechanik, also mit scheinbar noch unzureichenden Hilfsmitteln, praktisch jede physikalische Frage richtig zu beantworten.Von seinem entsprechenden Artikel in der 2. Auflage (1933) soll er gesagt haben, so gut wie der erste werde er nicht, aber immer noch der beste Artikel über dieses Gebiet.Jedenfalls hat man ihn vor wenigen Jahren mit nur geringen Kürzungen und wohl ohne Änderungen nachdrucken können.

Zeitschrift für Naturforschung A•Apr 1, 1959•3 citations
danke, der musikalisch ausklang in Beethovens Hymne ,,Die Himmel ruhmen des Ewigen Ehre".Die Venhandlungen wurden durch eine Max-Planck-Ehrung eingeleitet.Die Gedenkworte sprach Prof. Q e r 1 a c h (Miinchen), der Planck als einen Vermittler hochster Erkenntniswerte feierte.Die eigentliche Vortragsfolge eroffnete Prof. H e i s e n b e r g (Gottingen) mit einem Bericht ,,50 Jalhre Quantentheorie".Plancks Schiiler Prof. v. L a u e (Gottingen) sprach ,,Uber Materiewellen".Die Uberraschung des Vortrags war die Projektion einiger Aufnahmen von Neutronen-Beugungen, die erstmalig in Europa einem grofieren Publikum gezeigt wurden.Wie sehr die Quantenmethode naturwissenschaftliche Diszipline zu Teilgebieten der Physik werden Iafit, zeigte sich f u r die theoretische Chmnie in dem Referat von Prof. H a r t e c k (Hamburg) ,,Quantentheorie und Chemie", fur die Astronomie in 2 Vortragen des 2. Verhandlungstages: ,,Zheorie und Erfahrung in der Kosmologie" von Prof. H e c k m a n n (Hamburg), sowie ,,Materie und Enerlgie unter kosmischen Verhlltnissen" von Prof. K i e n 1 e (Potsdam).Den langsten und schwierigsten Vortrag hielt Prof. W e y 1 (Princeton) uber ,,50 Jahre Relativitatstheorie", in dem er auch auf die neueren Versuche einging, eine umfassende Feldtheorie zu Anden, jedoch feststellte, daD reines Denken allein wohl nicht in der Lage sei, die gesuchte Zusammenfassung zu bringen.Uber die wundenbaren Leistungen tierischer und menschlicher Organe berichteten:
Pas c u a I J 0 r dan beendete am 18. Oktober 1972 sein 70stes Lebensjahr.In den Jahren 1921/22 studierte P. Jordan in Hannover und Gottingen.Er promovierte 1924 bei Max Born in Gottingen, wo er sich 1926 habilitierte.1927 wurde er an der U Hamburg Extraordinarius und glng 1929 nach Rostock, wo er 1935 Ordinarius fUr Theoretische Physik wurde; 1944 bis zum Kriegsende war er Direktor des Instituts fiir Theoretische Physik an der U Berlin.Nach dem Krieg ging er als Ordinarius an die U Hamburg. "Ich habe", schreibt Pascual Jordan einmal, "als mein eigentliches Lebensziel stets noch mehr die Tatigkeit des Naturforschers als die des ausschlieBlichen Physikers empfunden."Die erstaunliche Vielfalt und EinfallsfUlle seiner Arbeiten zeigt, mit welchem Erfolg er dieses Ziel verwirklicht hat.Der Name Jordan laBt zunaehst an die Quantenmechanik und die Quantentheorie der Wellenfelder denken, zu denen er Entscheidendes beigetragen hat.Die Zauberformel pq -qp = h/2rci wurde erstmals in der groBen Arbeit von Born und Jordan vorn September 1925 formuliert und begriindet.Die mit der klassischen Wellenkinematik unvereinbaren, aus der Planckschen Strahlungsformel folgenden Sehwankungsgesetze der Hohlraumstrahlung, mit denen Einstein seine Lichtquantenhypothese begriindet hatte, wurden im letzten, von Jordan stammenden Teil der beriihmten "Dreimannerarbeit" Born-Heisenberg-Jordan aus der auf das Maxwellfeld angewandten Quantentheorie abgeleitet.Die von Jordan und Dirac unabhangig voneinander aufgestellte statistische Transformationstheorie erlaubte die endgultige, allgemeine Fassung der Bornschen statistischen Deutung der Quantentheorie.Durch die antisymmetrische Feldquantisierung verankerte Jordan das Pauliprinzip in den Grundlagen der Feldtheorie.Dariiber hinaus hat Jordan "den ganzen Kreis der Sehopfung' abgeschrltten", mit Beitragen zur Quantenbiologie, EiweiBchemie, Astrophysik, Geophysik und Tiefenpsychoiogie.Dabei hat er immer wieder Argumente zugunsten des auch von Pauli hervorgehobenen Gedankens ausgetuhrt, daB "der neue quantentheoretische Aspekt der Naturbeschreibung, im Oegensatz zu den der klassischen Physik zugrundeliegenden Ideen, die Hoffnung auf eine zukiinftige Entwicklung verschiedener wissenschaftlicher Teildisziplinen in Richtung auf eine groBere Einheit des Ganzen erweckt" (Pauli).Jordans viele auch Nicht-Spezialisten verstandlichen Biicher und vortraae haben das Verstiindnis fUr die Naturwissenschaften und ihre zentrale Stellung 1:1 der Kultur der Gegenwart in weiten Kreisen geweckt.Aullerdem hat Pascual Jordan als Mitglied des drttten Deutschen Bundestages und als Prasident der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz gezeigt, dall ein Gelehrter auch aullerhalb des Elfenbeinturms wirken kann.Die Leistungen Pascual Jordans wurden 1942 durch die Verleihung der Max-Planck-Medaille der DPG und 1955 durch die Carl-Friedrich-Gaull-Medaille der Braunschweiger wissenschaftlichen Gesellschaft gewiirdigt.Er erhielt 1967 den Preis der Gravity-Research-Foundation, New Boston (USA).Er ist o.Mitglied der Akademie Mainz, der er 1963 als Priisident vorstand.Irn Gegensatz zu den meisten Physikern hat Jordan die Mathematik nicht nur als Hilfsmittel der Physik, sondern auch als unabhangtges Gedankengebiiude abstrukter Strukturen bewundert und bereichert.Die von ihm in Zusammenarbcit mit John von Neumann und Eugen Wigner ausgefiihrten Arbeiten iiber potenzassoztative Algebren haben zu der ausgedehnten Theorie der Jordan-
es ermöglichten, durch a-Teilchen hervorgebrachte Blitze auf Sidotblendschirmen zu zeigen.Nun kann man natürlich nicht sagen, man "sieht" damit Atome.Man beobachtet nur die Wirkungen einzelner.Aber niemand beanstandet es, wenn man sagt, man "sieht" die Sonne, obzwar man faktisch nur eine leuchtende Scheibe beobachtet und die Rückschlüsse auf eine glühende Kugel der Masse von etwa 2 • 10 30 kg, um clie die Planeten kreisen usw., sehr komplizierte und weitgehende sind.Das war vorausgeschickt, um zu kennzeichnen, welchen Eindruck es auf den großen Philosophen und Physiker Ernst M ach machte, als es mir vergönnt war, ihm diese schönen Erscheinungen vorzuführen.Er war damals schon krank und teilweise gelähmt, aber von vollster geistiger Frische.Bekanntlich hatte er sich geradezu fanatisch gegen die Einführung von "Bildern" als Realitäten in der Physik gewehrt.Wenn jemand von den Atomistikern, die damals in Ludwig Boltzmann in Wien ihren Führer hatten, vor ihm von Atomen sprach, fuhr er meist mit der Frage dazwischen: "Habns eins gsehn?"Bis dahin mußte man schweigen.Nun war es mit einem Male anders geworden.Es bleibt mir eine der ergreifendsten Erinnerungen, als Mach nach der Vorführung des Spinthariskopes nicht etwa kleine starrköpfige Einwendungen machte, sondern schlicht erklärte: "Nun glaube ich an die Existenz der Atome."Ein ganzes Weltbild hatte sieh ihm in wenigen Minuten verändert.H. Benndorf, Graz.
"Quanten 5" enthält die beiden Vorträge auf der Mitgliederversammlung der Heisenberg-Gesellschaft im Oktober 2016. Reinhard Werner sprach über die Bedeutung der Unbestimmtheitsrelation Heisenbergs und ihre Interpretation im Rahmen der Quantenmechanik. Johannes Blümer berichtete über die Arbeiten zur kosmischen Strahlung, die während des zweiten Weltkrieges in Berlin und nach dem Krieg im Max-Planck-Institut für Physik in Göttingen durchgeführt wurden sowie über die Ergebnisse der neuesten Experimente zur kosmischen Strahlung. Abgedruckt ist darüber hinaus Heisenbergs Vortrag "Wandlungen der Grundlagen der exakten Naturwissenschaft in jüngster Zeit", den er auf der Versammlung der Naturforscher am 17.9.1934 in Hannover hielt. Er ist die Reaktion Heisenbergs auf die Angriffe von Johannes Stark und Philipp Lenard auf jüdische Wissenschaftler und auf die Entwicklungen der modernen Physik, insbesondere auf die Relativitätstheorie Einsteins und die Quantenmechanik. Den Abschluss des Bandes bildet ein Essay von Tobias Jung über die Bedeutung des Heisenbergschen Hauses in Urfeld über dem bayerischen Walchensee. Die Heisenberg-Gesellschaft widmet sich der Vermittlung des geistigen Erbes von Werner Heisenberg und setzt sich für die Erfassung und Aufarbeitung seines Nachlasses ein.
Der Tod WOLFGANG PAULIS hat unter uns eine Lücke gerissen, die niemand ausfüllen kann.Wenn ich auf die Bitte der Herausgeber hier einige Erinnerungen an ihn aufschreibe, so möchte ich nicht in erster Linie über seine größeren wissenschaftlichen Arbeiten sprechen; sie sind ein Denkmal, das er sich in unser aller Bewußtsein gesetzt hat.Auch und gerade den Jüngeren unter uns sind sie wohlbekannt, und sie werden dauern.Vielleicht darf ich versuchen, stattdessen etwas von der unvergleichlichen und so schwer zu fassenden Person aufzuzeichnen, die wir nun nicht mehr unter uns sehen werden.Wer gegen Ende der Zwanziger jähre theoretische Physik zu studieren begann, für den bedeutete der Autorenname W. PAULI JR., dessen Träger damals etwa 30 Jahre alt war, schon so etwas wie einen Klassiker.PAULIS Enzyklopädie-Artikel über die Relativitätstheorie, den er auf Anregung seines Lehrers SOMMERFELD schon als Student, angeblich im zweiten Semester, geschrieben hatte, ist bis zum heutigen Tag in seiner Klarheit und Präzision wohl nicht übertroffen.PAULIS eigene Forschung galt fast ausschließlich der Atomphysik.Er gehörte mit HEISENBERG, DIRAC, FERMI und JORDAN ZU jener erstaunlichen Generation von "jungen Quantentheoretikern", die um 1925 im Durchschnittsalter von 25 Jahren der Quantenmechanik die endgültige Form gaben.Sie stammten aus den Schulen von München, Göttingen und Cambridge; ihr Mittelpunkt war NIELS BOHRS Institut in Kopenhagen.PAULIS bekanntester eigener Beitrag wurde das Ausschließungsprinzip (1924).In ihm zeigt sich schon eine eigentümliche Stärke des PAULischen Denkens, das Interesse für die genaue Abzählung bestehender Möglichkeiten, für Faktoren 2 und für Vorzeichen, die man nach seinem eigenen Wort nicht wissen kann, sondern rechnen muß.In seinem Artikel über Quantentheorie in der 1. Auflage des Blauen Handbuches (1925) vollbrachte er das Kunstwerk, unmittelbar vor der Auffindung der Quantenmechanik, also mit scheinbar noch unzureichenden Hilfsmitteln, praktisch jede physikalische Frage richtig zu beantworten.Von seinem entsprechenden Artikel in der 2. Auflage (1933) soll er gesagt haben, so gut wie der erste werde er nicht, aber immer noch der beste Artikel über dieses Gebiet.Jedenfalls hat man ihn vor wenigen Jahren mit nur geringen Kürzungen und wohl ohne Änderungen nachdrucken können.