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Springer eBooks

Atomistische Deutung der magnetischen Elementardipole

Eckart Kneller, Alfred K. Seeger, Helmut Kronmüller

Published Jan 1, 1962• 0 citations
Publisher
DOI
10.1007/978-3-642-86695-1_2

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Realistische Interpretation der Quantenmechanik

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Johann von Neumann war der erste, der eine in sich geschlossene Interpretation des Formalismus der Quantenmechanik gegeben hat. Sie wird nach einem Vorschlag von Wigner die orthodoxe Interpretation genannt. Obwohl die orthodoxe Interpretation auf der Kopenhagener Deutung der Quantenmechanik aufbaut, darf sie mit dieser nicht gleichgesetzt werden. Nur die orthodoxe Deutung ist axiomatisch aufgebaut und nur v. Neumann beschreibt den Meßprozeß durch den Formalismus der Quantenmechanik. Die formale Präzision der von Neumannschen Interpretation hat kein Gegenstück in der Kopenhagener Deutung. Gerade aus diesem Grunde ist nur sie als Ausgangspunkt geeignet, wenn die Interpretation der Quantenmechanik neu durchdacht werden soll.

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Atome im Magnetfeld, Experimente und deren halbklassische Beschreibung

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Vorschlag einer Deutung der Quantentheorie durch „verborgene“ Variable (1952)

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Die übliche Deutung der Quantentheorie ist selbstkonsistent, enthält aber Annahmen, die nicht experimentell überprüft werden können, wie z. B. daß die vollständigst mögliche Beschreibung eines individuellen Systems durch eine Wellenfunktion erfolgt, die nur den wahrscheinlichen Ausgang tatsächlicher Messungen festlegt. Ob diese Annahme korrekt ist, kann nur durch den Versuch überprüft werden, eine andere Interpretation der Quantentheorie durch derzeit „verborgene“ Variable zu finden, die im Prinzip das exakte Verhalten eines individuellen Systems bestimmen, aber in der Praxis bei den heute möglichen Messungen herausgemittelt werden. In dieser und einer folgenden Arbeit soll eine Deutung der Quantentheorie durch derartige „verborgene Variable“ vorgeschlagen werden. Es zeigt sich, daß die hier vorgeschlagene Deutung zu genau denselben Ergebnissen für alle physikalischen Prozesse führt wie die übliche Deutung, sofern die mathematische Theorie ihre allgemeine Form beibehält. Dennoch führt die vorgeschlagene Deutung auf ein allgemeineres Begriffssystem als die übliche Deutung, da sie eine präzise und kontinuierliche Beschreibung aller Prozesse sogar auf dem Quantenniveau erlaubt. Das erweiterte Begriffssystem ermöglicht allgemeinere mathematische Formulierungen der Theorie als die übliche Deutung. Die gebräuchliche mathematische Formulierung scheint aber auf unlösbare Schwierigkeiten zu führen, wenn sie auf kleinere Abstände als 10−13 cm extrapoliert wird [A1]. Es wäre möglich, daß die hier vorgeschlagene Deutung zur Lösung dieser Schwierigkeiten benötigt wird. In jedem Fall beweist die bloße Möglichkeit einer derartigen Interpretation, daß eine exakte, rationale und objektive Beschreibung individueller Systeme auf dem Quantenniveau nicht notwendigerweise unmöglich ist.

Vieweg+Teubner eBooks•Jan 1, 1984•0 citations
Johann von Neumann war der erste, der eine in sich geschlossene Interpretation des Formalismus der Quantenmechanik gegeben hat. Sie wird nach einem Vorschlag von Wigner die orthodoxe Interpretation genannt. Obwohl die orthodoxe Interpretation auf der Kopenhagener Deutung der Quantenmechanik aufbaut, darf sie mit dieser nicht gleichgesetzt werden. Nur die orthodoxe Deutung ist axiomatisch aufgebaut und nur v. Neumann beschreibt den Meßprozeß durch den Formalismus der Quantenmechanik. Die formale Präzision der von Neumannschen Interpretation hat kein Gegenstück in der Kopenhagener Deutung. Gerade aus diesem Grunde ist nur sie als Ausgangspunkt geeignet, wenn die Interpretation der Quantenmechanik neu durchdacht werden soll.
Die übliche Deutung der Quantentheorie ist selbstkonsistent, enthält aber Annahmen, die nicht experimentell überprüft werden können, wie z. B. daß die vollständigst mögliche Beschreibung eines individuellen Systems durch eine Wellenfunktion erfolgt, die nur den wahrscheinlichen Ausgang tatsächlicher Messungen festlegt. Ob diese Annahme korrekt ist, kann nur durch den Versuch überprüft werden, eine andere Interpretation der Quantentheorie durch derzeit „verborgene“ Variable zu finden, die im Prinzip das exakte Verhalten eines individuellen Systems bestimmen, aber in der Praxis bei den heute möglichen Messungen herausgemittelt werden. In dieser und einer folgenden Arbeit soll eine Deutung der Quantentheorie durch derartige „verborgene Variable“ vorgeschlagen werden. Es zeigt sich, daß die hier vorgeschlagene Deutung zu genau denselben Ergebnissen für alle physikalischen Prozesse führt wie die übliche Deutung, sofern die mathematische Theorie ihre allgemeine Form beibehält. Dennoch führt die vorgeschlagene Deutung auf ein allgemeineres Begriffssystem als die übliche Deutung, da sie eine präzise und kontinuierliche Beschreibung aller Prozesse sogar auf dem Quantenniveau erlaubt. Das erweiterte Begriffssystem ermöglicht allgemeinere mathematische Formulierungen der Theorie als die übliche Deutung. Die gebräuchliche mathematische Formulierung scheint aber auf unlösbare Schwierigkeiten zu führen, wenn sie auf kleinere Abstände als 10−13 cm extrapoliert wird [A1]. Es wäre möglich, daß die hier vorgeschlagene Deutung zur Lösung dieser Schwierigkeiten benötigt wird. In jedem Fall beweist die bloße Möglichkeit einer derartigen Interpretation, daß eine exakte, rationale und objektive Beschreibung individueller Systeme auf dem Quantenniveau nicht notwendigerweise unmöglich ist.