Dieter Straub
Seit einigen Jahren gibt es einen regelrechten Boom für Sachbücher, die von vielen komplizierten Fragen heutiger theoretischer Physik handeln. Vornehmlich befassen sich die Autoren mit wissenschaftstheoretischen Problemstellungen aus der Quantenmechanik, der Elementarteilchenphysik und der Kosmologie. Das Niveau reicht von der naturphilosophischen über die populärwissenschaftliche Darstellung bis zur Esoterik. Neueren Datums sind Bücher solcher Art über physikalische Grundlagen, die oft in Zusammenhang mit der Evolutionstheorie gebracht und zunehmend mit irreführenden modischen Bezeichnungen belegt werden. Beispiele sind Begriffe wie Ordnung und Chaos, R. Thoms Katastrophentheorie, Zufall und Wahrscheinlichkeit, Feigenbaumsche Bifurkationen, dissipative Strukturen, u.s.w. [2/01]. Dazu kommen noch einprägsame Interpretationen einiger spektakulärer mathematischer Entdeckungen wie die logistische Gleichung nach R.M. May, J.H. Conway’s Life Game oder B. Mandelbrot’s Fraktale. Wiedererweckung erfährt C.G. Jungs bekannter Begriff ‹Synchronizität›, der neuerdings als ein im Universum waltendes Superprinzip propagiert wird (PEAT 1989).
Birkhäuser Basel eBooks•Jan 1, 1990•0 citations