Phonon-assisted driving of quantum dot single-photon sources and its applications in quantum cryptography
Lennart Jehle
In den letzten zwei Jahrzehnten haben sich Quantenpunkte (QP) zu einer unverzichtbaren Quelle von Quantenlicht entwickelt, die in einer Vielzahl von Anwendungen im Bereich der Quanteninformation eingesetzt werden, und sich zugleich als vielversprechende Plattform zur Umsetzung grundlegender Experimente in der Quantenoptik etabliert haben. Die Integration dieser künstlichen Atome in eine Festkörperumgebung ermöglicht eine außergewöhnliche Kontrolle ihrer Emissionseigenschaften. Die gleichzeitig hohe Einzelphotonenreinheit und Effizienz machen QP für eine Reihe von Quantentechnologien, darunter optisches Quantencomputing und quantengesicherte Kommunikation, äußerst attraktiv. Die Fragestellung dieser Dissertation ist zweigeteilter Natur. Auf fundamentaler Ebene untersucht sie die Dynamik der Licht-Materie-Wechselwirkungen durch Laserimpulse angeregter QP. Hierbei liegt ein besonderer Schwerpunkt auf dem Einfluss von longitudinalen akustischen Phononen, da die Kopplung des QP an seine umgebende Festkörperumgebung es erlaubt, diesen mittels eines nicht resonanten Laserpulses unter Emission eines Phonons in den optisch aktiven Zustand zu überführen. Die umfassende Analyse dieser Anregungsmethode zeigt, wie die Photonenzahlstatistik der Emission durch Leistung und Wellenlänge des Lasers moduliert wird. Darüber hinaus zeigen wir, dass bei der phononunterstützten Anregung die Emissionswellenlänge dynamisch und proportional zur instantanen Intensität des treibenden Laserfeldes verschoben wird; ein Effekt, der auch als AC-Stark-Verschiebung bekannt ist. Dabei zeigen wir erstmals, dass das Zwei-Photonen-Spektrum, das durch Reanregung entsteht, asymmetrisch ist, und stellen eine Technik vor, die diese Asymmetrie nutzt, um trotz Reanregung eine hohe Einzelphotonenreinheit wiederherzustellen. Der zweite Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Anwendung der oben genannten Erkenntnisse für die Einzelphotonen-Quantenkryptografie. Hier bietet die phononenassistierte Anregung erhebliche Vorteile: eine intrinsisch zufällig verteilte Phasenbeziehung der erzeugten Lichtzustände, eine einfach umzusetzende Laserunterdrückung und eine robuste Implementierung. In dieser Arbeit verwenden wir QP, die direkt im Telekommunikations-C-Band emittieren, wodurch minimale Übertragungsverluste und die Kompatibilität mit bestehender Infrastruktur gewährleistet werden. Während abgeschwächte kohärente Zustände (WCS) vollständig durch ihre mittlere Photonenzahl charakterisiert sind, weisen Festkörper-Einzelphotonenquellen eine komplexere Beziehung zwischen Effizienz und Reinheit auf, wie unsere erste Studie gezeigt hat. Interessanterweise stellen wir fest, dass es kein globales Optimum gibt, sondern die idealen Anregungsparameter vom jeweiligen kryptografischen Protokoll und dessen Sicherheitsgarantien abhängen. In der letzten Arbeit werden die Erkenntnisse aus diesen grundlegenden Untersuchungen angewendet, um ein verlusttolerantes Quantenbit-Commitment (QBC) mithilfe der C-Band-Photonen unseres QPs experimentell zu demonstrieren. Da bisher unklar ist, wie die bei WCS üblicherweise verwendete Decoy-State-Methode an kryptographische Primitive angepasst werden kann, bei denen Sender und Empfänger einander misstrauen (wie der Fall bei unserem QBC), ist die hohe Einzelphotonenreinheit, die QPs bieten, für diese Klasse von Protokollen besonders vorteilhaft, und QP übertreffen WCS in allen realistischen Szenarien. Wir verwenden das QBC als wichtigen Baustein in einem neuen kryptografischen Primitiv, welches wir als Limited-Knowledge-Proof bezeichnen, und beweisen dessen informationstheoretische Sicherheit unter der Annahme eines Quantenspeichers begrenzter Größe (Bounded-Storage-Modell). Das Protokoll wird über eine Glasfaserverbindung zwischen zwei Universitätsgebäuden und mithilfe aktiv polarisationscodierter BB84-Zustände implementiert. Der Polarisationsdrift der Glasfaserverbindung wird durch eine automatisierte Routine kompensiert, wodurch eine durchschnittliche Quantenbitfehlerrate von weniger als 0,5 % erreicht wird.
•Jul 29, 2026•0 citations