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De Gruyter eBooks

KAPITEL I Kinematik der DE BROGLIE-Wellen

Théo Kahan

Published Dec 31, 1963• 0 citations
Publisher
DOI
10.1515/9783112754450-003

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In Kapitel 7 wurde das Verhalten von Wellen untersucht. Es sollte geprüft werden, ob man mit ihnen die gewöhnlichen Eigenschaften des Lichts erklären kann. Wir wußten bereits, in welcher Weise Licht von einem Spiegel reflektiert wird, und fanden nun heraus, daß die Wellen nach eben demselben Gesetz zurückgeworfen werden. Wir hatten weiterhin untersucht, wie das Licht gebrochen wird, wenn es von einem Medium in ein anderes tritt. Dabei entdeckten wir, daß die Brechung der Wellen dem gleichen Gesetz wie die Brechung des Lichts genügt.

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Wir haben im vorigen Kapitel gesehen, daß das klassische Teilchenbild wichtige, empirisch gesicherte Eigenschaften der Materie nicht wiedergibt, nämlich die Interferenzfähigkeit von Materiestrahlen und das Auftreten von ausgezeichneten, diskreten Energieniveaus bei oszillatorischen Bewegungen atomarer Teilchen. Andererseits enthält das soeben entwickelte Wellenoder Feldbild gerade diese Eigenschaften der Materie zwanglos, versagt aber angesichts der Existenz diskreter, stabiler kleinster Bausteine der materiellen Substanzen, der Elementarteilchen. Da die Materie selbst eine Einheit bildet, die Wellen- und Teilcheneigenschaften zugleich besitzt, muß man versuchen, eine entsprechende Theorie zu entwickeln, die beide Eigenschaften enthält. Eine solche Theorie ist die Quantenmechanik, an deren Aufbau wir jetzt gehen. Dabei können verschiedene Wege eingeschlagen werden: Man kann erstens die Wellentheorie in geeigneter Weise abändern, so daß sie die Mängel der klassischen Formulierung des vorigen Kapitels nicht mehr besitzt. Auf diese Weise gelangt man zur wellenmechanischen Form der Quantenmechanik. Oder man kann zweitens die klassische Teilchenmechanik entsprechend abändern, wodurch man die sog. Matrizenmechanik erhält. Es zeigte sich, daß die beiden so entwickelten Theorien, Wellen- und Matrizenmechanik, mathematisch äquivalent sind und als spezielle Ausdrucksformen einer allgemeineren Gesetzesgruppe, eben der Quantenmechanik, aufgefaßt werden können.

Teubner-Studienbücher. Physik•Jan 1, 1960•0 citations
In Kapitel 7 wurde das Verhalten von Wellen untersucht. Es sollte geprüft werden, ob man mit ihnen die gewöhnlichen Eigenschaften des Lichts erklären kann. Wir wußten bereits, in welcher Weise Licht von einem Spiegel reflektiert wird, und fanden nun heraus, daß die Wellen nach eben demselben Gesetz zurückgeworfen werden. Wir hatten weiterhin untersucht, wie das Licht gebrochen wird, wenn es von einem Medium in ein anderes tritt. Dabei entdeckten wir, daß die Brechung der Wellen dem gleichen Gesetz wie die Brechung des Lichts genügt.
Wir haben im vorigen Kapitel gesehen, daß das klassische Teilchenbild wichtige, empirisch gesicherte Eigenschaften der Materie nicht wiedergibt, nämlich die Interferenzfähigkeit von Materiestrahlen und das Auftreten von ausgezeichneten, diskreten Energieniveaus bei oszillatorischen Bewegungen atomarer Teilchen. Andererseits enthält das soeben entwickelte Wellenoder Feldbild gerade diese Eigenschaften der Materie zwanglos, versagt aber angesichts der Existenz diskreter, stabiler kleinster Bausteine der materiellen Substanzen, der Elementarteilchen. Da die Materie selbst eine Einheit bildet, die Wellen- und Teilcheneigenschaften zugleich besitzt, muß man versuchen, eine entsprechende Theorie zu entwickeln, die beide Eigenschaften enthält. Eine solche Theorie ist die Quantenmechanik, an deren Aufbau wir jetzt gehen. Dabei können verschiedene Wege eingeschlagen werden: Man kann erstens die Wellentheorie in geeigneter Weise abändern, so daß sie die Mängel der klassischen Formulierung des vorigen Kapitels nicht mehr besitzt. Auf diese Weise gelangt man zur wellenmechanischen Form der Quantenmechanik. Oder man kann zweitens die klassische Teilchenmechanik entsprechend abändern, wodurch man die sog. Matrizenmechanik erhält. Es zeigte sich, daß die beiden so entwickelten Theorien, Wellen- und Matrizenmechanik, mathematisch äquivalent sind und als spezielle Ausdrucksformen einer allgemeineren Gesetzesgruppe, eben der Quantenmechanik, aufgefaßt werden können.