Heisenberg, Werner: Physikalische Prinzipien der Quantentheorie
Armin M. Börne, Arne Schirrmacher
Die theoretisch-physikalische Abhandlung basiert auf 1929 in Chicago gehaltenen Vorlesungen und erschien 1930. Heisenberg versuchte die Interpretation der Quantentheorie konsequent auf der mit seinen Göttinger Kollegen M. Born und P. Jordan entwickelten Quantenmechanik und auf der Transformationstheorie P. A. M. Diracs aufzubauen, ohne wie E. Schrödinger Anleihen bei der Wellenmechanik zu machen. Während Bohr bei den gemeinsamen Bemühungen seine Überlegungen zunächst auf den Welle-Korpuskel-Dualismus gründete, hatte Heisenbergs wegweisende Veröffentlichung von 1925 Über quantentheoretische Umdeutung kinematischer und mechanischer Beziehungen betont, dass man in der Physik nur mit beobachtbaren Größen argumentieren solle. Konkretisiert durch seine „Unbestimmtheitsrelation“, die die gleichzeitige Beobachtbarkeit von Ort und Geschwindigkeit der Materiebausteine im Atom einschränkt, formulierte er gemeinsam insbesondere mit Bohr in der „Kopenhagener Deutung der Quantentheorie“ eine widerspruchsfreie physikalische Interpretation der Quantentheorie.
J.B. Metzler eBooks•Jan 1, 2020•0 citations