Die Entwicklung der klassischen statistischen Mechanik zur Quantenstatistik
Adolf G. Smekal
Die Aufgabe der physikalischen Statistik besteht darin, die molekularen Gesetzmäßigkeiten mit den makroskopischen zu verknüpfen. Der Übergang von den ungeheuer vielen Gleichungen der molekularen Vorgänge zu den wenigen bekannten phänomenologischen Gesetzen wird dabei durch Mittelbildungen über die molekularen Zustandsveränderlichen vollzogen1), so daß die phänomenologischen, direkt meßbaren Größen, ihrer experimentellen Bedeutung nach, als zeitliche oder zeitlich-räumliche Mittelwerte aufzufassen und darzustellen sind. Die Lösung dieser Aufgabe für das Gebiet der phänomenologischen Thermodynamik insbesondere ist einer der Hauptgegenstände der statistischen Mechanik. Ausgangspunkt der Betrachtung ist in jedem Falle die Aufstellung eines geeigneten Modells für das zugrunde gelegte physikalische System, welches formal den Bedingungen des oben angedeuteten Überganges zu genügen hat. Nun ist klar, daß es viele derartige Modelle geben kann, deren Anwendung auf die wirklichen Körper versagt oder nur innerhalb beschränkter Grenzen erfolgreich ist. Man wird daher trachten, das zu benutzende Modell so allgemein als möglich zu wählen, um es den speziellen Eigenschaften der wirklichen Körper gegenüber möglichst anpassungsfähig zu erhalten.
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