Der Mythos der Objektivität
Helmut Fuchs
Der erste Punkt betrifft den Mythos der Objektivität bzw. der Erkenntnisfähigkeit des Beobachters und die daraus abgeleiteten Folgerungen und findet sich in der Literatur u.a. bei Maturana, von Foerster oder Watzlawick. Die nicht nur in der Philosophie der Stoa bereits beschriebene menschliche Konstruktion der Wirklichkeit bekommt besondere Bedeutung, seit man versucht, quantenphysikalische Zusammenhänge zu verstehen, und weiß, daß der Beobachter immer in das Geschehen eingreift, das Beobachtete zwangsläufig manipuliert und nie in einer fernab seiner Person existierenden Form registrieren kann. So braucht der Beobachter zum Beispiel Licht, um etwas zu sehen. Dies bedingt, daß er Licht, also Energie einsetzen muß, um das Untersuchungsobjekt zu beleuchten. Diese eingesetzte Energie verwandelt aber das Objekt bereits in etwas, was es vorher nicht war.
Gabler Verlag eBooks•Jan 1, 1999•0 citations