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Diffraktionsmuster I.

Madeleine Scherrer

Published Oct 27, 2021• 0 citations
Publisher

Abstract

Das Phänomen der Fernbeziehungen in DiffraktionsmusternDiffraktionsmuster I. Auf den folgenden Seiten soll ein erstes Diffraktionsmuster erzeugt werden.Mit der experimentellen Erarbeitung dieses Diffraktionsmusters, das in zwei Variationen (a.und b.) hervorgebracht wird, verfolge ich zwei Ziele, die eng miteinander verbunden sind: Zum einen werden in beiden Variationen einige der im vorangehenden Kapitel 8 eingeführten physikalisch-philosophischen Begriffe Barads konkretisiert.So wird etwa in actu zu zeigen sein, was es heißt, Einsichten, Texte oder Materialien nicht in oppositionelle Stellung zueinander zu bringen bzw.diese nicht gegeneinander, sondern ›durcheinander hindurch‹ zu lesen.Bei Variation b. wird es darüber hinaus um die Frage gehen, wie Theorie durch Empirie und Empirie durch Theorie verschoben werden kann, damit neue Erkenntnisse zum Phänomen der Fernbeziehungen generiert werden können bzw.damit das Phänomen selbst erst in einer spezifischen Weise hervorgebracht werden kann.Zum anderen besteht bei der Erzeugung dieses ersten Diffraktionsmusters das Ziel in einem inhaltlichen Sinn darin, den Begriff der Intimität und damit zusammenhängende normalisierende Vorstellungen, wie sie in Kapitel 2 erörtert wurden, in der Weise eines Doppelspaltexperiments als Beugungsgitter (engl.diffraction grating) (vgl.hierzu bspw.Barad, 2003, S. 811 sowie Kap.8) einzusetzen.Die Installation des Beugungsgitters stellt eine Setzung dar, die aufgrund des Erkenntnisinteresses der vorliegenden Untersuchung zwar nicht beliebig, aber auch nicht unveränderbar ist.Durch dieses Beugungsgitter werden Elemente der Massey'schen Rekonzeptualisierung des Raumbegriffs, der Lefebvre'schen Raum-Triade sowie weitere Überlegungen von Theoretiker_innen, die im Feld der kritischen bzw.feministischen Geografie verortet werden können, ›hindurchgelassen‹.Mithilfe dieser experimentellen Diffraktionsapparatur entstehen die beiden genannten Variationen eines ersten Musters zum Phänomen der Fernbeziehungen.Zugleich wird sich zeigen, dass die Apparatur in sich nicht gleich bleibt, sondern aufgrund ihrer Intraaktion im Prozess der Erzeugung des Diffraktionsmusters selbst verändert wird (vgl.hierzu bspw.Barad, 2007, S. 146).Das Diffraktionsmuster I. Variation a. -Feministisch-raumtheoretische, agentielle Schnitte/Normalisierte Intimität Wie in den Vorbemerkungen zum theoretischen Schnitt I: Raum (Kap.6.1) erörtert wurde, versteht Massey (1992, S. 67) Raum als spezifische ›Dimension‹, die unser Erleben und Vorstellen der Welt prägt.In diesem Zusammenhang spielt es eine Rolle -»[i]t matters« (Massey, 2006, S. 89) -, wie Raum konzeptualisiert wird bzw.

DOI
10.1515/9783839457283-032

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Phänomen und physikalische Realität

Wolfgang Ernst Friederich Pauli

Im folgenden will ich einige Hinweise geben, welche Probleme in Verbindung mit den Stichworten Phänomen und Realität in der heutigen Physik eine wichtige Rolle spielen, ohne Anspruch, dieses unerschöpfliche Thema auch nur annähernd bemeistern zu können. Dabei will ich aber auch kontroverse Fragen berühren, denn diese sind es ja, denen sich das allgemeine Interesse am meisten zuwendet. Zur Orientierung der Philosophen möchte ich gleich bemerken, daß ich selbst keiner bestimmten philosophischen Richtung angehöre, die einen mit den Silben „-ismus“ endenden Namen trägt. Darüber hinaus bin ich auch dagegen, spezielle physikalische Theorien wie zum Beispiel die Relativitätstheorie oder die Quanten- oder Wellenmechanik speziellen -ismen zuzuordnen, obwohl dies zuweilen von physikalischer Seite her geschieht. Meine allgemeine Tendenz ist vielmehr, zwischen extremen Richtungen eine gewisse Mitte einzuhalten. In diesem Sinne ist es wohl am besten, sich zunächst darüber zu besinnen, wie Phänomen und Realität im beruflichen Alltagsleben des Physikers vorkommen.

Vieweg+Teubner eBooks•Jan 1, 1961•16 citations

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Vieweg+Teubner eBooks•Jan 1, 1984•0 citations

Philosophie der Mentalenergie

Karl Stifter

Nach dem Energieerhaltungssatz kann Energie nicht erzeugt, sondern nur von einer Form in eine andere umgewandelt werden. In einem energetisch abgeschlossenen System muß dem-gemäß die Gesamtenergie konstant bleiben. Die vorliegende Arbeit geht grundsätzlich der Frage nach, inwieweit dieses physikalische Gesetz überhaupt noch Platz für eine mentale Energie läßt, zumal eine solche Wirkkraft unausweichlich eine Überdetermination zu begrün-den scheint. Ich stelle u.a. jene Überlegungen der Quantenphysik vor, welche mir geeignet erscheinen, die Kluft zwischen Geist und Materie überbrücken zu können. Zum einen des-halb, weil sie die althergebrachte Vorstellung von Materie in Frage stellen, zum anderen, weil sie die Einwirkung des Bewußtseins und das Verhältnis von Objektivität und Subjektivität beleuchten. Es scheint, als besäße das Elektron keine vom Bewußtsein unabhängigen Eigenschaften und als wäre in der Quantentheorie das Objekt vom Subjekt prinzipiell nicht zu trennen. Die Quantenmechanik kennt nichtlokale Verbindungen, die weder mit Energie, noch mit Mechanik, noch mit herkömmlicher kausaler Verknüpfung zu tun haben. Die Nichtlokali-tät stellt somit eine Korrelation, nicht einen kausalen Zusammenhang, wie etwa eine Wechsel-wirkung dar, da keinerlei Signalübertragung stattfindet. Die kausale Geschlossenheit der Welt kann nur soweit Gültigkeit beanspruchen, als physikalische klassische Systeme als umfassende Darstellungen der Welt angesehen werden können. Die Vorstellung, dass subatomare Teilchen einen bestimmten Weg in Raum und Zeit verfolgen und miteinander interferieren, ist eine rein mentale Konstruktion, die unserem Vor-stellungsvermögen entgegenkommt, aber keinerlei zusätzliche Erklärungskraft besitzt. In der gegenwärtigen Diskussion über mentale Verursachung wird oftmals von einem Dualismus ausgegangen, der meines Erachtens von einem überholten Materiebegriff ausgeht. Bei der „Mental-Energie“ ist das Mentale letztlich nicht geheimnisvoller, als die Energie, und die kausale Verbindung des Geistes mit sogenannter „Materie“ nicht rätselhafter und unmöglich-er, als zwei korrelierte Teilchen, die unabhängig von Zeit, Raum verschränkt sind. Ich versuche zu argumentieren, dass es ein “irreduzibles Selbst“ gibt und dass sein „Innewerden“ möglich ist, ansonsten wir gar nicht wissen und spüren könnten, dass wir beispielsweise zentriert sind, wenn wir in unserer Mitte sind. Die Mitte existiert nur „mitten-drin“, als Mitte von Etwas. Ich behaupte, dass es möglich ist, dieses Etwas durch das „Prinzip der transzendenten Resonanz“, als das nicht hintergehbare Selbst, verstärkt wahrzunehmen. Es ist ein Gewahrwerden seiner selbst durch „Spiegelung“ oder „Nachhall“ des Unverstellten und Wesentlichen in besonderen Lebensmomenten. Das Eigentliche um uns bringt durch Resonanz das Eigentliche in uns zum Anklingen: Das „eigentliche Selbst“. Wir erleben uns selbst nicht nur als Erlebende und Erkennende dieser transzendenten Momente, sondern gleichzeitig auch als feststellende, auffindende, wesensgleiche und somit auf gleicher Wellenlänge seiende Kategorisierer und Bewerter dieser besonderen essentiellen Qualität, die um diese Wertkategorie auch wissen. Auf diese Weise bekommen wir neben diesem erkennenden auch ein ergänzendes Wissen von uns selbst, weil ein Teil unseres „ontischen Ergänzungsbedarfs“ den wir als „ex-zentrische“ Wesen haben, gedeckt wurde. In diesem transzendenten Sich-Selbst-Erleben stillen wir unsere Sehnsucht nach Ganzheit. Die Sehn-sucht nach dieser Komplettierung ist die Quelle aller mentalen Energie.

•Jan 1, 2009•0 citations

Die quantentheoretische Naturbeschreibung

P. Jordan

Wir haben als eilige Wanderer die Gebiete der physikalischen Forschung durchwandert; und indem wir ganz darauf verzichtet haben, die schweren Waffen der Mathematik mitzunehmen, haben wir uns sozusagen auf die Rolle eines Kriegsberichterstatters im Gelände der physikalischen Forschungsarbeit beschränkt, der sich damit begnügen muß, einige Stimmungsbilder von dem dortigen Geschehen aufzufangen, ohne ernstlich auf die strategischen und technischen Probleme einzugehen. Wir sind an reichen Wissensgebieten von großer Mannigfaltigkeit und Schönheit ihres Inhalts schnell vorübergegangen, um nicht in der Betrachtung der Einzelheiten die großen Leitlinien der Gedankenentwicklung aus den Augen zu verlieren. Wenn wir jetzt dazu übergehen, das Gedankengebäude zu betrachten, in welchem das moderne physikalische Denken triumphiert über die scheinbar so hoffnungslosen Paradoxien und Schwierigkeiten, die uns in der quantenphysikalischen experimentellen Erfahrung entgegentraten, dann werden wir in noch höherem Grade Bescheidung üben müssen. Ohne das Schwergewicht der experimentellen quantitativen Beweise für den gedanklichen Inhalt und die mathematischen Gesetze der heutigen Quantentheorie hier erkennbar und fühlbar machen zu können, müssen wir es uns genug sein lassen, den philosophisch-erkenntnistheoretischen Charakter dieser Theorie uns andeutungsweise klarzumachen. Aber auch dafür muß der Verfasser, der dem Leser hierzu den Zugang erleichtern möchte, um ganz besondere Aufmerksamkeit bitten.

Vieweg+Teubner eBooks•Jan 1, 1949•1 citation

Kritik an der Physik

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Nach dieser heftigen Kritik an der Mathematik wäre es kaum gerechtfertigt, die Physik ganz ungeschoren davonkommen zu lassen. Zwei Punkte sind es vor allem, wo Kritik anzusetzen ist. Der eine und zugleich primäre berührt das von uns untersuchte Phänomen überhaupt. Der andere, sekundäre bezieht sich auf die Beobachtungsmethode; hier stellt sich nämlich die Frage, ob die verwendete Apparatur uns wirklich zu präzisen Beobachtungen des von uns angepeilten Phänomens führt — möglicherweise gibt es irgendwelche Fehlerquellen, die uns in die Irre führen, d. h. zur Beobachtung eines anderen als des beabsichtigten Phänomens verleiten.

Vieweg+Teubner eBooks•Jan 1, 1990•0 citations

The Duality of Sound

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The Duality of Sound widmet sich der medientechn(olog)ischen Präsentation raumzeitlicher Relationen zeitkritischer Prozesse und verdeutlicht anhand des sonischen Signals die zentrale Rolle der techn(olog)ischen Messmedien in Bezug auf die Erzeugung von so etwas wie Welt. Zunächst soll mittels der Informationstheorie das Signal als solches ausgelotet werden, um daraufhin jenes Signal mit der Erzeugung von so etwas wie Welt verkoppeln zu können. Es wird sich zeigen, dass das Signal im Allgemeinen die Fähigkeit besitzt, im Rahmen der besorgten Zeit (Heidegger) ordnungsstiftende, raumzeitliche Relationen (Whitehead) zu bilden. Das in der Quantentheorie oft zitierte Doppelspaltexperiment dient als Beispiel, da es die strenge Verbindung zwischen ausgewähltem Messapparat und offenbartem Phänomen darstellt. Dabei wird sich nicht nur zeigen, wie das in der Messung Offenbarte zu deuten ist, sondern, dass die eigentliche Eigenschaft eines Objekts von Interesse – Licht genauso wie Sound – erst aus der Repräsentation hervorgeht. Im zweiten Kapitel wird erläutert, dass zwei sich gegenseitig ausschließende Messverfahren von Nöten sind, die sich schließlich im techn(olog)ischen Messkörper wiederfinden. Hier findet eine medienwissenschaftliche Deutung des Messaktes statt: das herausgearbeitete ‚techn(olog)ische Unbestimmtheitsprinzip‘ zeigt, dass die Möglichkeit der Bildung raumzeitlicher Relationen durch zwei medientechn(olog)ische ‚Anatomietypen‘ beschränkt ist. In Anlehnung an Barad lässt sich argumentieren, dass das Messobjekt zwar einen Körper besitzt (sex), dieser sich jedoch immer im Diskurs (gender) des Subjekts wiederfindet. Demnach kann das Messmedium nie rein objektiv sein, da bereits mit der Entscheidung, also mit der Wahl des Messinstruments, die Bildung von so etwas wie Welt bereits entschieden ist. Zwei unterschiedliche Signalwesen präsentieren sich schließlich im letzten Kapitel der Arbeit. Während das sonische Signal via Computer den Raum zeitigt, offenbart sich im Falle des Phonautographen ein Wesen, das aus der Zeitigung des Raumes hervorgeht. Am Ende zeigt sich die Erzeugung von so etwas wie Welt im kontinuierlichen oder diskontinuierlichen Gewand; in Abhängigkeit vom Messmedium offenbart sich die Doppelnatur des sonischen Signals.

•Jun 2, 2021•1 citation
Das Phänomen der Fernbeziehungen in DiffraktionsmusternDiffraktionsmuster I. Auf den folgenden Seiten soll ein erstes Diffraktionsmuster erzeugt werden.Mit der experimentellen Erarbeitung dieses Diffraktionsmusters, das in zwei Variationen (a.und b.) hervorgebracht wird, verfolge ich zwei Ziele, die eng miteinander verbunden sind: Zum einen werden in beiden Variationen einige der im vorangehenden Kapitel 8 eingeführten physikalisch-philosophischen Begriffe Barads konkretisiert.So wird etwa in actu zu zeigen sein, was es heißt, Einsichten, Texte oder Materialien nicht in oppositionelle Stellung zueinander zu bringen bzw.diese nicht gegeneinander, sondern ›durcheinander hindurch‹ zu lesen.Bei Variation b. wird es darüber hinaus um die Frage gehen, wie Theorie durch Empirie und Empirie durch Theorie verschoben werden kann, damit neue Erkenntnisse zum Phänomen der Fernbeziehungen generiert werden können bzw.damit das Phänomen selbst erst in einer spezifischen Weise hervorgebracht werden kann.Zum anderen besteht bei der Erzeugung dieses ersten Diffraktionsmusters das Ziel in einem inhaltlichen Sinn darin, den Begriff der Intimität und damit zusammenhängende normalisierende Vorstellungen, wie sie in Kapitel 2 erörtert wurden, in der Weise eines Doppelspaltexperiments als Beugungsgitter (engl.diffraction grating) (vgl.hierzu bspw.Barad, 2003, S. 811 sowie Kap.8) einzusetzen.Die Installation des Beugungsgitters stellt eine Setzung dar, die aufgrund des Erkenntnisinteresses der vorliegenden Untersuchung zwar nicht beliebig, aber auch nicht unveränderbar ist.Durch dieses Beugungsgitter werden Elemente der Massey'schen Rekonzeptualisierung des Raumbegriffs, der Lefebvre'schen Raum-Triade sowie weitere Überlegungen von Theoretiker_innen, die im Feld der kritischen bzw.feministischen Geografie verortet werden können, ›hindurchgelassen‹.Mithilfe dieser experimentellen Diffraktionsapparatur entstehen die beiden genannten Variationen eines ersten Musters zum Phänomen der Fernbeziehungen.Zugleich wird sich zeigen, dass die Apparatur in sich nicht gleich bleibt, sondern aufgrund ihrer Intraaktion im Prozess der Erzeugung des Diffraktionsmusters selbst verändert wird (vgl.hierzu bspw.Barad, 2007, S. 146).Das Diffraktionsmuster I. Variation a. -Feministisch-raumtheoretische, agentielle Schnitte/Normalisierte Intimität Wie in den Vorbemerkungen zum theoretischen Schnitt I: Raum (Kap.6.1) erörtert wurde, versteht Massey (1992, S. 67) Raum als spezifische ›Dimension‹, die unser Erleben und Vorstellen der Welt prägt.In diesem Zusammenhang spielt es eine Rolle -»[i]t matters« (Massey, 2006, S. 89) -, wie Raum konzeptualisiert wird bzw.
Im folgenden will ich einige Hinweise geben, welche Probleme in Verbindung mit den Stichworten Phänomen und Realität in der heutigen Physik eine wichtige Rolle spielen, ohne Anspruch, dieses unerschöpfliche Thema auch nur annähernd bemeistern zu können. Dabei will ich aber auch kontroverse Fragen berühren, denn diese sind es ja, denen sich das allgemeine Interesse am meisten zuwendet. Zur Orientierung der Philosophen möchte ich gleich bemerken, daß ich selbst keiner bestimmten philosophischen Richtung angehöre, die einen mit den Silben „-ismus“ endenden Namen trägt. Darüber hinaus bin ich auch dagegen, spezielle physikalische Theorien wie zum Beispiel die Relativitätstheorie oder die Quanten- oder Wellenmechanik speziellen -ismen zuzuordnen, obwohl dies zuweilen von physikalischer Seite her geschieht. Meine allgemeine Tendenz ist vielmehr, zwischen extremen Richtungen eine gewisse Mitte einzuhalten. In diesem Sinne ist es wohl am besten, sich zunächst darüber zu besinnen, wie Phänomen und Realität im beruflichen Alltagsleben des Physikers vorkommen.
Im folgenden will ich einige Hinweise geben, welche Probleme in Verbindung mit den Stichworten Phänomen und Realität in der heutigen Physik eine wichtige Rolle spielen, ohne Anspruch, dieses unerschöpfliche Thema auch nur annähernd bemeistern zu können. Dabei will ich aber auch kontroverse Fragen berühren, denn diese sind es ja, denen sich das allgemeine Interesse am meisten zuwendet. Zur Orientierung der Philosophen möchte ich gleich bemerken, daß ich selbst keiner bestimmten philosophischen Richtung angehöre, die einen mit den Silben „-ismus“ endenden Namen trägt. Darüber hinaus bin ich auch dagegen, spezielle physikalische Theorien wie zum Beispiel die Relativitätstheorie oder die Quanten- oder Wellenmechanik speziellen -ismen zuzuordnen, obwohl dies zuweilen von physikalischer Seite her geschieht. Meine allgemeine Tendenz ist vielmehr, zwischen extremen Richtungen eine gewisse Mitte einzuhalten. In diesem Sinne ist es wohl am besten, sich zunächst darüber zu besinnen, wie Phänomen und Realität im beruflichen Alltagsleben des Physikers vorkommen.
Nach dem Energieerhaltungssatz kann Energie nicht erzeugt, sondern nur von einer Form in eine andere umgewandelt werden. In einem energetisch abgeschlossenen System muß dem-gemäß die Gesamtenergie konstant bleiben. Die vorliegende Arbeit geht grundsätzlich der Frage nach, inwieweit dieses physikalische Gesetz überhaupt noch Platz für eine mentale Energie läßt, zumal eine solche Wirkkraft unausweichlich eine Überdetermination zu begrün-den scheint. Ich stelle u.a. jene Überlegungen der Quantenphysik vor, welche mir geeignet erscheinen, die Kluft zwischen Geist und Materie überbrücken zu können. Zum einen des-halb, weil sie die althergebrachte Vorstellung von Materie in Frage stellen, zum anderen, weil sie die Einwirkung des Bewußtseins und das Verhältnis von Objektivität und Subjektivität beleuchten. Es scheint, als besäße das Elektron keine vom Bewußtsein unabhängigen Eigenschaften und als wäre in der Quantentheorie das Objekt vom Subjekt prinzipiell nicht zu trennen. Die Quantenmechanik kennt nichtlokale Verbindungen, die weder mit Energie, noch mit Mechanik, noch mit herkömmlicher kausaler Verknüpfung zu tun haben. Die Nichtlokali-tät stellt somit eine Korrelation, nicht einen kausalen Zusammenhang, wie etwa eine Wechsel-wirkung dar, da keinerlei Signalübertragung stattfindet. Die kausale Geschlossenheit der Welt kann nur soweit Gültigkeit beanspruchen, als physikalische klassische Systeme als umfassende Darstellungen der Welt angesehen werden können. Die Vorstellung, dass subatomare Teilchen einen bestimmten Weg in Raum und Zeit verfolgen und miteinander interferieren, ist eine rein mentale Konstruktion, die unserem Vor-stellungsvermögen entgegenkommt, aber keinerlei zusätzliche Erklärungskraft besitzt. In der gegenwärtigen Diskussion über mentale Verursachung wird oftmals von einem Dualismus ausgegangen, der meines Erachtens von einem überholten Materiebegriff ausgeht. Bei der „Mental-Energie“ ist das Mentale letztlich nicht geheimnisvoller, als die Energie, und die kausale Verbindung des Geistes mit sogenannter „Materie“ nicht rätselhafter und unmöglich-er, als zwei korrelierte Teilchen, die unabhängig von Zeit, Raum verschränkt sind. Ich versuche zu argumentieren, dass es ein “irreduzibles Selbst“ gibt und dass sein „Innewerden“ möglich ist, ansonsten wir gar nicht wissen und spüren könnten, dass wir beispielsweise zentriert sind, wenn wir in unserer Mitte sind. Die Mitte existiert nur „mitten-drin“, als Mitte von Etwas. Ich behaupte, dass es möglich ist, dieses Etwas durch das „Prinzip der transzendenten Resonanz“, als das nicht hintergehbare Selbst, verstärkt wahrzunehmen. Es ist ein Gewahrwerden seiner selbst durch „Spiegelung“ oder „Nachhall“ des Unverstellten und Wesentlichen in besonderen Lebensmomenten. Das Eigentliche um uns bringt durch Resonanz das Eigentliche in uns zum Anklingen: Das „eigentliche Selbst“. Wir erleben uns selbst nicht nur als Erlebende und Erkennende dieser transzendenten Momente, sondern gleichzeitig auch als feststellende, auffindende, wesensgleiche und somit auf gleicher Wellenlänge seiende Kategorisierer und Bewerter dieser besonderen essentiellen Qualität, die um diese Wertkategorie auch wissen. Auf diese Weise bekommen wir neben diesem erkennenden auch ein ergänzendes Wissen von uns selbst, weil ein Teil unseres „ontischen Ergänzungsbedarfs“ den wir als „ex-zentrische“ Wesen haben, gedeckt wurde. In diesem transzendenten Sich-Selbst-Erleben stillen wir unsere Sehnsucht nach Ganzheit. Die Sehn-sucht nach dieser Komplettierung ist die Quelle aller mentalen Energie.
Wir haben als eilige Wanderer die Gebiete der physikalischen Forschung durchwandert; und indem wir ganz darauf verzichtet haben, die schweren Waffen der Mathematik mitzunehmen, haben wir uns sozusagen auf die Rolle eines Kriegsberichterstatters im Gelände der physikalischen Forschungsarbeit beschränkt, der sich damit begnügen muß, einige Stimmungsbilder von dem dortigen Geschehen aufzufangen, ohne ernstlich auf die strategischen und technischen Probleme einzugehen. Wir sind an reichen Wissensgebieten von großer Mannigfaltigkeit und Schönheit ihres Inhalts schnell vorübergegangen, um nicht in der Betrachtung der Einzelheiten die großen Leitlinien der Gedankenentwicklung aus den Augen zu verlieren. Wenn wir jetzt dazu übergehen, das Gedankengebäude zu betrachten, in welchem das moderne physikalische Denken triumphiert über die scheinbar so hoffnungslosen Paradoxien und Schwierigkeiten, die uns in der quantenphysikalischen experimentellen Erfahrung entgegentraten, dann werden wir in noch höherem Grade Bescheidung üben müssen. Ohne das Schwergewicht der experimentellen quantitativen Beweise für den gedanklichen Inhalt und die mathematischen Gesetze der heutigen Quantentheorie hier erkennbar und fühlbar machen zu können, müssen wir es uns genug sein lassen, den philosophisch-erkenntnistheoretischen Charakter dieser Theorie uns andeutungsweise klarzumachen. Aber auch dafür muß der Verfasser, der dem Leser hierzu den Zugang erleichtern möchte, um ganz besondere Aufmerksamkeit bitten.
Nach dieser heftigen Kritik an der Mathematik wäre es kaum gerechtfertigt, die Physik ganz ungeschoren davonkommen zu lassen. Zwei Punkte sind es vor allem, wo Kritik anzusetzen ist. Der eine und zugleich primäre berührt das von uns untersuchte Phänomen überhaupt. Der andere, sekundäre bezieht sich auf die Beobachtungsmethode; hier stellt sich nämlich die Frage, ob die verwendete Apparatur uns wirklich zu präzisen Beobachtungen des von uns angepeilten Phänomens führt — möglicherweise gibt es irgendwelche Fehlerquellen, die uns in die Irre führen, d. h. zur Beobachtung eines anderen als des beabsichtigten Phänomens verleiten.
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