Einige Bemerkungen zur Bellschen Ungleichung
Franz Ferschl
Die Bellsche Ungleichung erlaubt es, ein von Albert Einstein stammendes Gedankenexperiment zur Deutung der Quantenmechanik in recht durchsichtiger Weise zu analysieren. D’Espagnat hat der Ungleichung eine Fassung gegeben, die mit einem elementaren Wahrscheinlichkeitsraum auskommt. Aufgrund dieser Darstellung können die Konsequenzen einer neuerdings in Experimenten beobachteten Verletzung der Bellschen Ungleichung besonders deutlich sichtbar gemacht werden. In diesem Beitrag wird zunächst der historische Hintergrund der Debatte skizziert. Sodann wird die d’Espagnatsche Fassung weiter ausgebaut, um die Rolle der einzelnen Komponenten der experimentellen Anordnung besser sehen zu können. Schließlich wird eine wesentliche, aber immer noch elementare Erweiterung des Modells angegeben. Nunmehr kann gezeigt werden, daß die beobachteten Resultate nur durch eine Unsymmetrie der experimentellen Anordnung, nicht aber durch einen bisher vorgeschlagenen Verzicht auf ein gewisses Lokalitätspostulat erklärt werden können.
Physica-Verlag eBooks•Jan 1, 1995•0 citations