Luttinger‐Flüssigkeiten: Fermion‐Boson‐Verwandlung und Nicht‐Fermi‐FIüssigkeitsverhalten in einer Raumdimension
Kurt Schönhammer
Abstract Landaus Theorie der Fermi‐Flüssigkeiten ist ein Eckpfeiler zur theoretischen Beschreibung des Tieftemperaturverhaltens metallischer Systeme. Insbesondere seit der Entdeckung der Hochtemperatur‐Supraleiter, die oberhalb der Sprungtemperatur teilweise deutliche Abweichungen vom Fermi‐Flüssigkeitsverhalten zeigen, ist das Studium von Nicht‐Fermi‐Flüssigkeiten theoretisch wie experimentell ein aktuelles Forschungsthema geworden. Ein Prototyp solch eines Verhaltens sind wechselwirkende Fermionen in einer Raumdimension. Die niedrigliegenden Anregungen solcher Systeme, die man als Luttinger‐Flüssigkeiten bezeichnet, entsprechen denen eines Systems wechselwirkungsfreier masseloser Bosonen. Nach einer kurzen Einführung in die Landau‐Theorie wird versucht, auf sehr elementarem Weg den Übergang von der fermionischen zur bosonischen Beschreibung in einer Dimension zu erläutern. Zur Frage, ob sich die Besonderheiten von Luttinger‐Flüssigkeiten experimentell verifizieren lassen, wird insbesondere auf die hochauflösende Photoemission eingegangen.
Physikalische Blätter•Dec 1, 1995•0 citations