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A Memory-Kernel-Free Approach to Time-Dependent Lattice Fermion Models

Christian Gramsch

Published Mar 1, 2018• 0 citations
OpenAlex

Abstract

We rigorously prove that any time-dependent, interacting lattice fermion model can be mapped to a corresponding noninteracting model. By construction, this effective model gives exact access to the one-particle Keldysh-Matsubara Green's function of the system -- at the cost of introducing an exponentially large number of virtual one-particle degrees of freedom. As the physics of the system are invariant under time-dependent unitary transformations involving these virtual degrees of freedom only, we explore two distinct realizations of the effective model: First, we choose the virtual subsystem to be diagonal which, upon tracing out the virtual sites, yields the nonequilibrium self-energy as a superposition of noninteracting isolated modes---the Lehmann representation. This result is highly useful to efficiently solve Dyson's equation numerically in contexts where an approximate self-energy is obtained from a small reference system. Calculating the effective noninteracting model instead of the self-energy, a memory-kernel-free time-propagation algorithm becomes possible. This is demonstrated explicitly by choosing the nonequilibrium cluster perturbation theory (CPT) as a simple approach to study the long-time dynamics of an inhomogeneous initial state after a quantum quench in the Hubbard model on a 10x10 square lattice. We demonstrate that the violation of conservation laws is moderate for weak Hubbard interaction and that prethermalization physics are contained in the cluster approach. Improving upon plain CPT, we construct a conserving generalization. In form of local constraints on the local spin-dependent particle and the doublon density, we use the macroscopic conservation laws to self-consistently fix the time-dependent hopping in the reference cluster. Using a simple two-site cluster in a proof-of-concept calculation, we consider the dynamics of the two-dimensional, particle-hole-symmetric Hubbard model following a weak interaction quench. Indeed we find the dynamics profoundly altered in the conserving CPT. The doublon density shows a monotonous relaxation while strongly oscillating behavior is found within the plain CPT. Leaving the topic of cluster-based theories, we also derive a second form of the effective model which is block-tridiagonal. The construction is analog to the Mori-Zwanzig projection technique which we generalize to Keldysh-Matsubara Green's functions. Based on our results we derive a selfconsistent nonequilibrium two-pole approach and explain how to enforce conservation laws. Finally, possible future applications are discussed. Wir zeigen rigoros, dass jedes zeitabhangige wechselwirkende Gitterfermionenmodell auf ein anderweitig entsprechendes nicht-wechselwirkendes Modell abgebildet werden kann. Dieses effektive Modell ist so konstruiert, dass es exakten Zugriff auf die Einteilchen-Green-Funktion erlaubt --- zum Preis einer exponentiell grosen Anzahl zusatzlicher virtueller Freiheitsgrade. Da die Physik des Systems invariant unter zeitabhangigen unitaren Transformationen bleibt, welche ausschlieslich diese virtuellen Freiheitsgrade involvieren, betrachten wir zwei mogliche Realisationen des effektiven Modells: Zuerst wahlen wir das virtuelle Subsystem in diagonaler Form, wodurch sich bei Ausintegration der virtuellen Platze die Nichtgleichgewichts-Selbstenergie als Uberlagerung nichtwechselwirkender isolierter Moden erweist --- die Lehmann Darstellung. Dieses Resultat is sehr nutzlich, wenn eine numerische Losung der Dyson-Gleichung im Kontext von Approximationen benotigt wird, welche eine genahrte Selbstenergie aus einem kleinen Referenzsystem bestimmen. Indem man anstatt der Selbstenergie das effektive Modell bestimmt, wird ein Markovscher Zeitpropagationsalgorithmus moglich, d.h. ohne Verwendung einer Erinnerungsfunktion. Wir demonstrieren dies explizit am einfachen Beispiel der zeitabhangigen Cluster-Storungstheorie (CPT), indem wir die Langzeitdynamik eines inhomogenen Anfangszustands nach einem Quanten-Quench, beschrieben durch das Hubbard Modell auf einem 10x10 Quadratgitter, simulieren. Wir zeigen, dass die Verletzung von Erhaltungssatzen im Regime kleiner Hubbard-Wechselwirkungen moderat bleibt, und, dass Prethermalisierungsphysik im Clusteransatz enthalten ist. Daraufhin leiten wir eine erhaltende CPT ab, welche die fundamentalen Erhaltungssatze respektiert. In Form lokaler Zwangsbedingungen fur die spinabhangige Teilchen- und Doublonendichte verwenden wir dabei die Erhaltungssatze, um die zeitabhangige Hupfmatrix im Referenzcluster zu bestimmen. In einer ersten Rechnung betrachten wir die Dynamik eines zweidimensionalen Hubbard-Modells nach einem Quench auf schwache Wechselwirkung. In der Tat ergibt sich in eine starke Veranderung der Dynamik in der erhaltenden CPT. Die Doublonendichte zeigt eine monotone Relaxation, wahrend sich in einer gewohnliche CPT-Rechnung stark oszillierendes Verhalten findet. Im Folgenden verlassen wir das Thema clusterbasierter Theorien und leiten eine alternative, block-tridiagonale Darstellung des effektiven Modells ab. Die Konstruktion ist analog zum Mori-Zwanzig-Formalismus, welchen wir auf Keldysh-Matsubara-Green-Funktionen verallgemeinern. Basierend auf diesem Resultat leiten wir einen selbstkonsistenten Zweipol-Ansatz ab und zeigen, wie Erhaltungssatze in diesem erzwungen werden konnen. Zuletzt diskutieren wir mogliche zukunftige Anwendungen.

Related papers

Lehmann representation of the nonequilibrium self-energy

Christian Gramsch, Michael Potthoff

It is shown that the nonequilibrium self-energy of an interacting lattice-fermion model has a unique Lehmann representation. Based on the construction of a suitable noninteracting effective medium, we provide an explicit and numerically practicable scheme to construct the Lehmann representation for the self-energy, given the Lehmann representation of the single-particle nonequilibrium Green's function. This is of particular importance for an efficient numerical solution of Dyson's equation in the context of approximations where the self-energy is obtained from a reference system with a small Hilbert space. As compared to conventional techniques to solve Dyson's equation on the Keldysh contour, the effective-medium approach allows us to reach a maximum propagation time, which can be several orders of magnitude longer. This is demonstrated explicitly by choosing the nonequilibrium cluster-perturbation theory as a simple approach to study the long-time dynamics of an inhomogeneous initial state after a quantum quench in the Hubbard model on a $10\ifmmode\times\else\texttimes\fi{}10$ square lattice. We demonstrate that the violation of conservation laws is moderate for weak Hubbard interaction and that the cluster approach is able to describe prethermalization physics.

arXiv:1509.05313•Physical Review B•Dec 18, 2015•14 citations

Equilibrium and nonequilibrium dynamics close to impurity quantum phase transitions

Benedikt Lechtenberg

In den letzten Jahren haben Quantenpunkte viel Aufmerksamkeit erhalten, da ihre magnetischen Eigenschaften für Spintronik Geräte benutzt oder ein in einem Quantenpunkt eingesperrter Spin als Qubit für einen Quantencomputer verwendet werden könnte. In dieser Arbeit untersuchen wir die Gleichgewichts- und Nichtgleichgewichtseigenschaften von verschiedenen Quantenstörstellensystemen (QIS). Als erstes wird das Kondo-Modell betrachtet, in dem das lokale magnetische Moment einer Störstelle über eine Heisenberg-Wechselwirkung an ein fermionisches Bad gekoppelt ist. Wir untersuchen, wie die Kondokorrelationen aufgebaut werden und wie sie sich durch das Leitungsband ausbreiten. Die Nichtgleichgewichtsergebnisse zeigen, dass die meisten Korrelationen sich innerhalb eines Lichtkegels ausbreiten, der bestimmt ist durch die Fermi-Geschwindigkeit. Interessanterweise sehen wir auch Korrelationen außerhalb des Lichtkegels. Mittels einer Störungstheorie in zweiter Ordnung in der Kopplung, können wir zeigen, dass diese Korrelationen mit den intrinsischen Korrelationen des Fermi-Sees zusammenhängen. Weiterhin stellen wir ein Experiment vor, in dem Metall-Molekül-Komplexe durch Reaktion von einem PTCDA Molekül, das auf einer Au(111) Oberfläche adsorbiert, mit einem einzelnen Au Atom gebildet werden. Dies führt zur Entstehung von Radikalen. Der beobachtete Kondoeffekt in den Rastertunnelmikroskopie (STM) Spektren ist ein eindeutiger Beweis für die Bildung eines lokalen Momentes. Die physikalisch korrekte Beschreibung der Bildung des lokalen Momentes und des Kondoeffekt ist jedoch mit der Dichtefunktionaltheorie (DFT) nicht möglich. Daher verwenden wir einen kombinierten DFT + Numerische Renormierungsgruppen (NRG) Ansatz, in dem wir die Ergebnisse der DFT als “ab initio” Eingangs-Parameter für unsere NRG verwenden. Wir zeigen, dass die Ergebnisse des Experiments und der NRG ohne Anpassungen der Modellparameter sehr gut übereinstimmen. Wenn zwei Au Atome auf benachbarten PTCDA Molekülen adsorbieren, weist das Spektrum in manchen Fällen eine Lücke um die Fermi-Energie, anstatt einer Kondoresonanz auf. Indem wir das System auf ein Zwei-Störstellen-Anderson-Modell (TIAM) abbilden, können wir zeigen, dass diese Lücke durch die starke nichtmagnetische chemische Wechselwirkung zwischen den beiden Komplexen entsteht. Mittels unserer NRG Ergebnisse liefern wir eine ausführliche Analyse des auftretenden Quantenphasenübergangs (QPT). Am Schluss betrachten wir die Gleichgewichts- und Nichtgleichgewichtseigenschaften des Zwei-Störstellen-Kondo-Modells (TIKM), welches einen QPT aufweist, wenn man die Energieabhängigkeit der Kopplungen an das Leitungsband vernachlässigt. Wir zeigen, dass es möglich ist, diesen QPT in dem voll energieabhängigen Modell mittels passenden Potentialstreutermen wiederherzustellen. Danach wird die Zeitdynamik nach einem Quench in der direkten Spin-Spin-Wechselwirkung zwischen den beiden Störstellenspins untersucht. Es wird gezeigt, dass eine ausreichend große antiferromagnetische Wechselwirkung die Thermalisierung der Spin-Spin-Korrelationsfunktion verhindert, da in diesem Fall die Störstellen vom Leitungsband entkoppeln.

•Jan 1, 2015•1 citation

Enforcing conservation laws in nonequilibrium cluster perturbation theory

Christian Gramsch, Michael Potthoff

Using the recently introduced time-local formulation of the nonequilibrium cluster perturbation theory (CPT), we construct a generalization of the approach such that macroscopic conservation laws are respected. This is achieved by exploiting the freedom for the choice of the starting point of the all-order perturbation theory in the intercluster hopping. The proposed conserving CPT is a self-consistent propagation scheme which respects the conservation of energy, particle number, and spin, which treats short-range correlations exactly up to the linear scale of the cluster, and which represents a mean-field-like approach on length scales beyond the cluster size. Using Green's functions, conservation laws are formulated as local constraints on the local spin-dependent particle and the doublon density. We consider them as conditional equations to self-consistently fix the time-dependent intracluster one-particle parameters. Thanks to the intrinsic causality of the CPT, this can be set up as a step-by-step time propagation scheme with a computational effort scaling linearly with the maximum propagation time and exponentially in the cluster size. As a proof of concept, we consider the dynamics of the two-dimensional, particle-hole-symmetric Hubbard model following a weak interaction quench by simply employing two-site clusters only. Conservation laws are satisfied by construction. We demonstrate that enforcing them has strong impact on the dynamics. While the doublon density is strongly oscillating within plain CPT, a monotonic relaxation is observed within the conserving CPT.

arXiv:1701.01057•Physical review. B./Physical review. B•May 19, 2017•0 citations

The two-particle self-consistent approach and its application to real materials

Karim Zantout

Diese Thesis befasst sich mit dem Problem korrelierter Elektronensysteme in realen Materialien. Ausgangspunkt hierbei ist die quantenmechanische Beschreibung dieser Systeme im Rahmen der sogenannten Kohn-Scham Dichtefunktionaltheorie, welche die Elektronen der Kristallsysteme als effektiv nicht-wechselwirkende Teilchen beschreibt. Während diese Modellierung im Falle vieler Materialklassen erfolgreich ist, unterscheiden sich die korrelierten Elektronensysteme dadurch, dass der kollektive Charakter der Elektronendynamik nicht zu vernachlässigen ist. Um diese Korrelationseffekte genauer zu untersuchen, verwenden wir in dieser Arbeit das Hubbard-Modell, welches mit der projektiven Wannierfunktionsmethode aus der Kohn-Scham Dichtefunktionaltheorie konstruiert werden kann. Das Hubbard-Modell umfasst hierbei nur die lokale Elektron-Elektron-Wechselwirkung auf einem Gitter. Auch wenn das Modell augenscheinlich sehr simpel ist, existieren exakte Lösungen nur in bestimmten Grenzfällen. Dies macht die Entwicklung approximativer Ansätze erforderlich, wobei die Weiterentwicklung der sogenannten Two-Particle Self-Consistent Methode (TPSC) eine zentrale Rolle dieser Arbeit einnimmt. Bei TPSC handelt es sich um eine Vielteilchenmethode, die in der Sprache funktionaler Ableitungen und sogenannter conserving approximations hergeleitet werden kann. Der zentrale Gedanke dabei ist, den effektiven Wechselwirkungsvertex als statisch und lokal zu approximieren. Dies wiederum erlaubt die Bewegungsgleichung des Systems erheblich zu vereinfachen, sodass eine numerische approximative Lösung des Hubbard-Modells möglich wird. Vorsetzung hierbei ist nur, dass sich das System in der normalleitenden Phase befindet und die bei Phasenübergängen entstehenden Fluktuationen nicht zu groß sind. Während diese Methode ursprünglich von Y. M. Vilk und A.-M. Tremblay für das Ein-Orbital Hubbard-Modell entwickelt wurde, stellen wir in dieser Arbeit eine Erweiterung auf Viel-Orbital-Systeme vor. Im Falle mehrerer Orbitale treten in der TPSC-Herleitung einzelne Komplikationen auf, die mit weiteren Approximationen behandelt werden müssen. Diese werden anhand eines einfachen Zwei-Orbital Modell-Systems diskutiert und die TPSC-Ergebnisse werden darüber hinaus mit den Ergebnissen der etablierten dynamischen Molekularfeldnährung verglichen. In diesem Zusammenhang werden auch mögliche zukünftige Erweiterungen bzw. Verbesserungen von TPSC diskutiert. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Anwendung von TPSC auf reale Materialien. In diesem Zusammenhang werden in dieser Arbeit die supraleitenden Eigenschaften der organischen K-(ET)2X Systeme untersucht. Hierbei lassen die TPSC-Resultate darauf schließen, dass das populäre Dimer-Modell, welches zur Beschreibung dieser Materialien herangezogen wird, nicht genügt um die experimentell bestimmten kritischen Temperaturen zu erklären und dass das komplexere Molekülmodell weitere exotische supraleitende Lösungen zulässt. Schließlich untersuchen wir außerdem die elektronischen Eigenschaften des eisenbasierten Supraleiters LiFeAs und diskutieren inwieweit nicht-lokale Korrelationseffekte, welche durch TPSC aufgelöst werden können, die experimentellen Daten reproduzieren.

•Jan 1, 2021•0 citations

Auxiliary Hamiltonian representation of the nonequilibrium Dyson equation

Karsten Balzer, Martin Eckstein

The nonequilibrium Dyson (or Kadanoff-Baym) equation, which is an equation of motion with a long-range memory kernel for real-time Green functions, underlies many numerical approaches based on the Keldysh formalism. In this paper we map the problem of solving the Dyson equation in real time onto a noninteracting auxiliary Hamiltonian with additional bath degrees of freedom. The solution of the auxiliary model does not require the evaluation of a memory kernel and can thus be implemented in a very memory efficient way. The mapping is derived for a self-energy which is local in space and is thus directly applicable within nonequilibrium dynamical mean-field theory (DMFT). We apply the method to study the interaction quench in the Hubbard model for an optical lattice with a narrow confinement, using inhomogeneous DMFT in combination with second-order weak-coupling perturbation theory. We find that, although the quench excites pronounced density oscillations, signatures of the two-stage relaxation similar to the homogeneous system can be observed by looking at the time-dependent occupations of natural orbitals.

arXiv:1312.0214•Physical Review B•Jan 31, 2014•23 citations

Dynamical phases in open quantum many-body systems

Starchl, Elias

Ziel dieser Forschungsarbeit ist die Untersuchung von Phasen der Quantenmaterie, die dynamischer Natur sind, d.h. Phasen, welche durch das Treiben eines Quanten-Vielteilchensystems aus dem Gleichgewicht erzeugt werden. Die untersuchten Systeme sind offene Quanten-Vielteilchensysteme, die mit den Freiheitsgraden ihrer Umgebung gekoppelt sind. Im Gegensatz zu Quantenphasenübergängen von isolierter Quantenmaterie, welche in der Regel eng mit den Eigenschaften des Grundzustands und den entsprechenden statischen Ordnungsparametern verbunden sind, wie z. B. Transporteigenschaften, Korrelationslänge oder topologische Phänomene, kann in offenen Quantensystemen, welche effektiv durch nicht-hermitsche Dynamik beschrieben werden, kein Grundzustand definiert werden, und die Charakterisierung der dynamisch induzierten Phasen ist weniger offensichtlich. In unserer Forschung untersuchen wir zwei Fälle von dynamischen Phasen in Quanten-Vielteilchensystemen. Zunächst betrachten wir ``quantum quenches'' in getrieben-dissipativen quadratischen fermionischen Systemen. Ein quantum quench bezieht sich hier auf die abrupte Änderung eines Systemparameters und die Entwicklung eines Anfangszustandes gemäß diesen neuen Bedingungen, wodurch eine Dynamik außerhalb des Gleichgewichts entsteht. Im Gegensatz zu isolierten Quantensystemen, in denen solche Protokolle gut untersucht sind, sind quantum quenches in offenen Quantensystemen kaum erforscht. In diesem Zusammenhang finden wir eine neue Art von dynamischer Phase, die eng mit einer bestimmten verallgemeinerten Form von Thermalisierung verbunden ist. Diese Form der Thermalisierung wird durch eine kombinierte Paritäts-Zeit-Symmetrie der getrieben-dissipativen fermionischen Systeme garantiert. Ähnlich wie bei integrablen isolierten Quantensystemen, die lokal zu einem verallgemeinerten Gibbs-Ensemble relaxieren nachdem sie aus dem Gleichgewicht gebracht wurden, zeigen wir, dass paritätszeitsymmetrische quadratische fermionische Systeme zu einem statistischen Ensemble relaxieren, das wir das paritätszeitsymmetrische verallgemeinerte Gibbs-Ensemble (PTGGE) nennen. Darüber hinaus stellen wir fest, dass Nullmoden des PTGGE die Oszillationsperioden der topologischen (Un-)Ordnungsparameter bestimmen, die an dynamischen Phasengrenzen mit kritischen Skalierungsexponenten divergieren. Weiters deutet die Modifikation der langwelligen effektiven Beschreibung durch ein langreichweitig gekoppeltes Modell und die dadurch veränderten kritischen Exponenten stark auf ein universelles Verhalten hin. Messungsinduzierte Phasen und Übergänge sind ein weiteres Beispiel im Bereich der dynamisch erzeugten Phasen. In diesem Fall erzeugt das Zusammenspiel von unitärer Evolution und häufigen Messungen in einem Quanten-Vielteilchensystem eine stochastische Dynamik mit einem Übergang in der Skalierung der Verschränkung des stationären Zustands. Insbesondere in einem System, das bei rein unitärer Evolution eine volumensabhängige Skalierung der Verschränkungsentropie aufweist, unterdrücken häufige Messungen die Erzeugung von Verschränkung im Durchschnitt über viele Realisationen der stochastischen Entwicklung, was zu einer flächenabhängigen Skalierung führt. Eine gängige Erklärung für dieses Phänomen ist das Einfrieren der Dynamik aufgrund häufiger projektiver Messungen, die einen Quanten-Zeno-Effekt hervorrufen. Wir zeigen, dass die Unterdrückung der Verschränkungserzeugung nicht nur bei projektiven Messungen auftritt, sondern dass vielmehr ein verallgemeinerter Zeno-Effekt aufgrund verallgemeinerter Messungen ausreicht, um die kohärente Dynamik zu unterdrücken, was analoge Signaturen in den stationären Observablen für projektive und verallgemeinerte Messungen verursacht. Des Weiteren gehen wir auf eine aktuelle Kontroverse ein, in der die Existenz einer dynamischen Phase mit kritischer Verschränkungsskalierung für freie Fermionen unter kontinuierlicher Messung lokaler Besetzungszahlen diskutiert wird. Durch eine präzise numerische Analyse in Verbindung mit analytischen Vorhersagen, die aus einer replizierten Keldysh-Feldtheorie für verallgemeinerte Messungen abgeleitet wurden, sind wir in der Lage, starke Hinweise für das Fehlen einer ausgedehnten kritischen Phase vorzulegen und das theoretische Verständnis weiterzuentwickeln, indem wir zeigen, dass die Kritikalität auf einen gut definierten kritischen Bereich endlicher Längenskalen beschränkt ist.

•Jan 1, 2024•0 citations
We rigorously prove that any time-dependent, interacting lattice fermion model can be mapped to a corresponding noninteracting model. By construction, this effective model gives exact access to the one-particle Keldysh-Matsubara Green's function of the system -- at the cost of introducing an exponentially large number of virtual one-particle degrees of freedom. As the physics of the system are invariant under time-dependent unitary transformations involving these virtual degrees of freedom only, we explore two distinct realizations of the effective model: First, we choose the virtual subsystem to be diagonal which, upon tracing out the virtual sites, yields the nonequilibrium self-energy as a superposition of noninteracting isolated modes---the Lehmann representation. This result is highly useful to efficiently solve Dyson's equation numerically in contexts where an approximate self-energy is obtained from a small reference system. Calculating the effective noninteracting model instead of the self-energy, a memory-kernel-free time-propagation algorithm becomes possible.
This is demonstrated explicitly by choosing the nonequilibrium cluster perturbation theory (CPT) as a simple approach to study the long-time dynamics of an inhomogeneous initial state after a quantum quench in the Hubbard model on a 10x10 square lattice. We demonstrate that the violation of conservation laws is moderate for weak Hubbard interaction and that prethermalization physics are contained in the cluster approach. Improving upon plain CPT, we construct a conserving generalization. In form of local constraints on the local spin-dependent particle and the doublon density, we use the macroscopic conservation laws to self-consistently fix the time-dependent hopping in the reference cluster. Using a simple two-site cluster in a proof-of-concept calculation, we consider the dynamics of the two-dimensional, particle-hole-symmetric Hubbard model following a weak interaction quench. Indeed we find the dynamics profoundly altered in the conserving CPT. The doublon density shows a monotonous relaxation while strongly oscillating behavior is found within the plain CPT.
Leaving the topic of cluster-based theories, we also derive a second form of the effective model which is block-tridiagonal. The construction is analog to the Mori-Zwanzig projection technique which we generalize to Keldysh-Matsubara Green's functions. Based on our results we derive a selfconsistent nonequilibrium two-pole approach and explain how to enforce conservation laws. Finally, possible future applications are discussed.
Wir zeigen rigoros, dass jedes zeitabhangige wechselwirkende Gitterfermionenmodell auf ein anderweitig entsprechendes nicht-wechselwirkendes Modell abgebildet werden kann. Dieses effektive Modell ist so konstruiert, dass es exakten Zugriff auf die Einteilchen-Green-Funktion erlaubt --- zum Preis einer exponentiell grosen Anzahl zusatzlicher virtueller Freiheitsgrade. Da die Physik des Systems invariant unter zeitabhangigen unitaren Transformationen bleibt, welche ausschlieslich diese virtuellen Freiheitsgrade involvieren, betrachten wir zwei mogliche Realisationen des effektiven Modells: Zuerst wahlen wir das virtuelle Subsystem in diagonaler Form, wodurch sich bei Ausintegration der virtuellen Platze die Nichtgleichgewichts-Selbstenergie als Uberlagerung nichtwechselwirkender isolierter Moden erweist --- die Lehmann Darstellung. Dieses Resultat is sehr nutzlich, wenn eine numerische Losung der Dyson-Gleichung im Kontext von Approximationen benotigt wird, welche eine genahrte Selbstenergie aus einem kleinen Referenzsystem bestimmen. Indem man anstatt der Selbstenergie das effektive Modell bestimmt, wird ein Markovscher Zeitpropagationsalgorithmus moglich, d.h. ohne Verwendung einer Erinnerungsfunktion.
Wir demonstrieren dies explizit am einfachen Beispiel der zeitabhangigen Cluster-Storungstheorie (CPT), indem wir die Langzeitdynamik eines inhomogenen Anfangszustands nach einem Quanten-Quench, beschrieben durch das Hubbard Modell auf einem 10x10 Quadratgitter, simulieren. Wir zeigen, dass die Verletzung von Erhaltungssatzen im Regime kleiner Hubbard-Wechselwirkungen moderat bleibt, und, dass Prethermalisierungsphysik im Clusteransatz enthalten ist. Daraufhin leiten wir eine erhaltende CPT ab, welche die fundamentalen Erhaltungssatze respektiert. In Form lokaler Zwangsbedingungen fur die spinabhangige Teilchen- und Doublonendichte verwenden wir dabei die Erhaltungssatze, um die zeitabhangige Hupfmatrix im Referenzcluster zu bestimmen. In einer ersten Rechnung betrachten wir die Dynamik eines zweidimensionalen Hubbard-Modells nach einem Quench auf schwache Wechselwirkung. In der Tat ergibt sich in eine starke Veranderung der Dynamik in der erhaltenden CPT. Die Doublonendichte zeigt eine monotone Relaxation, wahrend sich in einer gewohnliche CPT-Rechnung stark oszillierendes Verhalten findet.
Im Folgenden verlassen wir das Thema clusterbasierter Theorien und leiten eine alternative, block-tridiagonale Darstellung des effektiven Modells ab. Die Konstruktion ist analog zum Mori-Zwanzig-Formalismus, welchen wir auf Keldysh-Matsubara-Green-Funktionen verallgemeinern. Basierend auf diesem Resultat leiten wir einen selbstkonsistenten Zweipol-Ansatz ab und zeigen, wie Erhaltungssatze in diesem erzwungen werden konnen. Zuletzt diskutieren wir mogliche zukunftige Anwendungen.
It is shown that the nonequilibrium self-energy of an interacting lattice-fermion model has a unique Lehmann representation. Based on the construction of a suitable noninteracting effective medium, we provide an explicit and numerically practicable scheme to construct the Lehmann representation for the self-energy, given the Lehmann representation of the single-particle nonequilibrium Green's function. This is of particular importance for an efficient numerical solution of Dyson's equation in the context of approximations where the self-energy is obtained from a reference system with a small Hilbert space. As compared to conventional techniques to solve Dyson's equation on the Keldysh contour, the effective-medium approach allows us to reach a maximum propagation time, which can be several orders of magnitude longer. This is demonstrated explicitly by choosing the nonequilibrium cluster-perturbation theory as a simple approach to study the long-time dynamics of an inhomogeneous initial state after a quantum quench in the Hubbard model on a $10\ifmmode\times\else\texttimes\fi{}10$ square lattice. We demonstrate that the violation of conservation laws is moderate for weak Hubbard interaction and that the cluster approach is able to describe prethermalization physics.
In den letzten Jahren haben Quantenpunkte viel Aufmerksamkeit erhalten, da ihre magnetischen Eigenschaften für Spintronik Geräte benutzt oder ein in einem Quantenpunkt eingesperrter Spin als Qubit für einen Quantencomputer verwendet werden könnte. In dieser Arbeit untersuchen wir die Gleichgewichts- und Nichtgleichgewichtseigenschaften von verschiedenen Quantenstörstellensystemen (QIS). Als erstes wird das Kondo-Modell betrachtet, in dem das lokale magnetische Moment einer Störstelle über eine Heisenberg-Wechselwirkung an ein fermionisches Bad gekoppelt ist. Wir untersuchen, wie die Kondokorrelationen aufgebaut werden und wie sie sich durch das Leitungsband ausbreiten. Die Nichtgleichgewichtsergebnisse zeigen, dass die meisten Korrelationen sich innerhalb eines Lichtkegels ausbreiten, der bestimmt ist durch die Fermi-Geschwindigkeit. Interessanterweise sehen wir auch Korrelationen außerhalb des Lichtkegels. Mittels einer Störungstheorie in zweiter Ordnung in der Kopplung, können wir zeigen, dass diese Korrelationen mit den intrinsischen Korrelationen des Fermi-Sees zusammenhängen. Weiterhin stellen wir ein Experiment vor, in dem Metall-Molekül-Komplexe durch Reaktion von einem PTCDA Molekül, das auf einer Au(111) Oberfläche adsorbiert, mit einem einzelnen Au Atom gebildet werden. Dies führt zur Entstehung von Radikalen. Der beobachtete Kondoeffekt in den Rastertunnelmikroskopie (STM) Spektren ist ein eindeutiger Beweis für die Bildung eines lokalen Momentes. Die physikalisch korrekte Beschreibung der Bildung des lokalen Momentes und des Kondoeffekt ist jedoch mit der Dichtefunktionaltheorie (DFT) nicht möglich. Daher verwenden wir einen kombinierten DFT + Numerische Renormierungsgruppen (NRG) Ansatz, in dem wir die Ergebnisse der DFT als “ab initio” Eingangs-Parameter für unsere NRG verwenden. Wir zeigen, dass die Ergebnisse des Experiments und der NRG ohne Anpassungen der Modellparameter sehr gut übereinstimmen. Wenn zwei Au Atome auf benachbarten PTCDA Molekülen adsorbieren, weist das Spektrum in manchen Fällen eine Lücke um die Fermi-Energie, anstatt einer Kondoresonanz auf. Indem wir das System auf ein Zwei-Störstellen-Anderson-Modell (TIAM) abbilden, können wir zeigen, dass diese Lücke durch die starke nichtmagnetische chemische Wechselwirkung zwischen den beiden Komplexen entsteht. Mittels unserer NRG Ergebnisse liefern wir eine ausführliche Analyse des auftretenden Quantenphasenübergangs (QPT). Am Schluss betrachten wir die Gleichgewichts- und Nichtgleichgewichtseigenschaften des Zwei-Störstellen-Kondo-Modells (TIKM), welches einen QPT aufweist, wenn man die Energieabhängigkeit der Kopplungen an das Leitungsband vernachlässigt. Wir zeigen, dass es möglich ist, diesen QPT in dem voll energieabhängigen Modell mittels passenden Potentialstreutermen wiederherzustellen. Danach wird die Zeitdynamik nach einem Quench in der direkten Spin-Spin-Wechselwirkung zwischen den beiden Störstellenspins untersucht. Es wird gezeigt, dass eine ausreichend große antiferromagnetische Wechselwirkung die Thermalisierung der Spin-Spin-Korrelationsfunktion verhindert, da in diesem Fall die Störstellen vom Leitungsband entkoppeln.
Using the recently introduced time-local formulation of the nonequilibrium cluster perturbation theory (CPT), we construct a generalization of the approach such that macroscopic conservation laws are respected. This is achieved by exploiting the freedom for the choice of the starting point of the all-order perturbation theory in the intercluster hopping. The proposed conserving CPT is a self-consistent propagation scheme which respects the conservation of energy, particle number, and spin, which treats short-range correlations exactly up to the linear scale of the cluster, and which represents a mean-field-like approach on length scales beyond the cluster size. Using Green's functions, conservation laws are formulated as local constraints on the local spin-dependent particle and the doublon density. We consider them as conditional equations to self-consistently fix the time-dependent intracluster one-particle parameters. Thanks to the intrinsic causality of the CPT, this can be set up as a step-by-step time propagation scheme with a computational effort scaling linearly with the maximum propagation time and exponentially in the cluster size. As a proof of concept, we consider the dynamics of the two-dimensional, particle-hole-symmetric Hubbard model following a weak interaction quench by simply employing two-site clusters only. Conservation laws are satisfied by construction. We demonstrate that enforcing them has strong impact on the dynamics. While the doublon density is strongly oscillating within plain CPT, a monotonic relaxation is observed within the conserving CPT.
Diese Thesis befasst sich mit dem Problem korrelierter Elektronensysteme in realen Materialien. Ausgangspunkt hierbei ist die quantenmechanische Beschreibung dieser Systeme im Rahmen der sogenannten Kohn-Scham Dichtefunktionaltheorie, welche die Elektronen der Kristallsysteme als effektiv nicht-wechselwirkende Teilchen beschreibt. Während diese Modellierung im Falle vieler Materialklassen erfolgreich ist, unterscheiden sich die korrelierten Elektronensysteme dadurch, dass der kollektive Charakter der Elektronendynamik nicht zu vernachlässigen ist. Um diese Korrelationseffekte genauer zu untersuchen, verwenden wir in dieser Arbeit das Hubbard-Modell, welches mit der projektiven Wannierfunktionsmethode aus der Kohn-Scham Dichtefunktionaltheorie konstruiert werden kann. Das Hubbard-Modell umfasst hierbei nur die lokale Elektron-Elektron-Wechselwirkung auf einem Gitter. Auch wenn das Modell augenscheinlich sehr simpel ist, existieren exakte Lösungen nur in bestimmten Grenzfällen. Dies macht die Entwicklung approximativer Ansätze erforderlich, wobei die Weiterentwicklung der sogenannten Two-Particle Self-Consistent Methode (TPSC) eine zentrale Rolle dieser Arbeit einnimmt. Bei TPSC handelt es sich um eine Vielteilchenmethode, die in der Sprache funktionaler Ableitungen und sogenannter conserving approximations hergeleitet werden kann. Der zentrale Gedanke dabei ist, den effektiven Wechselwirkungsvertex als statisch und lokal zu approximieren. Dies wiederum erlaubt die Bewegungsgleichung des Systems erheblich zu vereinfachen, sodass eine numerische approximative Lösung des Hubbard-Modells möglich wird. Vorsetzung hierbei ist nur, dass sich das System in der normalleitenden Phase befindet und die bei Phasenübergängen entstehenden Fluktuationen nicht zu groß sind. Während diese Methode ursprünglich von Y. M. Vilk und A.-M. Tremblay für das Ein-Orbital Hubbard-Modell entwickelt wurde, stellen wir in dieser Arbeit eine Erweiterung auf Viel-Orbital-Systeme vor. Im Falle mehrerer Orbitale treten in der TPSC-Herleitung einzelne Komplikationen auf, die mit weiteren Approximationen behandelt werden müssen. Diese werden anhand eines einfachen Zwei-Orbital Modell-Systems diskutiert und die TPSC-Ergebnisse werden darüber hinaus mit den Ergebnissen der etablierten dynamischen Molekularfeldnährung verglichen. In diesem Zusammenhang werden auch mögliche zukünftige Erweiterungen bzw. Verbesserungen von TPSC diskutiert. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Anwendung von TPSC auf reale Materialien. In diesem Zusammenhang werden in dieser Arbeit die supraleitenden Eigenschaften der organischen K-(ET)2X Systeme untersucht. Hierbei lassen die TPSC-Resultate darauf schließen, dass das populäre Dimer-Modell, welches zur Beschreibung dieser Materialien herangezogen wird, nicht genügt um die experimentell bestimmten kritischen Temperaturen zu erklären und dass das komplexere Molekülmodell weitere exotische supraleitende Lösungen zulässt. Schließlich untersuchen wir außerdem die elektronischen Eigenschaften des eisenbasierten Supraleiters LiFeAs und diskutieren inwieweit nicht-lokale Korrelationseffekte, welche durch TPSC aufgelöst werden können, die experimentellen Daten reproduzieren.
The nonequilibrium Dyson (or Kadanoff-Baym) equation, which is an equation of motion with a long-range memory kernel for real-time Green functions, underlies many numerical approaches based on the Keldysh formalism. In this paper we map the problem of solving the Dyson equation in real time onto a noninteracting auxiliary Hamiltonian with additional bath degrees of freedom. The solution of the auxiliary model does not require the evaluation of a memory kernel and can thus be implemented in a very memory efficient way. The mapping is derived for a self-energy which is local in space and is thus directly applicable within nonequilibrium dynamical mean-field theory (DMFT). We apply the method to study the interaction quench in the Hubbard model for an optical lattice with a narrow confinement, using inhomogeneous DMFT in combination with second-order weak-coupling perturbation theory. We find that, although the quench excites pronounced density oscillations, signatures of the two-stage relaxation similar to the homogeneous system can be observed by looking at the time-dependent occupations of natural orbitals.
Ziel dieser Forschungsarbeit ist die Untersuchung von Phasen der Quantenmaterie, die dynamischer Natur sind, d.h. Phasen, welche durch das Treiben eines Quanten-Vielteilchensystems aus dem Gleichgewicht erzeugt werden. Die untersuchten Systeme sind offene Quanten-Vielteilchensysteme, die mit den Freiheitsgraden ihrer Umgebung gekoppelt sind. Im Gegensatz zu Quantenphasenübergängen von isolierter Quantenmaterie, welche in der Regel eng mit den Eigenschaften des Grundzustands und den entsprechenden statischen Ordnungsparametern verbunden sind, wie z. B. Transporteigenschaften, Korrelationslänge oder topologische Phänomene, kann in offenen Quantensystemen, welche effektiv durch nicht-hermitsche Dynamik beschrieben werden, kein Grundzustand definiert werden, und die Charakterisierung der dynamisch induzierten Phasen ist weniger offensichtlich. In unserer Forschung untersuchen wir zwei Fälle von dynamischen Phasen in Quanten-Vielteilchensystemen. Zunächst betrachten wir ``quantum quenches'' in getrieben-dissipativen quadratischen fermionischen Systemen. Ein quantum quench bezieht sich hier auf die abrupte Änderung eines Systemparameters und die Entwicklung eines Anfangszustandes gemäß diesen neuen Bedingungen, wodurch eine Dynamik außerhalb des Gleichgewichts entsteht. Im Gegensatz zu isolierten Quantensystemen, in denen solche Protokolle gut untersucht sind, sind quantum quenches in offenen Quantensystemen kaum erforscht. In diesem Zusammenhang finden wir eine neue Art von dynamischer Phase, die eng mit einer bestimmten verallgemeinerten Form von Thermalisierung verbunden ist. Diese Form der Thermalisierung wird durch eine kombinierte Paritäts-Zeit-Symmetrie der getrieben-dissipativen fermionischen Systeme garantiert. Ähnlich wie bei integrablen isolierten Quantensystemen, die lokal zu einem verallgemeinerten Gibbs-Ensemble relaxieren nachdem sie aus dem Gleichgewicht gebracht wurden, zeigen wir, dass paritätszeitsymmetrische quadratische fermionische Systeme zu einem statistischen Ensemble relaxieren, das wir das paritätszeitsymmetrische verallgemeinerte Gibbs-Ensemble (PTGGE) nennen. Darüber hinaus stellen wir fest, dass Nullmoden des PTGGE die Oszillationsperioden der topologischen (Un-)Ordnungsparameter bestimmen, die an dynamischen Phasengrenzen mit kritischen Skalierungsexponenten divergieren. Weiters deutet die Modifikation der langwelligen effektiven Beschreibung durch ein langreichweitig gekoppeltes Modell und die dadurch veränderten kritischen Exponenten stark auf ein universelles Verhalten hin. Messungsinduzierte Phasen und Übergänge sind ein weiteres Beispiel im Bereich der dynamisch erzeugten Phasen. In diesem Fall erzeugt das Zusammenspiel von unitärer Evolution und häufigen Messungen in einem Quanten-Vielteilchensystem eine stochastische Dynamik mit einem Übergang in der Skalierung der Verschränkung des stationären Zustands. Insbesondere in einem System, das bei rein unitärer Evolution eine volumensabhängige Skalierung der Verschränkungsentropie aufweist, unterdrücken häufige Messungen die Erzeugung von Verschränkung im Durchschnitt über viele Realisationen der stochastischen Entwicklung, was zu einer flächenabhängigen Skalierung führt. Eine gängige Erklärung für dieses Phänomen ist das Einfrieren der Dynamik aufgrund häufiger projektiver Messungen, die einen Quanten-Zeno-Effekt hervorrufen. Wir zeigen, dass die Unterdrückung der Verschränkungserzeugung nicht nur bei projektiven Messungen auftritt, sondern dass vielmehr ein verallgemeinerter Zeno-Effekt aufgrund verallgemeinerter Messungen ausreicht, um die kohärente Dynamik zu unterdrücken, was analoge Signaturen in den stationären Observablen für projektive und verallgemeinerte Messungen verursacht. Des Weiteren gehen wir auf eine aktuelle Kontroverse ein, in der die Existenz einer dynamischen Phase mit kritischer Verschränkungsskalierung für freie Fermionen unter kontinuierlicher Messung lokaler Besetzungszahlen diskutiert wird. Durch eine präzise numerische Analyse in Verbindung mit analytischen Vorhersagen, die aus einer replizierten Keldysh-Feldtheorie für verallgemeinerte Messungen abgeleitet wurden, sind wir in der Lage, starke Hinweise für das Fehlen einer ausgedehnten kritischen Phase vorzulegen und das theoretische Verständnis weiterzuentwickeln, indem wir zeigen, dass die Kritikalität auf einen gut definierten kritischen Bereich endlicher Längenskalen beschränkt ist.