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Birkhäuser Basel eBooks

Der Geist im Atom

Robert Gilmore

Published Jan 1, 1996• 0 citations
Publisher

Abstract

Scrooge erwachte von seinem eigenen Geschnarche, und als er sich im Bett aufsetzte, um seine Gedanken zu ordnen, war niemand da, der ihm sagen konnte, daß er sich wieder in seinem Schlafzimmer befand. Es war noch lange vor Morgengrauen, und sein Zimmer war dunkel. Aber diese Dunkelheit war nicht ganz so undurchdringlich wie zuletzt, als ihm der Geist von Zeit und Bewegung erschienen war.

DOI
10.1007/978-3-0348-6012-3_10

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Virtuell und unscharf

Robert Gilmore

Scrooge hatte so lange still auf seinem Platz gesessen, wie er es ertragen konnte, und den Ausführungen des Clowns zugehört. Schließlich konnte er seine Ungeduld nicht länger zügeln. «Euer Gerede kommt mir sehr verschwommen und nebulös vor!» rief er. «Und es hat auch nicht viel mit Teilchen und Wellen zu tun!» fügte er wütend hinzu.

Birkhäuser Basel eBooks•Jan 1, 1996•0 citations

Wolfgang Pauli, Physiker und Denker des 20. Jahrhunderts

Charles Paul Enz

Im November 1983 trafen sich ehemalige Schüler und Freunde Wolfgang Paulis in seiner Vaterstadt Wien, um seinem Hinschied vor 25 Jahren zu gedenken. Obschon Pauli bei allen, die ihn näher gekannt hatten, in großer Verehrung stand und unter seinen Fachkollegen den Ruf genossen hatte, “das lebende Gewissen der theoretischen Physik“1 (daher der Titel des vorliegenden Buches) und „ein Meister der Kritik“2 zu sein, ist er außerhalb der Physik weniger bekannt wie seine gleich berühmten Zeitgenossen Bohr, Heisenberg und andere.3 Er war eben trotz seiner bedeutenden Rolle als Mitbegründer der modernen Quantenmechanik doch eher ein Bewahrer als ein Revolutionär gewesen.4 Er war es, der in Diskussionen und in einer ausgedehnten Korrespondenz (Pauli [1979/85], siehe dazu den Beitrag I,3 von K. von Meyenn) immer wieder die wesentlichen Fragen formulierte und Antworten im Rahmen des schon gesicherten Wissens suchte. Die Ambition, alle seine Ideen selber auszuwerten und zu publizieren lag ihm fern; er konnte sich über geglückte Arbeiten anderer genau so freuen wie über eigene. Diese echte Bescheidenheit kommt in seiner Autobiographie (II, 1) sehr schön zur Geltung.

Vieweg+Teubner eBooks•Jan 1, 1988•2 citations

Der Geist im Atom

Birkhäuser Basel eBooks•Jan 1, 1988•4 citations

Quantenbillard

George Gamov

Nach einem langen, mühevollen Arbeitstag in der Bank, wo man über eine Grundstücksaktion verhandelt hatte, befand sich Mr. Tompkins soeben auf dem Heimweg. Dieser führte ihn an einem Pub vorbei. Er faßte den Entschluß einzukehren, um ein Glas Bier zu trinken. Doch dabei blieb es nicht — und bald erfaßte Mr. Tompkins ein heftiges Schwindelgefühl. Im Hintergrund des Lokals gab es ein Billardzimmer, in dem mehrere Männer mit hinaufgeschobenen Hemdärmeln an einem in der Mitte des Raums befindlichen Tisch spielten. Mr. Tompkins erinnerte sich vage, hier schon einmal gewesen zu sein. Damals hatte ihn einer seiner Kollegen aus der Bank mitgenommen, um ihm Billard beizubringen. Er näherte sich dem Tisch und beobachtete das Spiel. Irgendetwas stimmte da nicht. Einer der Spieler legte eine Kugel auf den Tisch und versetzte ihr mit dem Queue einen Stoß. Zu seinem großen Erstaunen sah Mr. Tompkins, wie sich die rollende Kugel „zu verschmieren“ begann. Dies war die einzige Bezeichnung, die er für das seltsame Verhalten der Kugel finden konnte. Indem sie über das grüne Spielfeld rollte, verlor sie nämlich ihre scharfen Umrisse und schien mehr und mehr zu verschwimmen. Man hatte den Eindruck, daß es nicht eine einzige Kugel war, die da über den Tisch rollte, sondern daß es mehrere waren, die sich gegenseitig teilweise durchdrangen. Mr. Tompkins hatte ähnliches schon öfter erlebt, doch hatte er heute noch keinen einzigen Tropfen Whisky zu sich genommen. Es war ihm daher völlig unklar, wie ihm ausgerechnet jetzt etwas derartiges passieren konnte. „Na schön“, dachte er, „dann wollen wir einmal sehen, was geschieht, wenn dieses schleimige Etwas auf eine zweite Kugel trifft.“

Vieweg+Teubner eBooks•Jan 1, 1980•0 citations

Das Innenleben der Atome

Robert Gilmore

«Die Welt besteht aus Atomen», erklärte der Clown und nahm eine respektheischende Haltung ein, denn immerhin ging es nun um Grundsätzliches. «Daran kann es nicht den geringsten Zweifel geben. Jede Materie besteht aus Atomen, und für die meisten Stoffe sind nur wenige Atomarten notwendig. Aber sie verbinden sich zu einer wunderbaren Vielfalt und bilden die Myriaden von Substanzen, die in der Welt vorkommen.

Birkhäuser Basel eBooks•Jan 1, 1996•0 citations

Einstein, Newton und der Erfolg

A. Pais

Wenn ich Einstein mit einem einzigen Wort charakterisieren sollte, so würde ich das Wort „In-sich-zurückgezogen-Sein“ wählen. Diese Haltung entsprach seinem tiefsten emotionellen Bedürfnis. Sie sollte ihm bei seinen zielstrebigen Studien — und ganz besonders auf seinem Weg des Triumphes von der speziellen zur allgemeinen Relativitätstheorie — eine große Hilfe sein. Sie sollte für ihn sogar zur praktischen Notwendigkeit werden, als es nämlich darum ging, seine von ihm so hochgeschätzte Privatsphäre vor einer Welt, die nach Legenden und Charisma verlangte, zu schützen. Während seiner gesamten wissenschaftlichen Karriere zeigte sich dieses „Für-sich-Sein“ Einsteins jedoch niemals ausgeprägter als in seiner Einstellung zur Quantentheorie. Zwei verschiedene Perioden lassen sich dabei unterscheiden. Von 1905 bis 1923 war er der einzige oder doch fast der einzige, der seine eigene Lichtquanten-Hypothese ernst nahm: Unter bestimmten Bedingungen verhält sich das Licht so, als ob es eine besondere Struktur hätte. Während der zweiten Periode, von 1926 bis zum Ende seines Lebens, war er wieder der einzige oder doch wieder fast der einzige, der eine zutiefst skeptische Haltung gegenüber der Quantenmechanik einnahm.

Vieweg+Teubner eBooks•Jan 1, 1985•0 citations
Scrooge erwachte von seinem eigenen Geschnarche, und als er sich im Bett aufsetzte, um seine Gedanken zu ordnen, war niemand da, der ihm sagen konnte, daß er sich wieder in seinem Schlafzimmer befand. Es war noch lange vor Morgengrauen, und sein Zimmer war dunkel. Aber diese Dunkelheit war nicht ganz so undurchdringlich wie zuletzt, als ihm der Geist von Zeit und Bewegung erschienen war.
Im November 1983 trafen sich ehemalige Schüler und Freunde Wolfgang Paulis in seiner Vaterstadt Wien, um seinem Hinschied vor 25 Jahren zu gedenken. Obschon Pauli bei allen, die ihn näher gekannt hatten, in großer Verehrung stand und unter seinen Fachkollegen den Ruf genossen hatte, “das lebende Gewissen der theoretischen Physik“1 (daher der Titel des vorliegenden Buches) und „ein Meister der Kritik“2 zu sein, ist er außerhalb der Physik weniger bekannt wie seine gleich berühmten Zeitgenossen Bohr, Heisenberg und andere.3 Er war eben trotz seiner bedeutenden Rolle als Mitbegründer der modernen Quantenmechanik doch eher ein Bewahrer als ein Revolutionär gewesen.4 Er war es, der in Diskussionen und in einer ausgedehnten Korrespondenz (Pauli [1979/85], siehe dazu den Beitrag I,3 von K. von Meyenn) immer wieder die wesentlichen Fragen formulierte und Antworten im Rahmen des schon gesicherten Wissens suchte. Die Ambition, alle seine Ideen selber auszuwerten und zu publizieren lag ihm fern; er konnte sich über geglückte Arbeiten anderer genau so freuen wie über eigene. Diese echte Bescheidenheit kommt in seiner Autobiographie (II, 1) sehr schön zur Geltung.
Nach einem langen, mühevollen Arbeitstag in der Bank, wo man über eine Grundstücksaktion verhandelt hatte, befand sich Mr. Tompkins soeben auf dem Heimweg. Dieser führte ihn an einem Pub vorbei. Er faßte den Entschluß einzukehren, um ein Glas Bier zu trinken. Doch dabei blieb es nicht — und bald erfaßte Mr. Tompkins ein heftiges Schwindelgefühl. Im Hintergrund des Lokals gab es ein Billardzimmer, in dem mehrere Männer mit hinaufgeschobenen Hemdärmeln an einem in der Mitte des Raums befindlichen Tisch spielten. Mr. Tompkins erinnerte sich vage, hier schon einmal gewesen zu sein. Damals hatte ihn einer seiner Kollegen aus der Bank mitgenommen, um ihm Billard beizubringen. Er näherte sich dem Tisch und beobachtete das Spiel. Irgendetwas stimmte da nicht. Einer der Spieler legte eine Kugel auf den Tisch und versetzte ihr mit dem Queue einen Stoß. Zu seinem großen Erstaunen sah Mr. Tompkins, wie sich die rollende Kugel „zu verschmieren“ begann. Dies war die einzige Bezeichnung, die er für das seltsame Verhalten der Kugel finden konnte. Indem sie über das grüne Spielfeld rollte, verlor sie nämlich ihre scharfen Umrisse und schien mehr und mehr zu verschwimmen. Man hatte den Eindruck, daß es nicht eine einzige Kugel war, die da über den Tisch rollte, sondern daß es mehrere waren, die sich gegenseitig teilweise durchdrangen. Mr. Tompkins hatte ähnliches schon öfter erlebt, doch hatte er heute noch keinen einzigen Tropfen Whisky zu sich genommen. Es war ihm daher völlig unklar, wie ihm ausgerechnet jetzt etwas derartiges passieren konnte. „Na schön“, dachte er, „dann wollen wir einmal sehen, was geschieht, wenn dieses schleimige Etwas auf eine zweite Kugel trifft.“
Wenn ich Einstein mit einem einzigen Wort charakterisieren sollte, so würde ich das Wort „In-sich-zurückgezogen-Sein“ wählen. Diese Haltung entsprach seinem tiefsten emotionellen Bedürfnis. Sie sollte ihm bei seinen zielstrebigen Studien — und ganz besonders auf seinem Weg des Triumphes von der speziellen zur allgemeinen Relativitätstheorie — eine große Hilfe sein. Sie sollte für ihn sogar zur praktischen Notwendigkeit werden, als es nämlich darum ging, seine von ihm so hochgeschätzte Privatsphäre vor einer Welt, die nach Legenden und Charisma verlangte, zu schützen. Während seiner gesamten wissenschaftlichen Karriere zeigte sich dieses „Für-sich-Sein“ Einsteins jedoch niemals ausgeprägter als in seiner Einstellung zur Quantentheorie. Zwei verschiedene Perioden lassen sich dabei unterscheiden. Von 1905 bis 1923 war er der einzige oder doch fast der einzige, der seine eigene Lichtquanten-Hypothese ernst nahm: Unter bestimmten Bedingungen verhält sich das Licht so, als ob es eine besondere Struktur hätte. Während der zweiten Periode, von 1926 bis zum Ende seines Lebens, war er wieder der einzige oder doch wieder fast der einzige, der eine zutiefst skeptische Haltung gegenüber der Quantenmechanik einnahm.