Die wichtige Frage zwischen Wissenschaft und Religion lautet: Ist der Mensch frei? Ist Gott frei? Die Quantentheorie ist das folgenschwerste Ereignis des 20. Jahrhunderts: Sie zeigt einen Weg, Freiheit zu denken. Freiheit fordert das Bestehen von Zufall und Notwendigkeit. Freiheit wird nicht direkt, sondern als Schattenspiel sichtbar. Zufall und Notwendigkeit finden sich in allen Wissenschaften, auch in der Kosmologie, wie jetzt in der neuen Theorie der ‚Einsamen Erde‘ deutlich wird.
Die wichtige Frage zwischen Wissenschaft und Religion lautet: Ist der Mensch frei? Ist Gott frei? Die Quantentheorie ist das folgenschwerste Ereignis des 20. Jahrhunderts: Sie zeigt einen Weg, Freiheit zu denken. Freiheit fordert das Bestehen von Zufall und Notwendigkeit. Freiheit wird nicht direkt, sondern als Schattenspiel sichtbar. Zufall und Notwendigkeit finden sich in allen Wissenschaften, auch in der Kosmologie, wie jetzt in der neuen Theorie der ‚Einsamen Erde‘ deutlich wird.
In die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts fielen nicht nur die Umwälzungen der Physik durch Relativitätstheorie und Quantentheorie. Es war auch eine Zeit, in der die Physiker zu Philosophen wurden - und dies aus Notwendigkeit und mit Konsequenzen, wie dieses Buch zeigt. Zu Unrecht klage man darüber, daß unsere Generation keine Philosophen habe, soll schon Adolf von Harnack gesagt haben: "Die Philosophen sitzen jetzt nur in der anderen Fakultät, sie heißen Planck und Einstein." Einstein hat auch die Begründung dafür vorgezeichnet, warum er und seine Kollegen die Philosophie nicht den Philosophen überlassen konnten. In einer Zeit, in der die Physiker über ein festes, nicht angezweifeltes System verfügten, möge dies wohl in Ordnung gewesen sein, schreibt er, "nicht aber in einer Zeit, in welcher das ganze Fundament der Physik problematisch geworden ist". Nur der Physiker selbst jedoch fühle und wisse am besten, wo ihn der Schuh drückt. In einer aufwendig recherchierten, auf die Originalquellen zurückgreifenden und umfassenden Darstellung analysiert der Naturwissenschaftler und Philosophiehistoriker Erhard Scheibe dieses neue Verhältnis von Physik und Philosophie und den dazugehörigen Typus des philosophierenden Physikers, der die Physik bis heute nachhaltig prägt. Zum Buch In die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts fielen nicht nur die Umwälzungen der Physik durch Relativitätstheorie und Quantentheorie. Es war auch eine Zeit, in der die Physiker zu Philosophen wurden - und dies aus Notwendigkeit und mit Konsequenzen, wie dieses Buch zeigt. Zu Unrecht klage man darüber, daß unsere Generation keine Philosophen habe, soll schon Adolf von Harnack gesagt haben: "Die Philosophen sitzen jetzt nur in der anderen Fakultät, sie heißen Planck und Einstein." Einstein hat auch die Begründung dafür vorgezeichnet, warum er und seine Kollegen die Philosophie nicht den Philosophen überlassen konnten. In einer Zeit, in der die Physiker über ein festes, nicht angezweifeltes System verfügten, möge dies wohl in Ordnung gewesen sein, schreibt er, "nicht aber in einer Zeit, in welcher das ganze Fundament der Physik problematisch geworden ist". Nur der Physiker selbst jedoch fühle und wisse am besten, wo ihn der Schuh drückt. In einer aufwendig recherchierten, auf die Originalquellen zurückgreifenden und umfassenden Darstellung analysiert der Naturwissenschaftler und Philosophiehistoriker Erhard Scheibe dieses neue Verhältnis von Physik und Philosophie und den dazugehörigen Typus des philosophierenden Physikers, der die Physik bis heute nachhaltig prägt.
ZusammenfassungDer geniale Forscher, Vater der Biologie, Aristoteles, bemerkte, daß das Vorgehen der Tiere die Erreichung eines bestimmten Zwecks zum Ziel hat. Die Schwalbe baut ihr Nest, um sich und ihre Jungen zu beschützen. Nach Aristoteles sind solche Zwecke die Ursachen gewisser Tätigkeiten, also gerade das Gegenteil unseres üblichen Begriffes von Ursache und Folge. Der griechische Philosoph sah eine Schwierigkeit in der Voraussetzung, daß das Nachher auf das Vorher wirkt, doch rettete er sich durch trübe Mutmaßungen über die Formen, die lebende Organismen in sich tragen. Die katholische Kirche hat jedoch die Aristotelische Teleologie oder die Lehre von der Zweckmäßigkeit übernommen. So lehrte auch der große Scholastiker Thomas von Aquin, daß das Schicksal des Menschen durch Gottes Willen im voraus bestimmt, prädestiniert ist, und demzufolge wird sich der Sterbliche derart verhalten, daß das vorbestimmte Ende erreicht wird. Diese Prädestination konnte natürlich auch auf strenge Bestimmtheit zurückgeführt werden. Denn wenn das Endziel bestimmt ist, ist auch jeder Schritt zwischen Entstehung und Tod bestimmt, und jeder nächste Schritt kann als Folge des vorangegangenen Schrittes, der vorangegangenen Ursache betrachtet werden. Bei Erklärung der Determiniertheit ist das Dilemma illusorisch, ob jenes früher oder jenes später als Ursache auftritt. Ebenso illusorisch ist es, sagt Heisenberg, den Determinismus auf die Weise zu definieren, daß das, was geschehen ist, auch geschehen muβte. Das, was einmal geschehen ist, ist für immer vergangen, und wie soll dann festgestellt werden, ob es geschehen mußte oder nicht? Die Scholastik stellte das Kriterium der Determiniertheit jedenfalls in Gottes Auge, das alles sieht, die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. Jemanden muß es geben, der die Welt betrachtend künftige und vergangene Ereignisse aussagen kann. Indem man Gott absetzte, wurde dies der Genius von Newtons Mechanik. Nach den Gesetzen der klassischen Mechanik und aufgrund der Kenntnis der Kräfte konnten die Bewegungen der Planeten und Atome für alle Zeiten errechnet werden; sowohl Zukunft als Vergangenheit wären einem solchen mathematischen Genie offenbar. Nachdem Newtons Schüler auffällige astronomische Erscheinungen vorausgesagt hatten, wurde das Vorhersagen zum Wesen der Wissenschaft überhaupt.
In die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts fielen nicht nur die Umwälzungen der Physik durch Relativitätstheorie und Quantentheorie. Es war auch eine Zeit, in der die Physiker zu Philosophen wurden - und dies aus Notwendigkeit und mit Konsequenzen, wie dieses Buch zeigt. Zu Unrecht klage man darüber, daß unsere Generation keine Philosophen habe, soll schon Adolf von Harnack gesagt haben: "Die Philosophen sitzen jetzt nur in der anderen Fakultät, sie heißen Planck und Einstein." Einstein hat auch die Begründung dafür vorgezeichnet, warum er und seine Kollegen die Philosophie nicht den Philosophen überlassen konnten. In einer Zeit, in der die Physiker über ein festes, nicht angezweifeltes System verfügten, möge dies wohl in Ordnung gewesen sein, schreibt er, "nicht aber in einer Zeit, in welcher das ganze Fundament der Physik problematisch geworden ist". Nur der Physiker selbst jedoch fühle und wisse am besten, wo ihn der Schuh drückt. In einer aufwendig recherchierten, auf die Originalquellen zurückgreifenden und umfassenden Darstellung analysiert der Naturwissenschaftler und Philosophiehistoriker Erhard Scheibe dieses neue Verhältnis von Physik und Philosophie und den dazugehörigen Typus des philosophierenden Physikers, der die Physik bis heute nachhaltig prägt. Zum Buch In die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts fielen nicht nur die Umwälzungen der Physik durch Relativitätstheorie und Quantentheorie. Es war auch eine Zeit, in der die Physiker zu Philosophen wurden - und dies aus Notwendigkeit und mit Konsequenzen, wie dieses Buch zeigt. Zu Unrecht klage man darüber, daß unsere Generation keine Philosophen habe, soll schon Adolf von Harnack gesagt haben: "Die Philosophen sitzen jetzt nur in der anderen Fakultät, sie heißen Planck und Einstein." Einstein hat auch die Begründung dafür vorgezeichnet, warum er und seine Kollegen die Philosophie nicht den Philosophen überlassen konnten. In einer Zeit, in der die Physiker über ein festes, nicht angezweifeltes System verfügten, möge dies wohl in Ordnung gewesen sein, schreibt er, "nicht aber in einer Zeit, in welcher das ganze Fundament der Physik problematisch geworden ist". Nur der Physiker selbst jedoch fühle und wisse am besten, wo ihn der Schuh drückt. In einer aufwendig recherchierten, auf die Originalquellen zurückgreifenden und umfassenden Darstellung analysiert der Naturwissenschaftler und Philosophiehistoriker Erhard Scheibe dieses neue Verhältnis von Physik und Philosophie und den dazugehörigen Typus des philosophierenden Physikers, der die Physik bis heute nachhaltig prägt.
Die Quantentheorie erweist sich als die Physik der Beziehungen und der Möglichkeiten. Sie liefert die genauste Beschreibung der Natur. Während die Physik lange Zeit lediglich als die Wissenschaft der unbelebten Natur charakterisiert wurde, kann sie nun auch einen Zugang zum Lebendigen finden und muss den Beobachter nicht mehr aus den Strukturen ausschließen, die sie beschreibt. Die Quantentheorie fordert unser Denken auf neue Weise heraus, da sie Unterscheidungen, die im Alltag wie unüberbrückbar erscheinen, als äquivalent aufzeigt. Dabei bedeutet Äquivalenz nicht Gleichheit, sondern die Möglichkeit gegenseitiger Umwandlung. Lokalisiertheit und Ausgedehntheit, Fülle und Leere, Kraft und Stoff, Objekt und Eigenschaft, sowie Materie, Bewegung und eine abstrakte Quanteninformation erweisen sich letztlich in der Tiefe nicht als wirklich verschieden. Als weitere Konsequenz können wir die Vorstellung hinter uns lassen, im Inneren der Atome die Realität noch weiter auf „winzigste und vor allem elementare und fundamentale Bausteine“ reduzieren zu wollen. Die Reduktion auf die tatsächlich einfachsten und fundamentalen Strukturen, die Protyposis, wird im nächsten Kapitel dargelegt.
Der Doppelspalt gehört zu den bekanntesten Experimenten der Quantenphysik. Seine Messergebnisse werden durch die etablierte Quantenmechanik mit hoher Präzision beschrieben. Die philosophische Frage beginnt dort, wo ein einzelner Versuch in einem konkreten, eindeutigen Ereignis endet, während die vorausgehende quantenmechanische Struktur mehrere interferierende Möglichkeiten umfasst. Die vorliegende Arbeit untersucht diese Spannung aus der Perspektive der Selbstreferenziellen Gegensatz-Theorie (SrGT). Im Zentrum stehen Gegenwart, Ereignis, Identität, Raum, Beziehung, Unbestimmtheit, Ursache, Zufall, Determinismus, Dekohärenz, Verschränkung und Freiheit. Die SrGT versteht das einzelne Quantenereignis nicht als nachträgliche Auswahl eines bereits vollständig feststehenden klassischen Weges, sondern als Vollendung einer Identitäts-Raum-Relation. Eine zentrale philosophische Unterscheidung lautet: Bestimmtheit ist nicht Vorausbestimmtheit; Nichtvorhersagbarkeit ist nicht notwendig Ursachlosigkeit. Die Arbeit entwickelt daraus einen Gegenwartsbegriff, in dem Wirklichkeit als Vollendung einer konkreten Relation verstanden wird, ohne daraus eine experimentell bestätigte Alternative zur Quantenmechanik oder einen Beweis einer bestimmten Metaphysik abzuleiten. Die Arbeit ist eine philosophische Fortsetzungs- und Synthesearbeit auf Grundlage der beiden SrGT-Doppelspaltarbeiten Teil I und Teil II. christian.janisch@srgt-research.org
Die Quantentheorie stellt eines der anspruchsvollsten und erfolgreichsten Theorieprojekte der Menschheitsgeschichte dar. Sie ist eine, wenn nicht die Universaltheorie der Physik. Die Geschichte ihrer Deutung und die Auseinandersetzung um ihre Interpretation berühren jedoch weitaus mehr als nur das Feld der theoretischen Physik. Eine solche Theorieanlage zerstört ontologische Gewissheiten. Sie stellt den Beobachter in Frage und sie lässt uns ahnen, was zu erwarten ist, wenn wir uns in anderen Feldern mit komplexen Phänomenen beschäftigen, die mit der Beobachterproblematik infiziert sind. Als transklassische Physik ist die Quantentheorie gleichsam auf »Welten ohne Grund« gebaut und enttäuscht damit die Hoffnung, sich Sinnfragen durch die Physik oder Mathematik entledigen zu können. Homolog zu den Hochformen mystischer Reflexion kann uns die Auseinandersetzung um die Deutung der Quantenphysik allerdings eine Ahnung vermitteln, was das Geheimnis der konditionierten Koproduktion von System und Umwelt – Reflexion und Welt – für uns bedeuten kann, und uns möglicherweise dabei helfen, in Welten ohne Grund heimisch zu werden. Hierbei wird deutlich, dass hochgetriebene Theorie, die sich in ihren Abstraktionen in hohem Maße von der lebensweltlichen Wirklichkeit löst, nicht im Widerspruch zur Möglichkeit von Welterkenntnis steht. Im Gegenteil, erst ein hinreichend elaboriertes und mit eigenen, intern konditionierten Konsistenzzwängen ausgestattetes Theoriegebilde stellt die Bedingung zur Möglichkeit von Reflexion und Erkenntnisgewinnung dar.