Towards narrow-band photon pair sources for continuous-wave entanglement swapping
Sebastian Philipp Neumann
Bevor Quantenschlusselverteilung eine kommerziell verwendbare Technologie werden
kann, mussen noch einige Hindernisse bewaltigt werden. Eines der wichtigsten
ist dabei die Verteilung von Verschrankung uber grose Distanzen via verlustanfalliger
Kanale. Dem neuesten Stand der Forschung zufolge ist die Kodierung
von Qubits in Photonen der vielversprechendste Ansatz dafur, bevorzugterweise
durch direkte optische Ubertragung durch die Luft („Free-Space“) unter Verwendung
von Teleskopen. Um Verschrankungstausch („Entanglement Swapping“), ein
essentielles Element der Verschrankungsverteilung, uber weitreichende Free-Space-
Verbindungen moglich zu machen, mussen mehrere raumlich getrennte verschrankte
Photonen quantenmechanisch ununterscheidbar gemacht werden. Das bedeutet,
dass die Photonen — neben anderen Freiheitsgraden — innerhalb ihrer Koharenzzeit
uberlappen mussen. Da die Koharenzzeit von zwei per spontaner parametrischer
Fluoreszenz („Spontaneous Parametric Down Conversion“, SPDC) erzeugten Photonen
mit einer typischen spektralen Halbwertsbreite von 0.5nm nur in etwa 4ps
betragt, stellt sich dies als auserst schwierig heraus. Bis zum heutigen Tag wurden
ausschlieslich gepulste und zeitlich synchronisierte Photonenquellen verwendet, um
Multiphotonexperimente mit Polarisationsverschrankung durchzufuhren. Da zeitliche
Synchronisierung uber grose Distanzen deutlich schwieriger wird und weiters die
breite Spektralverteilung von Photonen aus gepulsten Quellen die Verwendung von
Atom-Quantenspeichern („Atomic Memories“) aufgrund ihrer extrem schmalen Anregungsspektren
verbietet, ist die Verwendung eines „Continuous-Wave(CW), also
ungepulsten, Lasers zu bevorzugen. Um dann allerdings Unterscheidbarkeit der Photonen
auszuschliesen, muss ihre Koharenzzeit verlangert werden. Das wurde auch
bereits durchgefuhrt [1], aber nur unter Verwendung von Zeitschritt-Verschrankung
(„Time-Bin Entanglement“) und mit extrem niedrigen Zahlraten von nur einer Koinzidenz
pro Stunde. Doch wir wollen Polarisationsverschrankung benutzen und die
Koinzidenzraten auserdem aus praktischen Grunden deutlich erhohen. Die Koharenzeigenschaften
von per SPDC erzeugten polarisationverschrankten Photonenpaaren
stehen in Relation zu ihrer gemeinsamen spektralen Dichtefunktion: je schmaler das
Spektrum, desto langer die Koharenzzeit. Die Aufgabe dieser Masterarbeit war es
nun, verschiedene Moglichkeiten fur die Entwicklung einer polarisationsverschrankenden
Photonenquelle mit solch schmalen Wellenlangenspektren zu untersuchen,
mit dem endgultigen (in dieser Masterarbeit nicht zu erreichenden) Ziel, diese sogar
fur Applikationen im Weltraum einsetzen zu konnen. Darum wurde im Verlaufe
dieser Arbeit eine superhelle Sagnac-Quelle gebaut, wobei das Hauptaugenmerk
auf Robustheit, Temperaturstabilitat und Entwicklung eines unkomplizierten Optimierungsalgorithmus
lag. Die verschrankten Photonen einer solch hellen Quelle
durch mehrere aufeinanderfolgende Filter von abnehmender Bandbreite (3nm,
0.1nm, 0.01nm) zu schicken, erhoht ihre Koharenzzeit bis zu einer Ordnung von
mehreren hundert Pikosekunden. Um auch eine Alternative zu einem solchen Filterschema
zu prasentieren, wurde auserdem berechnet, wie ein Schema zum Verschrankungstausch
mit durch einen Resonator verbesserten Photonenquellen realisierbar
gemacht werden konnte und welche Verluste dabei toleriert werden konnten,
um immer noch einen hohen Signalkontrast zu erzielen.
•Jan 1, 2016•0 citations