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Spektrum Akademischer Verlag eBooks

Verändert ein Blick das Universum?

Michael Brooks

Published Jan 1, 2011• 0 citations
Publisher

Abstract

Einstein drückte sich ein bisschen anders aus, als er sich in den frühen 1950er Jahren dem jungen Physiker Abraham Pais zuwandte, die Augenbrauen hob und fragte: „Glauben Sie wirklich, der Mond existiert nur, wenn Sie hinschauen?“
DOI
10.1007/978-3-8274-2622-2_14

Related papers

Besprechungen

es ermöglichten, durch a-Teilchen hervorgebrachte Blitze auf Sidotblendschirmen zu zeigen.Nun kann man natürlich nicht sagen, man "sieht" damit Atome.Man beobachtet nur die Wirkungen einzelner.Aber niemand beanstandet es, wenn man sagt, man "sieht" die Sonne, obzwar man faktisch nur eine leuchtende Scheibe beobachtet und die Rückschlüsse auf eine glühende Kugel der Masse von etwa 2 • 10 30 kg, um clie die Planeten kreisen usw., sehr komplizierte und weitgehende sind.Das war vorausgeschickt, um zu kennzeichnen, welchen Eindruck es auf den großen Philosophen und Physiker Ernst M ach machte, als es mir vergönnt war, ihm diese schönen Erscheinungen vorzuführen.Er war damals schon krank und teilweise gelähmt, aber von vollster geistiger Frische.Bekanntlich hatte er sich geradezu fanatisch gegen die Einführung von "Bildern" als Realitäten in der Physik gewehrt.Wenn jemand von den Atomistikern, die damals in Ludwig Boltzmann in Wien ihren Führer hatten, vor ihm von Atomen sprach, fuhr er meist mit der Frage dazwischen: "Habns eins gsehn?"Bis dahin mußte man schweigen.Nun war es mit einem Male anders geworden.Es bleibt mir eine der ergreifendsten Erinnerungen, als Mach nach der Vorführung des Spinthariskopes nicht etwa kleine starrköpfige Einwendungen machte, sondern schlicht erklärte: "Nun glaube ich an die Existenz der Atome."Ein ganzes Weltbild hatte sieh ihm in wenigen Minuten verändert.H. Benndorf, Graz.

Zeitschrift für Naturforschung A•Jul 1, 1950•0 citations

Pauli, Wolfgang

Ernst Peter Fischer

»Wer dieses reife und groß angelegte Werk studiert, möchte nicht glauben, daß der Verfasser ein Mann von einundzwanzig Jahren ist. Man weiß nicht, was man am meisten bewundern soll, das psychologische Verständnis für die Ideenentwicklung, die Sicherheit der mathematischen Deduktion, den tiefen physikalischen Blick, das Vermögen übersichtlicher mathematischer Darstellung, die Literaturkenntnis, die sachliche Vollständigkeit, die Sicherheit der Kritik. P.s Bearbeitung sollte jeder zu Rate ziehen, der auf dem Gebiet der Relativität schöpferisch arbeitet, ebenso jeder, der sich in prinzipiellen Fragen authentisch orientieren will.« Mit diesen Worten lobte Albert Einstein im Dezember 1921 einen Artikel über Relativitätstheorie in der Encyklopädie der Mathematischen Wissenschaften, den der junge P. geschrieben hatte, der daraufhin als eine Art Wunderkind der Physik betrachtet wurde. P. ist von Anfang an nicht nur durch seine hohen mathematischen Fähigkeiten, sondern auch durch sein philosophisches Verständnis der physikalischen Grundfragen aufgefallen. So machte er als 19jähriger Student den später von Werner Heisenberg genutzten Vorschlag, »in der Physik nur prinzipiell beobachtbare Größen einzuführen« und zum Beispiel den Begriff einer Teilchenbahn im atomaren Bereich oder den der elektrischen Feldstärke im Inneren eines Elektrons aufzugeben.

J.B. Metzler eBooks•Jan 1, 1995•1 citation

Fernwirkung Fließen Gefühle und Gedanken in der Quantenwelt?

Joachim Müller-Jung

Nicht einmal Albert Einstein mochte die Welt für so verrückt halten. Für ihn war es Spuk, nicht mehr und nicht weniger, was sich die Quantenmechanik da ausgedacht hatte. »Verschränkte« Teilchen. Absolut getrennt und dennoch permanent verbunden. Egal, wie weit die Teilchen voneinander entfernt sind, wenn wir das eine messen, kennen wir den Wert des anderen. Verändern wir den Drehimpuls des einen oder dessen Polarisation, ändert sich die Eigenschaft des anderen Teilchens entsprechend. Und zwar augenblicklich und, wenn es sein muss, über tausende Kilometer Entfernung. Es fließt kein Strom, kein Licht, keine Information, nichts, was diese »spukhafte Fernwirkung« mit der klassischen Physik erklären oder messen könnte. Fest steht nur: Sie ist inzwischen unabweisbar. Die Verschränkung der Quantenzustände von Teilchen ist in den letzten Jahrzehnten zu einem Thema mit geradezu soziokultureller Sprengkraft geworden; denn in dem Phänomen steckt womöglich der Schlüssel für prinzipiell abhörsichere superschnelle Quantencomputer, die von nichts und niemandem geknackt werden können. Was aber, wenn es das Phänomen — oder ein prinzipiell ähnliches — nicht nur in der Quantenwelt gibt, sondern es ein Teil der Evolution ist und ins Leben eingreift?

J.B. Metzler eBooks•Jan 1, 2015•0 citations

Mein Zusammentreffen mit Einstein bei der Solvey-Konferenz im Jahre 1927

Louis de Broglie

Seit ich mich im Alter von 19 Jahren dem Studium der Theoretischen Physik zugewandt habe, bin ich stets ein glühender Bewunderer sowohl der Person als auch des Werkes von Albert Einstein gewesen. Ich wußte, daß dieser berühmte und immer noch jugendliche Gelehrte bereits im Alter von 25 Jahren Ideen in die Physik eingebracht hatte, die in ihrer Neuartigkeit so revolutionär waren, daß sie ihn zum Newton der modernen Naturwissenschaften werden ließen. Ich vertiefte mich mit Eifer und Sorgfalt in diese elegante Relativitätstheorie, die seinen Namen trug, denn ich war damals nur ein Anfänger. Ich wußte auch — und da ich die Quantentheorie intensiv studierte, interessierte mich dieser Teil seiner Arbeit natürlich besonders —, daß Einstein eine kühne Hypothese in bezug auf das Licht verfaßt hatte, seine Theorie der Lichtquanten, in der er den alten Korpuskularbegriff der Strahlung, der seit Fresnel aufgegeben worden war, neu formuliert hatte. Ich wußte außerdem, daß es ihm gelungen war, die Gesetze des photoelektrischen Effekts zu interpretieren und das Problem der Energieschwankungen (Fluktuationen) in der Strahlung eines schwarzen Körpers zu analysieren. Kurz gesagt: Bei jedem Schritt meiner Studien stieß ich mit ständig wachsender Begeisterung auf das Werk dieses erhabenen Denkers.

Vieweg+Teubner eBooks•Jan 1, 1985•0 citations

Einstein und die Entwicklung der Quantenphysik

Martin J. Klein

ZusammenfassungGegen Ende seines Lebens schrieb Einstein seinem ältesten Freund, daß ihn 50 lange Jahre des ununterbrochenen „bewußten Nachgrübelns“ über die Frage „Was sind Lichtquanten?“ der Antwort um nichts näher gebracht hätten. Wie immer übertrieb Einstein auch in diesem Falle keineswegs: Das Problem, Diskretheit ebenso wie Kontinuität in der natürlichen Welt zu verstehen, beschäftigte ihn während seiner ganzen wissenschaftlichen Laufbahn. Daß Einstein so viel Zeit und Energie darauf verwendete, sich mit der Quantentheorie auseinanderzusetzen, mag viele — sogar viele Physiker — überraschen. Denn sein Entwurf der speziellen und der allgemeinen Relativitätstheorie sowie seine vielen Versuche, eine noch allgemeinere Theorie, nämlich eine einheitliche Feldtheorie, zu schaffen, haben seine anderen Leistungen in den Schatten gestellt. Und doch wird vermutlich jeder, der das Werk Einsteins kennt, den Worten von Max Born, einer der bedeutendsten Persönlichkeiten in der Entwicklungsgeschichte der Quantenmechanik, zustimmen, als er schrieb: „Meiner Meinung nach müßte er selbst dann, wenn er nicht eine einzige Zeile über die Relativität geschrieben hätte, als einer der größten theoretischen Physiker aller Zeiten gelten.“ Diese Meinung gründete sich hauptsächlich auf jene Schriften, in denen Einstein über die erstaunlichen Ergebnisse seines „bewußten Nachgrübelns“ über das Quantenproblem berichtet.

Vieweg+Teubner eBooks•Jan 1, 1985•2 citations

Widerstand gegen die Unbestimmtheit

JOHN ARCHIBALD WHEELER

Heisenbergs Unschärferelation ließ sich auch anders deuten: beobachten heißt stören. Bis zur Entdeckung dieses Prinzips hatte man angenommen, daß das außerhalb des Subjekts befindliche Universum völlig unabhängig vom jeweiligen Beobachter existierte. Ein Universum, das von dem Beobachter abhängt, der Messungen vornimmt, ist aus physikalischen wie aus philosophischen Gründen beunruhigend. Nach 2000 Jahren standen die modernen Physiker vor demselben Dilemma wie die frühen Griechen. Es war die alte Geschichte von Zeno und dem Pfeil. In welcher Weise bewegte sich der Pfeil? Kontinuierlich sagten die einen, ohne Hilfe durch den Beobachter. In Sprüngen, sagten die anderen, mit einer geringfügigen und unvermeidlichen Hilfe durch den Beobachter.

Birkhäuser Basel eBooks•Jan 1, 1986•0 citations
es ermöglichten, durch a-Teilchen hervorgebrachte Blitze auf Sidotblendschirmen zu zeigen.Nun kann man natürlich nicht sagen, man "sieht" damit Atome.Man beobachtet nur die Wirkungen einzelner.Aber niemand beanstandet es, wenn man sagt, man "sieht" die Sonne, obzwar man faktisch nur eine leuchtende Scheibe beobachtet und die Rückschlüsse auf eine glühende Kugel der Masse von etwa 2 • 10 30 kg, um clie die Planeten kreisen usw., sehr komplizierte und weitgehende sind.Das war vorausgeschickt, um zu kennzeichnen, welchen Eindruck es auf den großen Philosophen und Physiker Ernst M ach machte, als es mir vergönnt war, ihm diese schönen Erscheinungen vorzuführen.Er war damals schon krank und teilweise gelähmt, aber von vollster geistiger Frische.Bekanntlich hatte er sich geradezu fanatisch gegen die Einführung von "Bildern" als Realitäten in der Physik gewehrt.Wenn jemand von den Atomistikern, die damals in Ludwig Boltzmann in Wien ihren Führer hatten, vor ihm von Atomen sprach, fuhr er meist mit der Frage dazwischen: "Habns eins gsehn?"Bis dahin mußte man schweigen.Nun war es mit einem Male anders geworden.Es bleibt mir eine der ergreifendsten Erinnerungen, als Mach nach der Vorführung des Spinthariskopes nicht etwa kleine starrköpfige Einwendungen machte, sondern schlicht erklärte: "Nun glaube ich an die Existenz der Atome."Ein ganzes Weltbild hatte sieh ihm in wenigen Minuten verändert.H. Benndorf, Graz.
»Wer dieses reife und groß angelegte Werk studiert, möchte nicht glauben, daß der Verfasser ein Mann von einundzwanzig Jahren ist. Man weiß nicht, was man am meisten bewundern soll, das psychologische Verständnis für die Ideenentwicklung, die Sicherheit der mathematischen Deduktion, den tiefen physikalischen Blick, das Vermögen übersichtlicher mathematischer Darstellung, die Literaturkenntnis, die sachliche Vollständigkeit, die Sicherheit der Kritik. P.s Bearbeitung sollte jeder zu Rate ziehen, der auf dem Gebiet der Relativität schöpferisch arbeitet, ebenso jeder, der sich in prinzipiellen Fragen authentisch orientieren will.« Mit diesen Worten lobte Albert Einstein im Dezember 1921 einen Artikel über Relativitätstheorie in der Encyklopädie der Mathematischen Wissenschaften, den der junge P. geschrieben hatte, der daraufhin als eine Art Wunderkind der Physik betrachtet wurde. P. ist von Anfang an nicht nur durch seine hohen mathematischen Fähigkeiten, sondern auch durch sein philosophisches Verständnis der physikalischen Grundfragen aufgefallen. So machte er als 19jähriger Student den später von Werner Heisenberg genutzten Vorschlag, »in der Physik nur prinzipiell beobachtbare Größen einzuführen« und zum Beispiel den Begriff einer Teilchenbahn im atomaren Bereich oder den der elektrischen Feldstärke im Inneren eines Elektrons aufzugeben.
Nicht einmal Albert Einstein mochte die Welt für so verrückt halten. Für ihn war es Spuk, nicht mehr und nicht weniger, was sich die Quantenmechanik da ausgedacht hatte. »Verschränkte« Teilchen. Absolut getrennt und dennoch permanent verbunden. Egal, wie weit die Teilchen voneinander entfernt sind, wenn wir das eine messen, kennen wir den Wert des anderen. Verändern wir den Drehimpuls des einen oder dessen Polarisation, ändert sich die Eigenschaft des anderen Teilchens entsprechend. Und zwar augenblicklich und, wenn es sein muss, über tausende Kilometer Entfernung. Es fließt kein Strom, kein Licht, keine Information, nichts, was diese »spukhafte Fernwirkung« mit der klassischen Physik erklären oder messen könnte. Fest steht nur: Sie ist inzwischen unabweisbar. Die Verschränkung der Quantenzustände von Teilchen ist in den letzten Jahrzehnten zu einem Thema mit geradezu soziokultureller Sprengkraft geworden; denn in dem Phänomen steckt womöglich der Schlüssel für prinzipiell abhörsichere superschnelle Quantencomputer, die von nichts und niemandem geknackt werden können. Was aber, wenn es das Phänomen — oder ein prinzipiell ähnliches — nicht nur in der Quantenwelt gibt, sondern es ein Teil der Evolution ist und ins Leben eingreift?
Seit ich mich im Alter von 19 Jahren dem Studium der Theoretischen Physik zugewandt habe, bin ich stets ein glühender Bewunderer sowohl der Person als auch des Werkes von Albert Einstein gewesen. Ich wußte, daß dieser berühmte und immer noch jugendliche Gelehrte bereits im Alter von 25 Jahren Ideen in die Physik eingebracht hatte, die in ihrer Neuartigkeit so revolutionär waren, daß sie ihn zum Newton der modernen Naturwissenschaften werden ließen. Ich vertiefte mich mit Eifer und Sorgfalt in diese elegante Relativitätstheorie, die seinen Namen trug, denn ich war damals nur ein Anfänger. Ich wußte auch — und da ich die Quantentheorie intensiv studierte, interessierte mich dieser Teil seiner Arbeit natürlich besonders —, daß Einstein eine kühne Hypothese in bezug auf das Licht verfaßt hatte, seine Theorie der Lichtquanten, in der er den alten Korpuskularbegriff der Strahlung, der seit Fresnel aufgegeben worden war, neu formuliert hatte. Ich wußte außerdem, daß es ihm gelungen war, die Gesetze des photoelektrischen Effekts zu interpretieren und das Problem der Energieschwankungen (Fluktuationen) in der Strahlung eines schwarzen Körpers zu analysieren. Kurz gesagt: Bei jedem Schritt meiner Studien stieß ich mit ständig wachsender Begeisterung auf das Werk dieses erhabenen Denkers.
ZusammenfassungGegen Ende seines Lebens schrieb Einstein seinem ältesten Freund, daß ihn 50 lange Jahre des ununterbrochenen „bewußten Nachgrübelns“ über die Frage „Was sind Lichtquanten?“ der Antwort um nichts näher gebracht hätten. Wie immer übertrieb Einstein auch in diesem Falle keineswegs: Das Problem, Diskretheit ebenso wie Kontinuität in der natürlichen Welt zu verstehen, beschäftigte ihn während seiner ganzen wissenschaftlichen Laufbahn. Daß Einstein so viel Zeit und Energie darauf verwendete, sich mit der Quantentheorie auseinanderzusetzen, mag viele — sogar viele Physiker — überraschen. Denn sein Entwurf der speziellen und der allgemeinen Relativitätstheorie sowie seine vielen Versuche, eine noch allgemeinere Theorie, nämlich eine einheitliche Feldtheorie, zu schaffen, haben seine anderen Leistungen in den Schatten gestellt. Und doch wird vermutlich jeder, der das Werk Einsteins kennt, den Worten von Max Born, einer der bedeutendsten Persönlichkeiten in der Entwicklungsgeschichte der Quantenmechanik, zustimmen, als er schrieb: „Meiner Meinung nach müßte er selbst dann, wenn er nicht eine einzige Zeile über die Relativität geschrieben hätte, als einer der größten theoretischen Physiker aller Zeiten gelten.“ Diese Meinung gründete sich hauptsächlich auf jene Schriften, in denen Einstein über die erstaunlichen Ergebnisse seines „bewußten Nachgrübelns“ über das Quantenproblem berichtet.
Heisenbergs Unschärferelation ließ sich auch anders deuten: beobachten heißt stören. Bis zur Entdeckung dieses Prinzips hatte man angenommen, daß das außerhalb des Subjekts befindliche Universum völlig unabhängig vom jeweiligen Beobachter existierte. Ein Universum, das von dem Beobachter abhängt, der Messungen vornimmt, ist aus physikalischen wie aus philosophischen Gründen beunruhigend. Nach 2000 Jahren standen die modernen Physiker vor demselben Dilemma wie die frühen Griechen. Es war die alte Geschichte von Zeno und dem Pfeil. In welcher Weise bewegte sich der Pfeil? Kontinuierlich sagten die einen, ohne Hilfe durch den Beobachter. In Sprüngen, sagten die anderen, mit einer geringfügigen und unvermeidlichen Hilfe durch den Beobachter.